Montag, 18. August 2025

Wie kann ein schamfreier Sexualkundeunterricht möglich gemacht werden?

Es ist der Elefant im Klassenzimmer - das Angstthema vieler Lehrkräfte und Schülerinnen und Schülern. Es ist DAS Thema, das jeden betrifft und so normal ist – und dennoch mit besonders viel Scham und Schweigen besetzt ist. Es ist das Thema, welches das ganze Klassenzimmer in Lachen, Kreischen aber auch in Gesichtsröte und unangenehme Stille versetzen kann. Es ist eines der notwendigsten und zugleich eines der unbeliebtesten Themen: Die Sexualkunde. Hier stellt sich die Frage: Ist es überhaupt möglich, einen schamfreien Sexualkundeunterricht zu gestalten? Ist das möglich oder bleibt es doch eher eine utopische Lehrkraftvorstellung? Eben damit beschäftigt sich dieser Artikel. Beim Lesen werden Sie sich mit den Hintergründen der Scham, mit einem guten Umgang als Lehrkraft mit diesem Thema und Beispielen aus der Praxis
auseinandersetzen. Sie werden merken: Es ist nicht immer alles so aussichtslos, wie es vielleicht aus manch einer gestressten Lehrerbrille scheinen mag. Wie waren Ihre Erfahrungen im Sexualkundeunterricht? Was löst die Vorstellung dies zu unterrichten in Ihnen aus? Ihre Erfahrungen interessieren uns. Schreiben Sie gerne einen Kommentar!
Viel Freude beim Lesen wünschen Ihnen 

Hannah, Kathrin und Sofia 

 

Hier kommen Sie zu unserem Blogbeitrag:

https://drive.google.com/file/d/1kzVM2VyCQDiF4C21uC33lt3Iu83Nvw3K/view?usp=drivesdk

 

17 Kommentare:

  1. Hey ihr,
    Euer Beitrag hat mir total gut gefallen. Die Gestaltung der Titelseite ist schon ein richtiger Hingucker und lässt einen schmunzeln. Die Idee, den „Elefanten im Klassenraum“ als Symbol für die Scham oder das Unausgesprochene im Sexualkundeunterricht zu nutzen, finde ich genial. Damit hat man sofort ein Bild im Kopf geschaffen, das jede*r versteht und das neugierig macht, weiterzulesen. Die ganzen „Zettelchen“, die ihr immer wieder eingefügt habt mit Fakten, Hintergründen oder Beispiele finde ich sehr hilfreich. Auch die Diagramme zum Beispiel zur „empfunden Scham“ verdeutlichen dieses wichtige Thema nochmals genauer. Ich glaube jede*r, die/der Biologie unterrichtet oder später mal unterrichten wird, hat schonmal daran gedacht, wie man den Sexualkundeunterricht wohl entsprechend gestalten kann, damit es interessant, wissenswert und ohne Scham und einem unangenehmen Gefühl abläuft. Deswegen finde ich es sehr gut und wichtig, dass ihr darüber geschrieben habt. Ich glaube damit habt ihr wirklich "den Elefanten im Klassenraum“ gut getroffen. Ich finde es auch sehr wichtig, dass ihr angesprochen habt, dass die Lehrperson jede Frage der Schüler*innen ernst nehmen sollte und auch versuchen zu beantworten. Schön ist auch, dass ihr zeigt, dass ein schamfreier Unterricht nicht bedeutet, alles „locker-flockig“ machen zu müssen, sondern dass es vor allem um Professionalität, gute Vorbereitung und eine wertschätzende Sprache geht. Diese Balance zwischen Professionalität und Offenheit habt ihr super dargestellt. Richtig toll ist natürlich, dass ihr sogar eine Biologielehrkraft interviewt habt und so Antworten direkt aus der Praxis bekommen hat. Gerade ihre Idee, am Anfang erstmal zu klären, welche Wortwahl genutzt wird, finde ich super. Und auch ihre anderen Antworten kann man gut nachvollziehen und sich für später merken.
    Insgesamt macht euer Beitrag Mut, Sexualkunde nicht als peinliches Thema, sondern als wichtigen Teil von Aufklärung und Prävention zu sehen. Mir hat das Lesen echt Spaß gemacht und ich habe einiges mitgenommen, was ich mir für später merken möchte. Danke, dass ihr dieses „verschwiegene“ aber dennoch wichtige Thema aufgegriffen habt.
    Liebe Grüße
    Mia :)

