
Bildnachweis siehe im PDF-Dokument
Liebe Leserinnen und Leser,
das Beziehungsgeflecht zwischen den obigen Abbildungen spiegelt die Themenstellung unseres Blogbeitrages wider. Welche Assoziationen kommen euch beim Betrachten der Fotographien auf? Inwiefern könnt ihr diese in Zusammenhang mit dem Kontext des schulischen Lernens bringen? Notiert eure ersten Eindrücke und Ideen und strukturiert diese anschließend. Wie seid ihr hierzu vorgegangen: Welche Untergliederung habt ihr vorgenommen? Habt ihr zu einem Blatt Papier und einem Stift gegriffen, um eure mentalen Verknüpfungen zu visualisieren oder die Möglichkeit der digitalen Systematisierung in Anspruch genommen? Wie seid ihr mit der Methode zurechtgekommen; habt ihr nun das Gefühl, eure Gedankengänge differenzierter überblicken zu können?
Euch schwebt eine Vermutung vor, mit welcher Fragestellung wir uns näher beschäftigt haben? Ein Klick auf den folgenden Link deckt diese auf:
https://1drv.ms/b/s!AmzZK22gh8sMhBMkl4a21ogrwbxI?e=nCJY8j
Wir wünschen euch viel Vergnügen beim Lesen unseres Beitrages und sind auf eure Kommentare gespannt.
Viele Grüße
Franziska Ruf und Rainer Comisel 😀
Liebe Franziska, Lieber Rainer,
AntwortenLöschenVielen Dank für den spannenden und informativen Blogbeitrag! Das Einstiegsbild finde ich ansprechend und beim Anschauen war mir sofort klar, dass es um digitale Medien im Biologieunterricht geht. Ich finde es toll, dass ihr die digitalen Medien mit den Basiskonzepten der Biologie verbunden habt.
Ich selbst hatte zu meiner Schulzeit nur den Tageslichtprojektor und ab und zu einen Beamer oder Fernseher als digitale Medien im Unterricht. Bei meinem letzten Praktikum lief der Unterricht hauptsächlich über ein Active Board als Tafel. Anfangs war die Einarbeitung in das Programm etwas schwierig und hat auch viel Zeit in Anspruch genommen. Auf dem Active Board zu schreiben ist auch etwas ganz anderes, als auf einer Kreidetafel zu schreiben. Für die SchülerInnen ist die Verwendung von solch einem Active Board meiner Meinung nach auf jeden Fall von Vorteil. Ich selbst habe mit den SchülerInnen einer siebten Klasse (Sekundarstufe I) eine Abbildung einer pflanzlichen und einer tierischen Zelle beschriftet und anschließend einen Lückentext dazu ausgefüllt. Natürlich könnte man dies auch an einem Tageslichtprojektor machen, aber der Vorteil von einem Active Board ist, dass es wesentlich größer ist, als die kleine Lichtfläche des Tageslichtprojektors. Außerdem haben gerade die jüngeren SchülerInnen Spaß daran am Active Board zu schreiben.
An der Schule gab es außerdem noch einen Computerraum und zwei Tablet-Wägen. Hier war es also so, dass die Schule die Ausstattung gestellt hat (GYOD). Prinzipiell finde ich diese Variante auch besser. Wenn die SchülerInnen ihre privaten Geräte nutzen (BYOD) hat man als Lehrkraft das Problem, dass eventuell nicht alle SchülerInnen privat Geräte zur Verfügung haben. Außerdem hat nicht jede/r das gleiche Gerät und somit gibt es in der Klasse verschiedene Betriebssysteme, die man als Lehrkraft aber kennen sollte, um den SchülerInnen adäquate Hilfestellung bieten zu können. Noch dazu läuft nicht jedes Lernprogramm oder jede App auf jedem Betriebssystem, was es der Lehrkraft zusätzlich erschwert den SchülerInnen ein einheitliches digitales Lernangebot anzubieten. Natürlich ist es problematisch, dass die SchülerInnen die Geräte der Schule nicht zum Lernen mit nach Hause nehmen können. Vielleicht wäre es für die SchülerInnen gut, wenn sie eine Mischung aus beidem hätten. So könnten sie in der Schule mit den Geräten der Schule arbeiten und zu Hause (wem dies möglich ist) mit den privaten Geräten. Wobei auch bei dieser Variante Diejenigen benachteiligt wären, die zu Hause keine digitalen Geräte zur Verfügung hätten. Natürlich muss man als Lehrkraft auch bei dieser Variante darauf achten, dass die Geräte, beziehungsweise die Betriebssysteme und die verwendeten Programme/Apps miteinander kompatibel sind. Denkt ihr eine Mischung aus BYOD und GYOD wäre möglich?
