Samstag, 16. August 2025

Hippopotamus amphibius oder auch das Nilpferd. Der Sprachsensible Fachunterricht, seine Prinzipien, Anwendungen und Nutzen für Schülerinnen und Schüler

Herzlich Willkommen zu meinem Blogbeitrag über den Sprachsensiblen Fachunterricht 

In diesem Beitrag wird nach einem kurzen Vorwort der Sprachsensible Fachunterricht nach Josef Leisen, in seinen Grundzügen erläutert. Dabei wird ein Blick auf  Prinzipien, Anwendungsmöglichkeiten und Nutzen geworfen. 

Der Sprachsensible Fachunterricht erfuhr in Deutschland durch die PISA-2000 Studie einen immensen Anstieg an Bedeutung, daher sollten uns viele seiner Aspekte noch aus den eigenen Schulerfahrungen unterbewusst bekannt vorkommen. 
Da sich dieser Beitrag mit dem Sprachsensiblen Fachunterrichts nach Leisen beschäftigt, ist es zu empfehlen sich die Vorlesung 5 noch einmal zu vergegenwärtigen oder nach lesen des Beitrages erneut anzuschauen. 

Unter dem Folgenden link findet ihr den Beitrag: 
https://drive.google.com/file/d/1uUgCNlEPiBwHrmnjkYF_tHfU5EuZpD9G/view?usp=sharing

Ich wünsche euch viel spaß beim Lesen und hoffe das ihr etwas für euch nützliches dem Beitrag entnehmen könnt. :)

Mit freundlichen Grüßen 

Julian 







12 Kommentare:

  1. Lieber Julian,

    Der Blogbeitrag zum sprachsensiblen Fachunterricht macht auf jeden Fall Eindruck. Besonders gut gefällt mir, dass er ein komplexes Thema so anschaulich aufbereitet. Schon der Einstieg mit Witt-genstein und dem Beispiel „Nilpferd vs. Hippopotamus amphibius“ zeigt sehr schön, wie Sprache unser Denken strukturiert – und wie wichtig es für Lehrkräfte ist, die richtigen Begriffe einzuführen und zu erklären. Dadurch wird schnell klar: Sprache ist nicht nur Beiwerk, sondern Grundvoraussetzung für Lernen.
    Sehr positiv finde ich auch, dass die Prinzipien von Josef Leisen gut erklärt werden: Scaffolding, Darstellungsformen, kalkulierte Herausforderung und die Heterogenisierung nach oben. Gerade das Beispiel mit dem Ei im Salzwasser macht das Konzept „Scaffolding“ richtig greifbar. Man merkt, dass hier Theorie und Praxis gut verbunden werden. Auch die Beispielaufgaben zum Stoffkreislauf sind gelungen – sie zeigen, wie man offene Aufgaben durch kleine sprachliche Hilfen schülerfreundlicher machen kann, ohne den Inhalt zu verwässern.
    Stark ist außerdem, dass der Beitrag nicht nur Behauptungen aufstellt, sondern auch Studien und Reviews zitiert. So wird deutlich, dass sprachsensibler Fachunterricht nicht nur eine pädagogische Mode ist, sondern tatsächlich messbare Effekte haben kann – besonders für Kinder mit DaZ, aber auch für Muttersprachler.
    Trotzdem gibt es ein paar Punkte, die man kritisch sehen könnte. Zum einen ist der Text ziemlich dicht und an manchen Stellen fast schon zu theoretisch. Für jemanden, der sich noch nicht lange mit dem Thema beschäftigt, kann das erschlagend wirken. Manche Absätze schweifen auch etwas ab oder wiederholen sich, da wäre weniger vielleicht mehr gewesen. Auch die Sprache ist teilweise recht verschachtelt – was ironisch wirkt, wenn es doch eigentlich um sprachsensiblen Unterricht geht.
    Alles in allem aber ist der Beitrag sehr gelungen. Er zeigt, warum Sprache der Schlüssel zum Lernen ist, und liefert gleichzeitig konkrete Ideen, wie Unterricht sprachsensibler gestaltet werden kann. Wer sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen will, bekommt hier einen fundierten und praxisnahen Einstieg.