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  2. Hallo zusammen,
    Danke für diesen ausführlichen Beitrag! Besonders gelungen finde ich, dass ihr gleich zu Beginn das „Elefant im Raum“-Gefühl aufgreift. Genau so erlebt man Sexualkunde oft: Alle wissen, wie wichtig das Thema ist, und trotzdem wird es von Scham, Unsicherheit und manchmal auch Gelächter begleitet. Die historische Einordnung, warum Sexualität so lange tabuisiert war, fand ich spannend. Dass ihr Scham nicht nur negativ darstellt, sondern auch als wichtigen Schutzmechanismus beschreibt, macht den Text angenehm differenziert. Gleichzeitig finde ich aber, dass sich die historische Darstellung etwas zu lang zieht – an manchen Stellen hätte eine kürzere Zusammenfassung gereicht meiner Meinung nach. Sehr hilfreich sind die praktischen Tipps für den Unterricht. Die Idee mit der anonymen Fragenbox oder die klare Vereinbarung, niemanden auszulachen, sind einfache, aber wirkungsvolle Methoden. Auch euer Hinweis auf die Macht der Sprache ist zentral. Begriffe wie „Schamlippen“ zu hinterfragen und stattdessen neutrale, biologische Bezeichnungen zu verwenden, halte ich für sehr wichtig. Das Interview mit der Lehrkraft ist für mich der stärkste Teil des Beitrags. Es zeigt praxisnah, wie Vertrauen, Humor und klare Regeln helfen können. Gleichzeitig macht es deutlich, dass es kein Patentrezept gibt – jede Klasse reagiert anders, und Lehrkräfte müssen flexibel bleiben. Kritisch sehe ich, dass der Text manchmal etwas zu sehr wie ein Handbuch wirkt und die Gestaltung stellenweise recht textlastig ist. Mit mehr visuellen Auflockerungen und Abbildungen wäre das Lesen angenehmer und die wichtigen Botschaften würden noch deutlicher hervortreten. Auch das Thema digitale Medien hätte mehr Raum verdient. Viele Jugendliche holen sich ihr Wissen – oder Halbwissen – online, und Lehrkräfte stehen vor der Aufgabe, diese Einflüsse aufzugreifen und einzuordnen.
    Trotz dieser Kritik bleibt euer Fazit überzeugend: Ganz ohne Scham wird es nie gehen, und das ist auch nicht nötig. Wichtig ist, Scham so zu nutzen, dass sie schützt, aber nicht blockiert. Genau diese Balance herauszuarbeiten, ist eine wertvolle Botschaft – und macht euren Beitrag sehr lesenswert.
    Liebe Grüße,
    Anna Lena :)

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    1. Liebe Anna Lena,
      vielen Dank für deine netten Worte und die konstruktive Kritik.
      Schön zu lesen, dass dir das Interview mit der Lehrkraft besonders gut gefallen hat. Es war uns wichtig verschiedene Perspektiven einzubinden und dadurch eine möglichst umfassende Darstellung des Themas zu erreichen.
      Die Betrachtung der historischen Seite stellt für uns die Grundlage für das Verständnis dar, warum und in welchem Ausmaß Sexualscham heute existiert. Ich verstehe, dass es für Leser*innen etwas ausführlich wirken kann, dennoch empfinden wir diesen Aspekt als relevant.
      Deine Kritik zur Gestaltung unseres Textes kann ich nachvollziehen. Wir haben versucht, an geeigneter Stelle Abbildungen und Bilder zu verwenden. Sicherlich hätten es auch mehr sein können, dadurch wäre der Text aber über die Maximallänge hinausgegangen. Höhere Priorität hatte für uns die Vermittlung von wichtigen Informationen.
      Deiner Meinung zur Bedeutung digitaler Medien stimme ich zu. Unsere herausgearbeiteten Tipps sollten allgemeingültig sein, also auch auf digitale Medien anwendbar. Überraschenderweise gaben in unserem Fragebogen nur sehr wenige Schüler*innen digitale Medien als Informationsquelle an. Trotzdem wäre es interessant, sich an gegebener Stelle mit dem Medieneinfluss zu beschäftigen, danke für die Anregung.
      Dass dich unser Fazit überzeugt hat, ist schön zu lesen. Es war uns ein Anliegen, diese Balance herauszuarbeiten und freut uns daher sehr, wenn es bei Leser*innen so ankommt.
      Liebe Grüße,
      Kathrin

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  3. Hey Ihr,

    Ich danke euch für den Blogbeitrag über dieses super wichtige Thema, da ich mir ebenfalls ziemlich sicher bin, dass es vielen Lehrkräften vor diesem kraust. Ich finde eure Gliederung und die Themen, die ihr mit eingebracht habt, sehr gut gewählt und interessant zum Lesen. Mir hat das Lesen wirklich sehr viel Spaß gemacht und gleichzeitig konnte ich gute Erkenntnisse gewinnen.
    Ich finde es toll, dass ihr nicht nur die Biologie in den Blick nehmt, sondern auch sprachliche und vor allem gesellschaftliche Aspekte einbindet. Auch die Thematisierung von Missbrauch und Gesundheitsförderung zeigt, wie wichtig ein guter Sexualkundeunterricht ist, da sich bestimmt viele Kinder und Jugendliche gar nicht im Klaren darüber sind, was ein fehlendes Wissen über Verhütung o.ä. Für Folgen haben kann.
    Die Einblicke in Eure Umfrage mit der Lehrkraft fand ich richtig spannend und eine sehr gute Idee, da der Blogbeitrag so viel praxisnäher wird und gute Tipps bietet wie die anonyme Fragenbox, Gesprächsregeln oder kleine Methoden für eine entspannte Atmosphäre. Ich finde es interessant, dass das Schamempfinden trotz gleichen Alters so unterschiedlich ist und sich mir die Frage stellt, wie man als Lehrkraft damit umgehen kann, allen Raum zu geben, ohne die einen zu überfordern und die anderen zu langweilen?
    Um auf eure Fragen am Anfang einzugehen (übrigens super Denkanstoß!):
    Wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke, habe ich den Sexualkundeunterricht eigentlich recht positiv und lustig in Erinnerung. Wir haben viel gelacht, was auch daran lag, dass unser damaliger Biologielehrer den Unterricht sehr offen und harmonisch gestaltet hat. Man hat dennoch bei einigen gemerkt, dass sie damals noch kein Interesse an solchen Themen hatten oder ungern darüber geredet haben. Da ich selbst noch wenig Erfahrung im Unterrichten habe, löst die Vorstellung stand jetzt etwas Unsicherheit und Respekt aus. Dennoch glaube ich, dass ich kein Problem damit haben werde, da es mir nicht unangenehm ist über solche Themen zu sprechen.
    Ein paar Dinge würden mich aber noch interessieren:
    Welche Rolle spielt die digitale Welt dabei und wie lässt sich das sensibel, aber offen thematisieren?
    Wie können Lehrkräfte, die sich selbst sehr unsicher sind, gezielt unterstützt werden?
    Insgesamt finde ich euren Blogbeitrag sehr gut gelungen, der motiviert, sich näher damit zu beschäftigen. Danke!
    Grüße
    Lisa :)