Ich persönlich bin für den Einsatz von digitalen Medien im Biologieunterricht, wenn diese richtig und sinnvoll eingesetzt werden. Sie sind abwechslungsreich für die SchülerInnen und die Lehrkraft und bieten viele Möglichkeiten die SchülerInnen in ihrem Lernprozess zu unterstützen. Dennoch ist es meiner Meinung nach die Pflicht einer Lehrkraft, dass sie sich durch zum Beispiel Schulungen oder Fortbildungen das nötige Wissen aneignet, um die digitalen Medien im Unterricht richtig einsetzen zu können und auch den SchülerInnen den Umgang mit solchen beibringen zu können.
Liebe Grüße
Doreen Lindenmeyer
Liebe Doreen,
Löschenvielen Dank für deinen Kommentar und die Zusammenschau deiner bisherigen Erfahrungen mit digitalen Medien innerhalb des Unterrichtsgeschehens. Zu meinen Schulzeiten lag eine ähnliche mediale Ausstattung wie bei dir vor: Die Lehrpersonen griffen vorwiegend auf den Overheadprojektor und die analoge Tafel zurück. Es stand eine begrenzte Anzahl an Beamern für das gesamte Lehrerkollegium zur Verfügung, welche vorrangig für das Abspielen von Präsentationen und Filmen benutzt wurden. Interaktive Whiteboards waren in zwei Klassenzimmern positioniert, wurden jedoch selten in ihrem vollem Umfang eingesetzt (meistens substituierende bis augmentierende Funktion). Smartgeräte wie Smartphones und Tablets waren im Rahmen schulischen Lernens ebenso noch kaum von Relevanz. Dem sei allerdings anzumerken, dass sowohl der gegenwärtige technische Entwicklungsstand als auch der Grad, in welchem sich eine Integration digitaler Medien in die Unterrichtspraxis zunehmend etabliert, bereits vorangeschritten sind im Vergleich zu den Jahren, in denen ich das Gymnasium besuchte (Abitur 2016). Die rasante Veränderungsdynamik technischer Erscheinungen vermag sich zuweilen für die Unterrichtsplanung als herausfordernd erweisen ‒ hat sich beispielsweise die konkrete Umsetzung eines spezifischen digitalen Mediums bewährt, ist dieses in seinen Funktionen schon weiterentwickelt oder durch eine ganz anderes neuartiges ersetzt worden. Inwieweit sollte daher euer Meinung nach eine Lehrperson aktuelle Weiter- und Neuentwicklungen (digitaler) Medien stets bei ihrer Unterrichtsgestaltung berücksichtigen und sich in diesem Zusammenhang gleichermaßen die jeweils erforderlichen technischen als auch die technologiebezogenen fachdidaktischen Kenntnisse aneignen? Bardo Herzig (2014) stuft die Ausbildung „einer offenen und gegenüber technischen wie didaktischen Entwicklungen aufgeschlossenen Grundhaltung sowie entsprechender medienpädagogischer Kompetenzen“ ‒ und zwar „über alle Ausbildungsphasen von Lehrkräften hinweg […] (Studium, Vorbereitungsdienst, Berufseinstiegsphase, Fort- und Weiterbildung)“ ‒ als Voraussetzung dafür ein, dass die lernunterstützende Funktion digitaler Medien überhaupt erst zum Tragen komme (S. 23). Inwiefern fühlt ihr euch dementsprechend bedingt durch euer Studium auf die schulische Verwendung digitaler Medien, auf digitalisierte Unterrichtsprozesse (zum Beispiel kontinuierlicher Rückgriff auf digitale Endgeräte vonseiten der SuS wie Tablets für die Erstellung von Mitschrieben, die Benutzung digitaler Schulbücher und die digitale Bearbeitung von Schulaufgaben) oder gar digitales Unterrichten (zum Beispiel über virtuelle Klassenzimmer wie es im letzten Schuljahr teilweise gefragt war)?