    Liebe Grüße, Johannes

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Johannes,

      Zuerst einmal vielen Dank für die Kritik aber auch für die Positiven Aspekte.

      Der Text ist sehr theoretisch, dies ist mir auch beim Verfassen aufgefallen, vor allem der Anfang zieht sich sehr. Dort hätte ich anders einsteigen können bzw. es etwas knapper halten oder mehr mit Anwendungsbeispielen arbeiten, auf der anderen Seite entschied ich mich jedoch auch mit einem Stark theoretischen Einstieg als auch stark Didaktisch-theoretischen Hauptthema, welches ich durchaus besser bzw. einfacher hätte darstellen können.

      Der Aspekt das der Text erschlagend wirken kann für jemand der sich nicht lange mit dem Text beschäftigt, ist denke ich nicht von der Hand zu weisen. Zu teilen ist man selbst mit der Materie vertraut, weshalb manche Dinge in ihr logisch oder selbstverständlich erscheinen, die für jemand, der sich damit nicht beschäftigt hat nicht ganz so klar sind. Dies ist eigentlich ein wichtiger Aspekt als Lehrperson, da dies eigentlich der normal fall im Unterricht ist.

      Aufgrund dessen kamen auch einige Wiederholungen auf, da ich eben dachte, dass dadurch der gemachte Punkt deutlicher werden könnte. Würde ich diesen aber vielleicht zu Beginn leichter oder vereinfachter Darstellung, würde es keiner Wiederholung bedürfen. Auch deine Kritik an der Syntax ist vollkommen berechtigt. Ich neige leider sehr gerne dazu, Dinge komplizierter zu machen, als sie eigentlich sind.

      Zu dem Statistik Punkt wollte ich nur anfügen, dass Statistiken zwar immer großartig sind, vor allem jene, die den eigenen Punkt bestätigen, aber die Review ist vor allem gut darin sich einen Überblick über die verschiedenen Sprachsensiblen Fachunterrichts Ansätze zu verschaffen, als auch, dass es nicht nur ein aus der Luft gegriffenes Theoretisches Konzept ist.

      Ich hoffe du hattest trotzdem deinen Spaß mit dem Beitrag :)

      Liebe Grüße
      Julian

      Löschen
  2. Lieber Julian,

    Dein Beitrag hebt die Relevanz des Sprach sensiblen Fachunterricht überzeugend hervor. Hier finde ich besonders gelungen, dass du nicht nur abstrakte Theorie wiedergibst, sondern mit anschaulichen Beispielen arbeitest, die für mich leicht zugänglich waren. Dennoch schaffst du es, mithilfe von aktuellen Studien ein gewisses wissenschaftliches Gewicht in deinem Text wiederzugeben. Dadurch wird deutlich, dass es sich nicht nur um eine pädagogische Methode handelt, sondern um ein Konzept mit spürbaren Effekten.
    Jedoch musste ich feststellen, dass der sprachliche Stil an Stellen sehr schwer zu verstehen war. So plädierst du eigentlich für Verständlichkeit des Textes, obwohl dein Text durch viele verschachtelte Sätze manchmal unverständlich wird. Dadurch wird leider der Zugang des Textes für Leser*innen, welche sich zum ersten Mal mit dem Thema beschäftigen, erschwert.
    Darüber hinaus fände ich als Lehramtsstudenten auch die kritische Beleuchtung der Herausforderungen im Alltag sehr wichtig. Beispielsweise die mangelnde Zeit um alle Materialien sprachsensibel und fachlich Tiefgründig umzuschreiben.

    Insgesamt nehme ich deinen Beitrag als einen wissenschaftlich fundierten war, der es schafft, Theorie und Praxis miteinander verständlich zu verbinden. Einzig den Schreibstil würde ich noch einmal überarbeiten, damit dein Beitrag möglichst viele Menschen erreichen und von diesen auch vollständig verstanden und reflektiert werden kann.

    Liebe Grüße,
    Nirupa.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Nirupa,

      Erst einmal danke für das Lesen des Beitrags und deiner Kritik, sowie dem positiven Feedback.

      Was den Sprachlichen Stil angeht, kann ich das vollkommen nachvollziehen.