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    1. Liebe Lisa,
      Danke für deinen lieben Kommentar und das Feedback!
      Zu deinen Fragen: Tatsächlich habe ich mich mit der Lehrkraft der Klasse über das unterschiedlich starke Schamempfinden unter den Schülerinnen und Schülern (SuS) ausgetauscht. Ihrer Erfahrung nach ist das Schamempfinden nicht vom Alter, sondern vom Geschlecht und vom kulturellen/religiösen Hintergrund der SuS, sowie vom Entwicklungsstand und großen Geschwistern abhängig.
      Natürlich ist es schwierig, die Balance zu halten, um niemanden zu überfordern oder zu langweilen, wenn das Schamempfinden und auch der Wissensstand so unterschiedlich ist. Da ist es von großer Bedeutung, das Schamempfinden der SuS wahrzunehmen und zu akzeptieren, wenn einige SuS in dieser Unterrichtseinheit eher still sind.

      Vor allem bei älteren SuS kann die digitale Welt eine wertvolle Informationsquelle oder auch verantwortlich für Fehlvorstellungen sein. Gerade im Bereich von Pornografie, aber auch im Feed auf Instagram können falsche Bilder von Körper, Sexualität und Geschlechterrollen vermittelt werden. Im Unterricht ist es wichtig, diese Gefahren, aber auch die Chancen (z.B. vertrauenswürdige Informationsquellen und Anlaufstellen) des Internets aufzudecken. Auch ein verantwortungsvoller Umgang mit freizügigen Fotos und mit Online Dating muss schon früh gelernt werden.
      Da Themen wie Pornografie für die Jugendlichen sehr sensibel sind, kann es hilfreich sein, Personen von außerhalb für dieses Themengebiet anzufragen.
      LG Hannah

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  4. Hallo zusammen,

    euer Thema finde ich sehr spannend und ich habe nicht lange gebraucht, um mich zu entscheiden, euren Blogbeitrag zu lesen. Ich denke, das Thema beschäftigt und begleitet mich schon seit meiner eigenen Schulzeit, da es durch den Umgang unseres Lehrers immer mit Tabus belegt war. Das bezieht sich aber auch auf viele andere Schulen und Lehrer. Keiner spricht gerne über das Thema, obwohl es doch so wichtig ist. Oft habe ich mich gefragt, wie ich das wohl als Lehrer angehen würde.

    Man merkt in eurem Beitrag, dass es euch viel Freude bereitet hat, euch mit dem Thema auseinanderzusetzen. Es ist mir positiv aufgefallen, wie ausführlich ihr die Relevanz des Themas hervorhebt, um zu betonen, dass Sexualkunde eben nicht nur im Biologieunterricht eine Rolle spielt, sondern weit darüber hinausgeht.
    Außerdem finde ich die Beispiele, wie man mit unangenehmen Fragen oder Lachen im Unterricht umgehen kann, sehr praxisnah, hilfreich und nachvollziehbar. Ich denke, genau so etwas haben wir uns alle beim Lesen des Beitrags erhofft. :)

    Mir persönlich ist vor allem wieder bewusst geworden, dass es beim Thema Sexualkunde um viel mehr geht, als um reines Wissen vermitteln. Es geht dabei auch um den Abbau von Scham, Respekt und Selbstbestimmung, und ich denke, das habt ihr in eurem Beitrag super dargestellt. Der Gedanke, dass vor allem Vertrauen und eine offene Atmosphäre im Klassenzimmer wichtig sind, gefällt mir besonders und das sehe ich auch als Kern des Themas, wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke.

    Ich frage mich noch: Wie würdet ihr konkret mit Eltern umgehen, die ein Problem mit schamfreiem und offenem Sexualkundeunterricht haben?

    Vielen Dank für euren interessanten und spannenden Beitrag!

    Liebe Grüße
    Jonathan :)

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    1. Lieber Jonathan,
      vielen Dank für dein Feedback und deinen sehr wertschätzenden Kommentar.
      Es freut mich sehr, dass dich das Thema genauso neugierig gemacht hat wie uns selbst.
      Wie schade, dass der Sexualkundeunterricht in deiner Schulzeit verbunden war mit Tabus. Du hast sicherlich recht, dass das vermutlich eine Erfahrung ist, die viele von uns teilen. Genau deshalb fanden wir es so wichtig, darauf aufmerksam zu machen, dass das nicht so sein muss.
      Dass es in der Sexualkunde auch viel um Respekt und Selbstbestimmung geht und nicht nur um biologische Fakten, ist eine Zielsetzung, die für uns besonders wichtig ist.
      Zu deiner abschließenden Frage denke ich, dass die Elternarbeit gerade beim Thema Sexualkunde ziemlich komplex und mit Schwierigkeiten verbunden sein kann. Umso wichtiger ist es, einerseits zu kommunizieren, dass dieses Thema im Bildungsplan vorgeschrieben ist, andererseits konkret darüber zu informieren, was und wie inhaltlich gearbeitet wird und welche Medien zum Einsatz kommen. Dabei könnte es hilfreich sein, die tatsächlichen Unterrichtsmaterialien zu zeigen. Falls Eltern Sorgen oder Kritik zum Unterricht äußern, halte ich es für wichtig, mit ihnen in einen offenen Austausch zu gehen um eventuelle Unsicherheiten zu beseitigen oder Missverständnisse zu klären. Eltern sollte bewusst gemacht werden, dass das natürliche Schamgefühl der Kinder geachtet wird und religiöse oder weltanschauliche Ansichten respektiert werden.
      Liebe Grüße
      Kathrin