Interessant wäre sicherlich ein Einblick in die momentane technische Ausstattung meines ehemaligen Gymnasiums; denn ich konnte in Bezug auf weitere Schulen durchaus Unterschiede ausmachen, die von einer Bestückung nahezu aller Klassenzimmer mit Beamern und (interaktiven) Whiteboards (welche oftmals ihren Funktionen entsprechend modifizierend oder gar redefinierend verwendet wurden) bis hin zu Bedingungen reichen, wie sie mir aus meiner eigenen Schulzeit bekannt sind. Um die verschiedenen technischen Schulstandards einander anzugleichen, wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung der DigitalPakt Schule entwickelt, bei dem beispielsweise eine finanzielle Förderung von Klassensätzen an mobilen Endgeräten (GYOD) in einem limitierten Maß beantragt werden kann. Dies ist allerdings nur möglich, wenn ein individuelles digital-pädagogisches Schulkonzept nachweisbar ist, dessen Erarbeitung wiederum der Schaffung spezifischer schulinterner Organisationsstrukturen bedarf. Im Rahmen der Corona-Hilfe II sollen darüber hinaus finanzielle Mittel bereitgestellt werden, um SuS mit persönlichen Endgeräten auszustatten, wenn ihnen in ihrem Zuhause kein Zugang zu solchen gegeben ist (‚abgewandeltes‘ GYOD/BYOD). Eine Kombination aus BYOD und GYOD, wie du es geschildert hast, sollte nun demzufolge durchaus realisierbar sein.
Viele Grüße
Franziska Ruf
PS: Wir freuen über zahlreiche weitere Kommentare, gerne auch zu den Besonderheiten der Basiskonzepte.
LöschenQuellen (für Interessierte zum Nachlesen)
Bundesministerium für Bildung und Forschung. Was sollten Lehrkräfte beim DigitalPakt beachten, was ist zu tun? https://www.digitalpaktschule.de/de/lehrer-1707.php [16.08.2020].
Bundesministerium für Bildung und Forschung. Corona-Hilfe II. Sofortprogramm Endgeräte. https://www.digitalpaktschule.de/de/corona-hilfe-ii-sofortprogramm-endgeraete-1762.php [16.08.2020].
Herzig, B. (2014). Wie wirksam sind digitale Medien im Unterricht?. Gütersloh: Bertelsmann Stiftung
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AntwortenLöschenLiebes Blogger-Team,
AntwortenLöschenvielen Dank für euren bereichernden Beitrag!
Zu Punkt 3.1./2.: Wie ihr auch dargelegt habt, ist es besonders wichtig, die Sicherung als Unterrichtsabschnitt nicht zu kurz kommen zu lassen, vor allem dann, wenn fächer-/jahrgangsübergreifend gearbeitet wird. Um auf die Frage des „DNA-Fragezeichens“ zu antworten: Die Concept Map ist eine hervorragende Methode, mit der Schüler*innen direkt Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Aspekten erkennen und gleichzeitig einen Überblick über die gesamte Thematik erhalten können. Die Methode als Hausaufgabe aufzugeben kann dazu führen, dass die Übersichten weit auseinander gehen (inhaltlich oder auch vom Umfang her). Ich finde es passender, die Concept Map am Ende der Stunde als Zusammenfassung zu vervollständigen oder auch am Anfang der Stunde, als Erinnerung an die letzte Stunde. Dabei spielt es eine Rolle, wie daran gearbeitet wird: Die Partnerarbeit bietet sich in diesem Falle besonders an, da es um umfassende Übersichten geht. Dabei ist es meiner Meinung nach weniger wichtig, dass jeder Lernende vollkommen eigenständig arbeitet. Durch die Zusammenarbeit fallen mehr Zusammenhänge auf und gleichzeitig wird die soziale Kompetenz geschult, welche auch zu den Basiskonzepten zählt, in dem Falle zu den prozessbezogenen Kompetenzen (Kommunikation Informationen austauschen), vgl. Bildungsplan 2016 – Gymnasium, Biologie. So findet ein Austausch unter Schüler*innen statt, welcher später mit der Lehrperson weiter ausgeführt wird.