      Vor allem Schachtelsätze sind oft sehr schwer zu verstehen. Dies ist leider mein Schreibstil, ich neige leider gerne dazu, Dinge komplizierter zu erklären, als sie eigentlich sind. Da ich versuche so viele Informationen mitnehmen zu können wie möglich oder zumindest jene die ich dort als angemessen bzw. wichtig erachte. Es ist wie eine Mindmap, anstatt die wichtigsten Verbindungspunkte aufzuzeigen, versuche ich sie alle mitzunehmen.

      Ich muss hier auch gestehen, dass ich den Text zwar geschrieben habe mit der Einstellung, dass andere ihn auch lesen, zu einem gewissen Teil habe ich den Beitrag aber auch für mich, als einen Art Zusammenfassung mit einer gewissen Extravaganz geschrieben. Daher ist die Kritik vollkommen berechtigt, auch wenn Sprachsensibler Fachunterricht nicht gleich einfachere Sprache bedeutet.

      Den Punkt der kritischen Auseinandersetzung finde ich sehr gut. Dieser fehlt de facto im Beitrag, sowohl in der Anwendung als auch am Modell selbst. Wird nur durch die anderen Ansätze thematisiert. Ein Beispiel wäre das Scaffolding Beispiel (Mit den Eiern). Wenn man sich dieses mal der Praxis vorstellt und annimmt, dass es zwischen 2 und 3 Minuten gedauert hat, a ca 25 SuS, würde dies 50 Minuten in Anspruch nehmen. Bei einer Unterrichtstunde von 45 Minuten. Das Problem zeigt sich hier von selbst sehr gut auf.

      Auch bei den Materialien würden sich hier allein schon bei der Anzahl, Probleme auftun. Eine Klasse mit 25 bis 30 SuS ist doch schwieriger zu gestalten als eine für 10 bis 15 SuS oder nicht? Mal ganz abgesehen von der jeweiligen Zeit für die individuelle Diagnostik.

      Liebe Grüße,

      Julian

      Löschen
  3. Lieber Julian,
    Beim Lesen deines Beitrags ist mir sofort aufgefallen, wie klar, dass meiner Meinung nach sehr komplexe Thema aufgebaut ist. Besonders der Einstieg mit der Unterscheidung zwischen Alltags-, Fach- und Unterrichtssprache hat mir richtig gut gefallen. Ich finde, das ist ein Thema, das man oft unterschätzt, dabei wird hier deutlich gezeigt, wie wichtig gerade die Unterrichtssprache als Brücke ist. Das Beispiel mit dem „Nilpferd“ fand ich super gewählt, weil es auf einfache Weise veranschaulicht, wie unterschiedlich ein Begriff je nach sprachlichem Zugang wirken kann.

    Sehr gelungen finde ich auch, wie die Konzepte von Josef Leisen eingebaut wurden. Das Bild vom „Bildungssprachbad“ bleibt einem sofort im Kopf. Ich musste direkt an meine eigenen Erfahrungen im Unterricht denken. Dass Sprache nicht nur Medium, sondern auch Lerngegenstand ist, kam hier richtig klar rüber.

    Das Thema „Scaffolding“ ist für mich ein Highlight im Text. Besonders das Beispiel mit den Begriffen „sinken – schwimmen – schweben“ hat mir gefallen. Man sieht sofort, wie Lehrkräfte Schritt für Schritt helfen können, Alltagsausdrücke in Fachbegriffe zu überführen. Dass dabei nicht nur korrigiert, sondern auch viel positive Rückmeldung gegeben wird, zeigt wie wichtig Motivation und Wiederholung sind. Die Darstellung dabei fand ich total praxisnah und nachvollziehbar.

    Auch die Übersicht zu den Darstellungsformen fand ich sehr spannend. Gerade weil man im Unterricht oft zwischen verschiedenen Abstraktionsebenen wechseln muss, ist es hilfreich, so ein klares Modell zu haben. Ich finde, man merkt dort richtig, dass die Heterogenität der SuS ernst genommen wird. Mir hat gut gefallen, dass nicht das „Vereinfachen“ als Lösung vorgeschlagen wird, sondern die „Heterogenisierung nach oben“. Das klingt für mich sehr sinnvoll, lieber alle fordern und auf ihrem Niveau fördern, statt Inhalte runterzuschrauben.