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  5. Hey Sofia, Hannah und Kathrin,
    mir gefällt euere Blogbeitrag total gut. Er lässt sich nicht nur flüssig lesen, sondern ist auch total interessant und informativ. Was ich sehr positiv finde, ist, dass ihr direkt in das Thema eingestiegen seid und zeigt, wie wichtig dieses Thema doch ist. Auch der geschichtliche Hintergrund über die Entstehung von Scham und warum dies so tief in unsere Gesellschaft verwurzelter ist, fand ich klasse. Das hat dem Leser eine Basis gegeben, um die Scham von beiden Seiten aus besser zu verstehen. Weiter ging es mit der Theorie, die ihr in verschiedenen gesundheitsförderlichen Ansätzen unterteilt und beschrieben habt, wie wirksam sie beim Unterrichten sein können. Zudem seid ihr auch auf die Gesundheitskompetenzen eingegangen, die bei den Schülern vorhanden sein müssen. Klasse finde ich auch, dass ihr dann erst mal erläutert habt, was Sexualkunde ist, und es weit mehr Bereiche abdeckt, als man auf den ersten Gedanken denken könnte. Schön, dass ihr dabei auch zentral die Entwicklung des eigenen Körperbewusstseins erwähnt, den Missbrauch und einfach die Vielfalt, denn dies wird oftmals vergessen.

    Dies lässt mich auch an meine Schulzeit zurückerinnern, in der dies nie das Thema war. Wir hatten, wenn überhaupt, vielleicht 3–4 Schulstunden Sexualkunde angeschnitten, aber viel wurde dort nicht gelernt. Es war auch keine entspannte Situation, sondern wirkte total gezwungen und von Witzen und Scham geprägt. Deshalb hat euere Blogbeitrag auch eine gewisse Relevanz, da ihr ja auch erwähnt, dass die meisten Kinder ihre Bildung in der Schule erhalten. Ihr zeigt auf, wie man es „richtig“ machen kann, ohne dabei seine eigenen Grenzen und die der Schüler*innen zu überschreiten. Dies verdeutlicht ihr besonders in dem Kapitel Atmosphäre und Umgang mit der Klasse. Das Kapitel über das Sprechen finde ich auch total wichtig, denn wie ihr auch erwähnt, sind viele Begriffe negativ behaftet und nicht geeignet. Nun erweckt ihr die Theorie zur Praxis. Euer Interview hat mir sehr gut gefallen und hat euere Theorie nur noch mehr bestätigt. Es hat verdeutlicht, wie wichtig es ist, eine sichere Atmosphäre zu schaffen und den Schüler*innen Raum zu lassen und herauszufinden, wie sie dieses Thema behandeln wollen. Auch eurer Umfrage hat bewiesen, dass Wissen übermittelt wird und das Unterrichten wirklich eine Relevanz hat und nicht vernachlässigt werden sollte. Was mir gar nicht so deutlich war ist, dass es so viele verschiedenen Hilfsangebote gibt, die Lehrkräfte in Bezug ziehen können. Dies kann hilfreich sein, wenn einem der Elefant doch zu groß vorkommt.

    Meine anschließende Frage ist noch, wie es zu eurer Schulzeit denn war? Habt ihr das gleiche Schicksal wie ich geteilt und das Thema wurde regelrecht kleingehalten und am liebsten total übersprungen, oder hattet ihr so eine tolle Lehrerin wie in euerem Interview, die die Relevanz anerkennt und sich dem Elefanten stellt?
    Liebe Grüße Julia :)

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    1. Hallo Julia,
      vielen Dank für deine reflektierende und wertschätzende Rückmeldung. Uns hat es sehr gefreut, dass du unseren Blogbeitrag zusammengefasst hast und somit eine ernsthafte Auseinandersetzung mit diesem zeigst. Es war uns tatsächlich wichtig, die Relevanz dieses Themas aufzuzeigen und gleichzeitig die Angst vor dem Unterrichten zu hemmen. Wichtig beim Unterrichten dieses Themas ist immer, dass Lehrkräfte ihre eigenen Grenzen wahren. Du hast das auch nochmal in deinem Kommentar aufgegriffen und es ist uns auch wichtig dies angehenden Lehrkräften mitzugeben. Es gibt viele Unterstützungsangebote, die es wirklich wert sind, genutzt zu werden und ein entspannteres Herangehen an das Thema ermöglichen.
      Danke, dass du uns einen Einblick in deine damalige Schulsituation bezogen auf dieses Thema gegeben hast. Diese unentspannte und nur kurz überflogene Unterrichtseinheit kennen wohl viele Schülerinnen und Schüler. Tatsächlich war es in meiner Schulzeit nicht groß anders. An eine richtige Unterrichtseinheit zu diesem Thema kann ich mich nicht erinnern. Wenn überhaupt wurden verschiedene Verhütungsfunktionen oder der Aufbau der Geschlechtsorgane durchgegangen. Ich finde das sehr schade, vor allem da mir so eine wichtige Informationsquelle - die Schule - gefehlt hat.
      Würdest du sagen, dass du durch den mangelhaften Sexualkundeunterricht große Wissenslücken hattest oder konntest du diese mithilfe von anderen Informationsquellen (Familie, Bücher, ...) kompensieren?

      Liebe Grüße
      Sofia

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  6. Hey ihr,

    erstmal: richtig spannend, was ihr hier auf die Beine gestellt habt! Euer Beitrag zeigt sehr schön, dass Sexualkunde eben viel mehr ist als „nur ein bisschen Biologie“. Besonders stark finde ich, wie ihr die verschiedenen Ebenen miteinander verknüpft: vom historischen Rückblick über die Rolle der Scham bis hin zu didaktischen Tipps für den Unterricht. Gerade diese Mischung macht den Text lebendig und praxisnah – man merkt sofort, dass ihr euch sowohl mit Theorie als auch mit der Realität im Klassenzimmer beschäftigt habt.
    Besonders gelungen finde ich auch, wie ihr die Bedeutung von Sprache betont. Dass Begriffe wie „Schamlippen“ kritisch hinterfragt werden und ihr auf die Wichtigkeit klarer, wertschätzender Ausdrucksweisen eingeht, ist ein Punkt, der in vielen Materialien noch viel zu kurz kommt. Genauso spannend: euer Hinweis auf geschlechtergetrennten Unterricht und wie ambivalent die Schüler:innen das erleben. Ihr zeigt damit, dass Sexualkunde nicht nach einem bestimmten Schema abläuft, sondern dass Flexibilität und Fingerspitzengefühl gefragt sind.
    Sehr positiv ist außerdem, dass ihr die Perspektiven verschiedener Gruppen aufgenommen habt – Lehrkräfte, Eltern und Schüler:innen. Das gibt einen umfassenden Blick darauf, wie vielschichtig das Thema ist. Besonders die Umfrage mit der Klasse macht den Beitrag authentisch und zeigt, wie unterschiedlich Kinder mit Scham umgehen und was sie sich selbst wünschen. Auch die Einbindung der Elternarbeit finde ich sehr gelungen, weil dieser Aspekt oft übersehen wird, obwohl er in der Praxis entscheidend ist.
    Ein kleiner Kritikpunkt von meiner Seite: Der Text ist an manchen Stellen sehr ausführlich und wirkt dadurch fast schon überladen. Für Leser:innen, die sich schnell einen Überblick verschaffen wollen, wäre es hilfreich, wenn ihr die zentralen Kernbotschaften noch deutlicher herausstellt – zum Beispiel durch kurze Zusammenfassungen am Ende der Hauptkapitel oder mehr Visualisierungen. So würde die wichtige Botschaft eures Beitrags – wie man Scham im Unterricht reduziert und gleichzeitig Offenheit, Respekt und Wissen fördert – noch klarer und greifbarer herauskommen.
    Alles in allem habt ihr aber einen super wertvollen Beitrag geschrieben, der zeigt, dass Sexualkundeunterricht nicht peinlich oder oberflächlich sein muss, sondern im besten Fall ein echter Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung und Gesundheitsförderung ist. Vielen Dank. :)

    Ganz liebe Grüße, Jona

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    1. Hallo Jona,
      danke für deinen ausführlichen und wertschätzenden Kommentar und dein Feedback! Es freut uns, dass du unseren Beitrag als spannend und praxisnah wahrgenommen hast. Tatsächlich war es uns sehr wichtig, die theoretischen Aspekte, die für die Sexualkunde relevant sind, mit praktischen Tipps und Methoden zu unterfüttern, die eine angenehme Atmosphäre in Unterricht für alle ermöglichen. "Für alle" schließt natürlich sowohl Schülerinnen und Schüler, Lehrkraft und auch die Eltern ein, deshalb ist es schön zu lesen, dass du diese unterschiedlichen Perspektiven als positiv wahrnimmst. Tatsächlich wusste ich vor der Recherche für den Beitrag auch nicht, dass die Elternarbeit ein so wichtiger Aspekt ist, oder dass man als Lehrkraft sogar gesetzlich dazu verpflichtet ist, die Eltern über die Inhalte des Sexualkundeunterrichts zu informieren.
      Unsere Auseinandersetzung mit der Sprache war für uns wichtig, da Sprache unser Denken und Handeln beeinflusst, deshalb freut es uns, dass du diesen Teil für so gelungen hältst.
      Vielen Dank für deine wertvollen Hinweise zur Struktur des Textes. Eine solche Zusammenfassung am Ende jedes Kapitels würde unsere Kernbotschaften besser herausstellen. Auch mehr Visualisierungen würden unseren Text leserfreundlicher gestalten.
      Wir freuen uns sehr, dass unser Beitrag bei dir so gut ankommt und du auch etwas mitnehmen konntest.
      Ganz liebe Grüße zurück und nochmal ein riesiges Dankeschön für deine Gedanken!
      Hannah

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  7. Hallo zusammen,
    erst einmal möchte ich mich bei euch für die Themenauswahl eures Blogbeitrag bedanken. Sex und Sexualkundeunterricht sind nach wie vor oft schambesetzt. Oftmals ist eine der ersten Reaktionen auf meine Berufswahl (Biologielehrerin) ein Kommentar zum bevorstehenden Unterrichten von Sexualkunde und auch mir flößt der Gedanke daran etwas Respekt ein. Umso wichtiger sind Austausch, Aufklärung und die Aus- sowie Weiterbildung von Biologielehrkräften im Bereich der Sexualkunde und deren Vermittlung an Schüler und Schülerinnen (SuS).