    Die drei methodischen Ansätze (defensiv, offensiv und stärkend) sind super verständlich erklärt. Besonders gut fand ich, dass es nicht bei der Theorie bleibt, sondern dass eine konkrete Beispielaufgabe dazu gezeigt wird. An der Überarbeitung der Aufgabe zum ökologischen Stoffkreislauf konnte man sehr gut sehen, wie schon kleine Änderungen große Wirkungen haben. Solche praktischen Beispiele machen den ganzen Beitrag seh gut verständlich und zeigen, wie man das Konzept im Unterricht wirklich nutzen kann.

    Am Ende finde ich die Frage „Warum eigentlich sprachsensibler Fachunterricht?“ sehr wichtig. Mir gefällt, dass klar herausgestellt wird: Es profitieren nicht nur SuS mit Migrationshintergrund oder Sprachschwierigkeiten, sondern eigentlich alle. Das macht deutlich, dass sprachsensibler Fachunterricht kein Extra ist, sondern ein grundlegendes Prinzip für erfolgreichen Unterricht.

    Insgesamt hat mir der Beitrag sehr gut gefallen. Ich finde besonders stark, wie Theorie, Praxisbeispiele und wissenschaftliche Studien miteinander verbunden werden. Es wird klar, dass Sprache im Fachunterricht nicht einfach nebenbei passiert, sondern im Zentrum steht. Für mich ist das eine wichtige Erinnerung daran, dass wir als zukünftige Lehrkräfte Sprache immer bewusst einplanen sollten, wenn wir Lernprozesse gestalten.
    Liebe Grüße, Sonja

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Sonja,

      zuerst einmal vielen Dank für das durchwegs positive Feedback, ich hatte das Gefühl, dass du deinen Spaß damit hattest. Schöne Wörter sind zwar schön, aber Interesse hege ich doch gerne an der Kritik bzw. an dem, was du nicht so gut findest oder zumindest als Verbesserungswürdig findest. Daher greife ich kurz ein paar deiner Punkte auf:

      Die Differenzierung von den Sprachen wirst du bei fast aller Literatur zu diesem Thema antreffen, da es eine Grundlegende Definitionssache ist. Daher ist das hier nichts Besonderes.

      Das Scaffolding Beispiel ist zwar ein sehr gutes Beispiel, dass knapp und deutlich die Anwendung zeigt, aber wenn man sich mal vorstellt, es in der Praxis anzuwenden, sprich 2 bis 3 Minuten a 25 bis 30 SuS, wird sehr schnell deutlich das es in der Praxis doch nicht ganz so leicht scheint. Auch wenn hier immer die individuelle Einschätzung der Lehrperson den SuS gegenüber entscheidet, ist. Diese Kritik an dem Beispiel, wird im Beitrag aber nicht behandelt.

      Auch der offensive Ansatz hätte ein Beispiel bekommen könne, was er aufgrund der Platz Beschränkung nicht bekommen hat. Auch die Kritik an diesen ist nicht aufgekommen im Beitrag, Leisen führte dort mehrere Kritiken punkte an, die hätten übernommen werden können, es gibt einen Grund, weshalb ich mich im Beispiel für den Offensiven weg entschieden hatte. (Dazu empfehle ich bei Interesse, mal auf seien you-tube Kanal zu schauen, oder auf seiner Website da er vor allem dort sehr viele Materialien zu Verfügung stellt.)

      Statistiken sind großartig, vor allem jene, die der eigenen Sache zustimmen. Die von mir benutzet Review zeigt positive Aspekte auf, aber auch das es durchaus noch an mehr Ergebnissen bedarf, oft ist die unabhängige variabel schwer isoliert festzustellen. Daher ist die Review mit vorsichtig zu genießen. Was sie aber sehr gut macht und weshalb ich sie auch benutzt, ist dass sie die Bandbreite an verschiedenen Ansätzen und deren Spezifizierungen aufzeigt, wenn man sich mit dieser auseinandersetzt.

      Und dass die Gestaltung im Vergleich zu den anderen Beiträgen eher einer Hausarbeit ähnelte als einen Blogbeitrag ist denke ich offensichtlich.