    Doch nicht nur euer Thema, sondern auch eurer Blogbeitrag hat mir sehr gut gefallen. Ihr beschäftigt euch mit einer großen thematischen Bandbreite, sodass vermutlich jeder Leser neue, interessante Informationen für sich mitnehmen kann – von der Entstehung menschlicher Scham bis hin zu rechtlichen Grundlagen sowie der Verankerung in den Bildungsplänen der unterschiedlichen Schulmodelle. Positiv hervorheben möchte ich auch die Bereitstellung weiterführender Literatur sowie Hilfsangebote, sowohl für SuS als auch Lehrkräfte, die für den späteren Unterrichtsalltag wertvoll sind.

    Für mich persönlich sind die wichtigsten Aspekte für die Gestaltung eines möglichst schamfreien Unterrichts (zusätzlich zu grundlegenden Aspekten wie das Aufstellen von Regeln oder sensibler Sprache), das individuelle Eingehen auf die jeweilige Klasse und ihre Interessen sowie die damit verbundene Spontanität der Lehrperson. Grund hierfür ist die maßgebliche Bedeutung von Interessen für Lernvorgänge. Wie von euch bereits erwähnt, sollte der Sexualkundeunterricht ohne jegliche Leistungsnachweise erfolgen, sodass der Lehrkraft thematisch etwas mehr Freiraum zur Verfügung steht. Im Sinne der Interessenförderung kann den SuS somit Autonomieerleben durch das Mitentscheiden der Themenwahl ermöglicht werden, bspw. durch die von euch angesprochene anonyme Zettelbox. In meinem Orientierungspraktikum bereitete die Lehrperson aufgrund einer Schülerfrage aus einer solchen Zettelbox z. B. einen Unterrichtsteil zu Beziehungen mit größerem Altersunterschied (rechtliche Grundlagen, Machtgefälle, etc.) vor. Dies wurde von den SuS sehr geschätzt und wirkte förderlich auf die Atmosphäre der nachfolgenden Stunden. Auf diese Weise hebt sich der Sexualkundeunterricht auch deutlich vom „normalen“ Unterricht ab, was die Schambarriere meiner Meinung nach weiter verkleinern kann. Selbstverständlich sind Themen wie Präventionen, Geschlechtsorgane oder Pubertät aus dem Sexualkundeunterricht aber nicht weg zu denken.

    Allerdings hätte ich mich im Hinblick auf eure Leitfrage über einen konkreten Unterrichtsentwurf gefreut, da sich der Übergang von den theoretischen Inhalten hin zur Praxis oft als schwieriger gestaltet als gedacht. Die Gestaltung eures Blogs hätte an manchen Stellen durch die Benutzung von Farben und Symbolen etwas ansprechender sein können - im Vergleich zum überzeugenden Inhalt ist dies für mich jedoch zweitrangig.

    Liebe Grüße
    Naemi

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    1. Hallo Naemi,
      vielen Dank für deine tolle Rückmeldung. Man kann richtig merken, dass du dich mit unserem Blogbeitrag auseinandergesetzt hast. Ich hoffe sehr, dass wir deine Sorge vor dem Unterrichten der Sexualkunde etwas reduzieren konnten. Uns war die von dir erwähnte große thematische Bandbreite tatsächlich auch sehr wichtig. Wir wollten den Sexualkundeunterricht nicht einseitig sondern aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. Es freut uns, dass dies auch so beim Lesen angekommen ist.
      Toll finde ich auch, dass du deinen wichtigsten Aspekt herausgearbeit hast. Du hast Recht - das individuelle Eingehen auf die verschiedenen Klassen mit ihren jeweiligen Interessen ist von hoher Wichtigkeit. So persönlich das Thema "Sexualität" für jeden Menschen ist, so individuell muss die Lehrkraft auch den Unterricht für die Schülerinnen und Schüler gestalten. Es ist immerhin eines der persönlichsten Unterrichtsthemen unserer Schule. Richtig schön, dass du das schonmal in der Praxis bei einer anderen Lehrkraft beobachten konntest.

      Vielen Dank auch für deinen konstruktiven Kritikpunkt. Ich verstehe, dass ein konkreter Unterrichtsentwurf anschaulich gewesen wäre und den Übergang von Theorie zur Praxis vereinfacht hätte. Tatsächlich war es uns aber auch wichtig, nicht eine Musterlösung für dieses Thema (die es auch nicht gibt) bereitzustellen, sondern vielmehr verschiedene Werkzeuge mit an die Hand zu geben, die Lehrkräfte eine Erleichterung bei dem Unterrichten dieses Themas ermöglichen. Zudem wäre ein konkreter Unterrichtsentwurf auch wieder viel Theorie, da die Anwendung in der Praxis je nach Klasse ganz anders aussehen würde. Denn das individuelle Eingehen auf die Schülerinnen und Schüler sieht je nach Klasse anders aus und muss auf diese abgestimmt sein. Aus diesen Gründen hatten wir uns nicht für einen konkreten Unterrrichtsentwurf entschieden. Dennoch können wir deine Gedanken gut nachvollziehen.

      Vielen lieben Dank nochmal für deine tolle und bereichernde Rückmeldung!