      Liebe Grüße,
      Julian

      Löschen
  4. Hallo Julian,

    du hast da einen wirklich gelungenen Beitrag zur Thematik des sprachsensiblen Unterrichts geleistet. Ich finde deinen Beitrag sehr informativ und umfangreich. Mir fällt direkt der Einstieg mit dem Wittgenstein-Zitat ein, den ich sehr gelungen finde, denn er regt zum Nachdenken an und verdeutlicht die Bedeutsamkeit des Themas, auch noch bzw. gerade in der heutigen Zeit. Es wird deutlich, wie eng Sprache eigentlich mit dem Denken zusammenhängt. Durch deinen Beitrag wurde mir die Relevanz der Thematik „Sprachsensibler Unterricht“ wieder vor Augen geführt: Sprache im Unterricht ist entscheidend für Lernerfolg!

    Ich finde, dir ist die Erklärung/Unterscheidung zwischen Alltags-, Fach- und Unterrichtssprache sehr gut gelungen, was ich für besonders wichtig halte, denn so versteht man die Unterschiede besser und das ist einer der wichtigsten und grundlegendsten Punkte. Außerdem finde ich deine praxisnahen Beispiele gut, wie z. B. das Nilpferd, um die Unterschiede in der Begriffswelt zu verdeutlichen, oder das Salz-Wasser-Experiment, das ein gelungenes praxisnahes Beispiel für „Scaffolding“ darstellt.
    Sprache wird Schritt für Schritt aufgebaut, ohne die SuS zu überfordern. Eine sehr interessante Methode, die du sehr verständlich und anschaulich dargestellt hast.

    Mir gefällt, dass du Fachbegriffe sehr ausführlich und detailliert erklärst, aber an manchen Stellen finde ich es fast schon ein bisschen zu komplex und verschachtelt. Ich hatte oft Schwierigkeiten, deiner Erklärung zu folgen und wurde manchmal ein bisschen abgehängt. Außerdem muss ich sagen, dass ich deine Beispiele sehr gelungen und praxisnah finde, aber es hätten ruhig noch 1–2 mehr sein dürfen. ;)

    Zusammenfassend will ich nochmals unterstreichen, dass du mit deinem Beitrag ein ganz neues Bewusstsein für die Relevanz von Sprache im (Biologie-)Unterricht bei mir geschaffen hast!

    Fragen, die mir in den Kopf gekommen sind, wären:
    Welche Methode würdest du am ehesten Nutzen, wenn du merkst, dass SuS sprachlich abgehängt werden?
    Wie lässt sich ein sprachsensibler Unterricht in einer sehr großen und heterogenen Gruppe/Klasse umsetzen, ohne dass man als einzelne Lehrkraft überfordert ist?

    Vielen Dank für die vielen Anregungen und Ideen!

    Liebe Grüße :)
    Jonathan

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Jonathan,

      Zuerst einmal vielen Dank für das Lesen des Beitrages, sowie deiner Kritik und positiven Feedback.

      Die Schachtelsätze sind leider ein starker teil meins Schreibstils, ich neige sehr gerne dazu dinge komplizierter zu machen, als sie eigentlich sind. Ich denke aber, dass vor allem durch das Vorwort vielleicht auch klar wird, weshalb ich versuche, so viele Verbindungen wie möglich einzubringen. Nicht destotrotz ist die didaktische Reduktion ein sehr wichtiger Aspekt, den wir eigentlich immer anwenden müssen bei der Unterricht Vorbereitung und daher, wie in einem anderen Kommentar erwähnt wurde, ist es vielleicht sinnvoller auf eine etwas leichter zu verstehende Sprache zurückzugreifen.

      Die Anzahl der Beispiele ergab sich leider aufgrund der Platz Limitierung. Ich stimme dir vollkommen zu, dass einige mehr Beispiel vielleicht besser wären. Wahrscheinlich auch für das Verständnis des Inhaltes.
      Fragen:

      1. Die Individuelle Einschätzung der jeweils betroffenen SuS mal aussenvor gelassen. Ein Klassiker wäre die Unterstützung durch Peers. Also jemanden der bereits weiter ist als der abgehängte SuS. Das Scaffolding betreibt eine Lehrperson, diese muss aber nicht immer die Lehrkraft sein. Hier ist aber die Soziale Interaktion wichtig, die sich in einem Theoretischen Ansatz nicht so leicht ohne Einbezug von dutzenden Faktoren bestimmen lässt. Dabei könnte es auch kritisch gesehen werden, da die Aufgabe der Lehrperson auf die SuS übertragen wird. Sonst könnte man Sprachunterstützung in aufgaben geben (Verbtabelle etc.) Wichtig! motivierend und verstärkend.