      Liebe Grüße
      Sofia

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    2. Hallo Naemi,
      vielen Dank für deine tolle Rückmeldung. Ich hoffe sehr, dass wir deine Sorge vor dem Unterrichten der Sexualkunde etwas reduzieren konnten. Uns war die von dir erwähnte große thematische Bandbreite sehr wichtig. Wir wollten den Sexualkundeunterricht nicht einseitig, sondern aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. Es freut uns, dass dies auch so beim Lesen angekommen ist.
      Sehr schön, dass du deinen wichtigsten Aspekt herausgearbeitet hast. Das individuelle Eingehen auf die verschiedenen Klassen mit ihren jeweiligen Interessen ist von hoher Wichtigkeit. So persönlich das Thema "Sexualität" für jeden Menschen ist, so individuell muss die Lehrkraft den Unterricht für die Schülerinnen und Schüler (SuS) gestalten. Toll, dass du das in der Praxis bei einer anderen Lehrkraft beobachten konntest.
      Danke auch für deinen konstruktiven Kritikpunkt. Tatsächlich war es uns wichtig, nicht eine Musterlösung für dieses Thema bereitzustellen, sondern vielmehr verschiedene Werkzeuge mit an die Hand zu geben, die Lehrkräfte eine Erleichterung beim Unterrichten ermöglichen. Zudem wäre ein konkreter Unterrichtsentwurf wieder viel Theorie, da die Anwendung in der Praxis je nach Klasse ganz anders aussehen würde. Denn das individuelle Eingehen auf die SuS sieht je nach Klasse anders aus und muss auf diese abgestimmt sein. Daher hatten wir uns gegen einen konkreten Unterrichtsentwurf entschieden.

      Vielen Dank nochmal für deine tolle und bereichernde Rückmeldung!
      Liebe Grüße
      Sofia

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  8. Hallo zusammen,

    Um den Elefanten im Raum loszuwerden, ich finde das von euch gewählte Thema sehr gut, noch besser war aber eure Umsetzung im Blogbeitrag. Sowohl auf der Gestaltungsebene sowie auf inhaltlicher war dieser sehr ansprechend. Das Thema ist fast schon ein kollektives Erlebnis von Lehrpersonen, wie sich auch aus den anderen Kommentaren herauslesen lässt.
    Daher fände ich, vor allem folgende Punkt(e) für mich sehr wichtig und gut herausgehoben in eurem Blogbeitrag (noch mehrere aber keine Zeichen mehr):

    Die Eingrenzung des Scham Begriffes in seinen Bedeutungen.

    Die von euch besprochenen Ansätze mit ihren Wirkungen.

    Die Gesundheitskompetenzen, die gefördert werden sollten, da dies bei euch sehr übersichtlich dargestellt werden, falls man auf diese mal zurückgreifen muss oder um sich diese wieder zu vergewissern.

    Das Sexualkunde in seiner Ausführung vor allem, sowohl in der Gestaltung als auch Anwendung, stark auf der Lehr-Lern-Person Dynamik basiert und diese sich am besten aus dem jeweiligen individuellen Verhältnis zwischen diesen erstellen lässt, was sich im späteren Interview mit der Lehrperson auch herauskristallisierte. In diesem Abschnitt kam auch eine der größeren Überraschungen für mich selbst, da hier eher für eine gleichgeschlechtshomogene Gruppe geworben wird als eine Heterogene. Dies spiegelte sich auch später in euerem Beitrag wider unter dem Aspekt, dass ¾ der Schüler homogene Gruppen bevorzugen würden.

    Dies überraschte mich da ich den Eindruck hatte das heterogene Gruppen sinnvoller erscheinen. Die Auseinandersetzung mit den Themen in homogenen Gruppen erschient durch aus sinnvoll, das spezifische Themen dort mit den direkt betroffenen behandelt werden können. Des Weiteren könnten die homogenen Gruppen eventuelle Schamfaktoren auflösen, die ansonsten entstehen könnten?

    Der Anwendungsgedanke im Unterricht, der mir beim Lesen vorschwebte, wäre einer nach der Experten-Aufgaben Methode. Zuerst werden kleiner Heterogenegruppen erstellt. In diesen werden von allen beteiligen fragen gestellt und gesammelt. Danach bilden sich Homogenisierte Expertengruppen (Also nach dem Geschlecht getrennt) in diesen werden die jeweils zuvor erstellten Fragen und weitere geklärt, bzw. könnten diese durch die den Inhalt beantwortet werden oder durch die Lehrperson. Danach würde wieder in die Heterogenen Gruppen zurückgefunden werden und die Ergebnisse ausgetauscht. Die Grundlegende Idee ist ein Austausch zwischen den SuS, anstatt ein, Gruppe A redet über A und B und Gruppe B über B und A, wenn doch gleich Gruppe A einfach mit Gruppe B kommunizieren könnte, offensichtlich nach dem Inhaltinput. Da doch eben das Auseinandersetzen miteinander darüber, Vorurteile oder Scham behaftete Themen aufzeigen kann, die aufgegriffen werden können, ohne dass die Lehrperson diese davor postulierte. In dieser Konstellation wäre die Lehrperson wiederum ein Moderator, womit der frontal Unterricht vermieden werden könnte.

    Vielen Dank für den Blogbeitrag, es war mir ein Vergnügen ihn zu lesen.

    Liebe Grüße,
    Julian

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  9. Liebe Hannah, Kathrin und Sofia,

    die Fragestellung finde ich direkt interessant, da ich mich schon öfter darüber nachgedacht habe, wie man dieses Thema gut im Unterricht behandeln kann. Daher habe ich mir euren Beitrag sofort durchgelesen. Manchmal wirkt das Thema zunächst so groß wie ein Elefant. Durch der eurer klaren Struktur lässt sich der Text sehr flüssig lesen. Jedoch wären Bilder hielfreichum das Thema evtl greifbarer zu gestalten

    Zu Beginn liefert ihr einen historischen Hintergrund, durch den konnte ich viel erfahren , wie und warum das Schamgefühl entstanden ist. Außerdem halte ich es für wichtig, im Unterricht ein Verantwortungsbewusstsein zu schaffen. Ebenso sollten mögliche Risiken wie frühe Schwangerschaften, Geschlechtskrankheiten oder Machtmissbrauch thematisiert werden. Ein gut gestalteter Sexualkundeunterricht hilft Schülerinnen und Schülern, ihre eigenen Grenzen kennenzulernen und selbstwirksam zu stärken.

    Die praktischen Tipps gefallen mir ebenfalls sehr, zum Beispiel euer Vorschlag eines Verhaltensvertrags. Vielleicht könnten die Schülerinnen und Schüler dabei mitentscheiden, welche Regeln ihnen wichtig sind, um offener über das Thema sprechen zu können.

    Das Interview mit der erfahrenen Biologielehrkraft macht den Blogbeitrag persönlich. Ihr liefert praxisnahe Perspektiven und erprobte Methoden – etwa wie man eine homogene Gruppe unterrichtet, eine Fragenbox einsetzt oder Arbeitsblätter gestaltet, um Schamgefühle abzubauen.

    Neben diesen Punkten finde ich auch die Hilfestellungen durch verschiedene Trägerschaften eine wertvolle Ergänzung, da sie aus unterschiedlichen Kontexten berichten und das Thema abrunden.

    Zudem halte ich es auch wichtig , das Thema sexueller Machtmissbrauch in sozialen Medien aufzugreifen: Wie können Schülerinnen und Schüler solchen Missbrauch erkennen und welche Gegenmaßnahmen gibt es? Heutzutage tauchen immer wieder falsche Profile auf, die Heranwachsenden schaden können. Was denkt ihr darüber? Ist diese Art der Präsentation notwendig, um Schülerinnen und Schüler auf die Gefahren im Internet im Hinblick auf sexuellen Missbrauch vorzubereiten?

    Insgesamt hat mir euer Beitrag gut gefallen und ich habe viel Neues gelernt. Vielen Dank dafür!
    Sofia Valeri

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  10. Hallo zusammen,
    Vielen Dank für euren Beitrag zum Sexualkundeunterricht. Ihr sprecht dabei ein wichtiges Thema an, das aber sowohl bei Schülern, aber auch teilweise bei Lehrkräften mit Scham behaftet ist. Besonders gut finde ich die theoretischen Hintergründe (z. B. Scham als historisch gewachsenes, aber auch Gefühl das dem Selbstschutz dient) und die konkreten Handlungsempfehlungen für den Unterricht. Es wird deutlich, dass es nicht darum geht Scham einfach abzuschaffen, sondern einen Unterricht zu schaffen in denen Schülern ihre Grenzen kennenlernen, und gleichzeitig Fragen stellen ohne Angst zu haben.
    Sehr gut finde ich die Tipps für die praktische Durchführung im Unterricht, die helfen ein möglichst Angenehmes Unterrichtsklima zu schaffen, beispielsweise offene Sitzordnung wie Stuhlkreise die die Atmosphäre entspannen sollen. Vor allem aber finde ich die Idee mit der anonymen Fragenbox sehr gut, die besonders für Schüler mit Hemmungen hilfreich sein kann Fragen zu stellen. Auch die Empfehlung den Unterricht humorvoll zu gestalten klingt für mich sinnvoll, wenn man gemeinsam über etwas lachen kann wird das Thema weniger peinlich und die Angst der Schüler schwindet. Auch eure Gedanken zur Sprache find ich interessant. Mir ist bisher nicht bewusst gewesen wie Begriffe wie „Schamlippen“ das Bild von Körperteilen beeinflussen. Es ist also wichtig wertfreie, biologische Begriffe zu verwenden, die vor allem altersgerecht an die Klasen angepasst sind. Es wird deutlich, dass die Lehrkraft immer abwägen muss wie man möglichst sensibel ein Thema ansprechen kann, wann es besser wäre vorsichtig abzubrechen oder ein Thema „auszuhalten“ damit sich die Klasse weiterentwickeln kann.
    Ich persönlich nehme besonders mit, dass ein der Sexualkundeunterricht wahrscheinlich nie schamfrei bleiben wird, aber durch besonders sensiblen und offenen Unterricht eine Atmosphäre geschaffen werden kann und muss, in dem die Schüler angstfrei Fragen stellen können, wichtiges gesundheitliches Wissen und Selbstbewusstsein entwickeln. Damit wird deutlich, dass Sexualkunde einen wichtigen Teil zur Persönlichkeitsbildung und Gesundheitsprävention leistet, und damit über den Biologieunterricht hinaus ein wichtiges Thema ist.
    Damit hat euer Beitrag geholfen, das Thema Sexualkunde nichtmehr als den drohenden „Elefanten im Raum“ zu sehen, sondern einen Anstoß gegeben die Schüler in einem sehr persönlichen und schambehafteten Bereich ernst zu nehmen und Wissen, Selbstbewusstsein und Kompetenzen für ihr späteres Leben mitzugeben. Am Ende habe ich noch eine Frage die für mich eine besondere Schwierigkeit im Bereich Sexualkundeunterricht darstellt und bei der mich eure Meinung interessieren würde ist: Wie schafft man es im Unterricht, Schüler*innen einzubinden, die sich komplett verweigern oder sichtbar überfordert sind?
    Liebe Grüße,
    Daniel E.

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