      2. Das ist ein wichtiger Kritik punkt an dem Beitrag. Das wird nämlich nicht wirklich behandelt. In einigen anderen Kommentaren bin auf die gleiche Frage eingegangen. Kurzfassung: Große Klassen viele SuS wenig Zeit. Individuelle Diagnostik schwer, auch wegen höherer SuS Zahl und Zeit Begrenzung. Planung des Unterrichts wichtig. Auch das ist in dem Beitrag nicht vertreten (wegen Platz Limitierung)

      Liebe Grüße,
      Julian

      Löschen
  5. Lieber Julian,
    dein Beitrag hat mir sehr gut gefallen, da er ein komplexes Thema klar und verständlich aufbereitet. Der Einstieg mit der Unterscheidung zwischen Alltags-, Fach- und Unterrichtssprache verdeutlicht direkt die Relevanz des Themas und zeigt, welche zentrale Rolle Sprache im Fachunterricht einnimmt.

    Besonders gelungen fand ich, dass du nicht nur die theoretischen Grundlagen dargestellt, sondern diese konsequent mit Beispielen verknüpft hast. Die bildhaften Vergleiche wie das "Bildungssprachbad" sind einprägsam und veranschaulichen gut, dass Sprache nicht nur Medium, sondern auch Lerngegenstand ist. Auch die Übersicht zu den Darstellungsformen hat mir gefallen, da sie zeigt, dass Unterricht nicht durch Vereinfachung, sondern durch differenzierte Zugänge inklusiv gestaltet werden kann. Gerade der Gedanke der Heterogenisierung nach oben macht klar, dass es sinnvoller ist, alle Lernenden auf ihrem Niveau zu fordern, statt Inhalte zu reduzieren.
    Besonders praxisnah und überzeugend war die Darstellung der methodischen Ansätze und die Überarbeitung der Beispielaufgabe zum ökologischen Stoffkreislauf. Hier wird deutlich, wie selbst kleine Anpassungen große Wirkung auf Sprachförderung und fachliches Lernen haben können. Insgesamt zieht sich ein roter Faden durch den Beitrag, weil Theorie, wissenschaftliche Bezüge und Praxisbeispiele gut miteinander verbunden sind.

    Am Ende finde ich die Frage: "Warum eigentlich sprachsensibler Fachunterricht" sehr gelungen. Die Betonung, dass alle Schüler*innen profitieren, macht klar, dass Sprachförderung kein Extra ist, sondern ein zentrales Prinzip guten Unterrichts.

    Meine Frage an dich wäre: Welche Herausforderungen siehst du konkret bei der Umsetzung sprachsensiblen Unterrichts im Alltag, zum Beispiel in Bezug auf Zeitmanagement oder Materialvorbereitung, und wie könnte man ihnen praktisch begegnen?
    Viele Grüße
    Mara

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hatte einen Kommentar verfasst und diesen als Blog-Kommentar veröffentlicht. Ups.

      Löschen
  6. Hallo Mara,

    Zuerst einmal vielen Dank für das Lesen des Beitrages und deiner Kritik, sowie positiven Feedback.
    Antwort auf deine Frage:

    Ich denke ein größeres Problem, dass der Sprachsensible Fachunterricht hat, ist die oft große Anzahl an SuS. Vor allem an Realschulen. Klassen mit 25 bis 30 Schülern sind vor allem schwierig bei der individuellen Diagnostik, der individuellen Anpassung in der Unterrichtvorbereitung. Jedoch ist dies ein sehr grundlegendes Problem an Schulen, dass nicht spezifisch für den Sprachsensiblen Fachunterricht ist. Etwas, dass in dem Beitrag nicht wirklich thematisiert wurde, ist das Diagnose-radar. Kurzgesagt ist es ein Bewusstsein für die verwendete Sprache, man hört als Lehrperson nicht nur hin WAS die SuS sagen, sondern WIE sie es sagen. Jetzt muss man sich also auf das WAS und WIE konzentrieren neben all den anderen möglichen Störfaktoren im Unterricht. Je nach Klasse oder Förderbedarf kann sich dies schwerer oder leichter gestalten.

    Ein Aspekt, der nicht wirklich aufgegriffen wurde im Beitrag ist die Vorbereitung. Ich denke hierin liegt ein großer Teil dessen, was sprachsensiblen Unterricht machbar macht. Hierzu kommt die Einschätzung der Klasse. Man kann keinen Unterricht von Klasse A auf Klasse B übertragen, auch wenn beide gerade die Photosynthese behandeln. In der Vorbereitung könne aufgrund der Einschätzung mögliche Schwierigkeiten (Große Treppenstufen) erkannt werden. Hier muss ich jedoch persönlich anmerken, dass eventuell Fehleinschätzungen von SuS zu Unterforderung führen könnten.

    Die Methodenwerkzeuge sind zum Beispiel Möglichkeiten Inhalte zu gestalten, jedoch muss man auch hier den Inhalt auf sie anwenden.

    Ich kann hier leider auch keinen Baukasten zu Verfügung stellen. Ich persönlich denke das aus reiner Effektivität her ein Standardisierte-Aufgaben-Raster eine Möglichkeit wäre. Bei diesen würde es eine Vielzahl von einer Standardaufgaben in verschiedenen, nach oben Heterogenisierten Varianten geben, die leicht und schnell individuell bearbeitbar wären, so wie im Stoffkreislauf Beispiel. Aufgrund eines genial zusammenschusterten Diagnose Systems könnte man dann SuS in diesem Raster ihre Aufgabe aussuchen. Wobei damit auch wieder dutzende Problem einhergehen würden.

    Ob dies jede Lehrperson selbst machen müsste, ober ob es ein solches Raster vom Bildungsplan heraus vorgefertigt geben würde und ob die Entwicklung im Bereich der Künstlichen Intelligenz dazu beitragen könnte, überlasse ich ganz dir.

    Liebe Grüße,

    Julian

    AntwortenLöschen
  7. Hallo Julian,
    dein Beitrag zum sprachsensiblen Fachunterricht finde ich wirklich gelungen und habe mich gefreut, einen Artikel zu diesem spannenden Thema zu finden! Du hast es geschafft, ein theoretisch anspruchsvolles Thema auf eine interessante und nachvollziehbare Weise aufzubereiten. Besonders der Einstieg mit Wittgenstein und dem Beispiel des Nilpferds fand ich gut gewählt.
    Auch gefallen hat mir, wie du Josef Leisens Prinzipien im sprachsensiblen Unterricht erklärst. Besonders der Scaffolding-Ansatz ist sehr gut und praxisnah dargestellt. Das Beispiel mit dem Hühnerei in verschiedenen Salzwasserlösungen bringt das Konzept der sprachlichen Unterstützung auf eine greifbare Weise nahe. Auch die anderen Prinzipien, wie die Darstellungsformen und die Heterogenisierung nach oben, sind verständlich und bieten klare Orientierung, wie man als Lehrkraft eine Herausforderung für alle Schüler*innen so gestalten kann, dass niemand zurückgelassen wird. Gerade letzteres hat mein Verständnis von sprachsensiblem Unterricht noch einmal korrigiert/verbessert. Vertieft hast du dies mit anschaulichen Praxisbeispielen.
    Eine kleine Kritik gibt’s aber dennoch. In Sachen einfacher Verständlichkeit sehe ich an manchen Stellen etwas Verbesserungspotential auf syntaktischer Ebene😉 Einige Passagen währen auch mit einfacheren Formulierungen ausgekommen.
    Für mich überwiegt aber klar der positive Eindruck, der vor allem durch den Praxisbezug entsteht. Der Beitrag bietet auf jeden Fall einen Mehrwert für uns angehende Lehrkräfte!
    Liebe Grüße und vielen Dank für den inspirierenden Beitrag! 🌟

    Liebe Grüße
    Laurin

    AntwortenLöschen