Ein weiteres Beispiel ist das Planen und Umsetzen einer Ausstellung. Natürlich handelt es sich hierbei um ein größeres Projekt. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass auch dies Vor- und Nachteile mit sich bringt. Wir hatten damals eine Ausstellung in Kooperation mit einer kroatischen Schule. Prozessbezogen wird viel und beansprucht, sowohl das eigene Beschaffen der Informationen als auch die Bewertung kamen dabei nicht zu kurz, allerdings verliert sich der Überblick des Erarbeiteten schnell, da durch das Einteilen in Expertengruppen das Interesse aller einzelnen Aspekte verloren geht. Jedoch kann dies durch einen Besuch der Ausstellung geändert werden. So tauschen sich Besucher mit den Teilnehmenden aus und es entsteht eine umfassendere Sicherung der Thematik, wie auch ein Meinungsaustausch. Biologische Ausstellungen könnten beispielsweise „Unser Blut“ oder für jüngere Klassen „Wer wohnt im Wald?“ sein. Dabei kann sowohl auf Fauna als auch Flora eingegangen werden; dies kann im entfernteren Sinne dazu beitragen, Schüler*innen neue Perspektiven zu verleihen, bspw. durch das Unterrichten im Wald (allg. Waldpädagogik).
Nun möchte ich noch mein Lob zu eurem Beitrag aussprechen. Er ist gut gelungen, was auch direkt an der detaillierten Ausarbeitung des Inhaltsverzeichnisses zu sehen ist! Zudem arbeitet ihr sehr eng mit der Literatur der Thematik, was dem Ganzen eine Seriosität verleiht. Schließlich ist auch eine graphische Aufarbeitung zu sehen, welche dem Beitrag eine angenehmere Weise des Lesens verleiht: Durch Statistiken (Tabellen) lassen sich Informationen schneller aufnehmen und nachvollziehen. Ansprechend wird der Beitrag auch durch die Bildchen, welche ihr gezielt eingesetzt habt! 😊
Liebe Grüße
Konstantinia
Liebe Konstantinia,
Löschenvielen Dank für deine Rückmeldung zur Gestaltung unseres Blogbeitrages sowie für deine darüber hinaus gehenden Anregungen bezüglich der Visualisierung mental geknüpfter Querverbindungen zwischen biologischen Sachverhalten.
Es bietet sich an, zur Organisation und Erstellung der von dir skizzierten Ausstellung auf digitale Medien zurückzugreifen. Neben den von dir bereits erwähnten prozessbezogenen Kompetenzen (Erkenntnisgewinnung, Kommunikation, Bewertung) würden die SuS auf diese Weise ebenso in verschiedenen digitalen Kompetenzen (vgl. KMK, 2017, S. 16‒19) geschult werden, beispielsweise im Zusammenhang mit folgenden Tätigkeiten:
- Bereich „Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren“: Recherchieren, strukturiertes Sammeln und adäquates Weiterverwenden von fachlichen Informationen aus digitalen vertrauenswürdigen Quellen, welche die SuS für die Planung und Erstellung ihrer jeweiligen konkreten Gruppenarbeit benötigen;
- Bereich „Kommunizieren und Kooperieren“: zusätzliche Nutzung von digitalen neben analogen Kommunikationswegen, um Ideen zur eigenen Projektarbeit zu sammeln, festzuhalten und zu erweitern sowie sich gleichzeitig über den Entwicklungsfortschritt anderer Gruppen zu informieren und auszutauschen (wobei hierbei die analoge Kommunikation und Interaktion der SuS sicherlich einen größeren Stellenwert einnimmt bzw. einnehmen sollte);
- Bereich „Produzieren und Präsentieren“: Strukturierung, Planung und Umsetzung einer analogen Arbeit unter der Mithilfe digitaler Angebote oder einer gänzlich digitalen Arbeit, welche dabei auf einen bestimmten biologischen Teilaspekt fokussiert wie beispielsweise die Erarbeitung eines Übersichtsplakates, eines Erklärvideos, einer Kurzpräsentation, eines biologischen Modells oder einer Schemazeichnung; Achten der Lernenden bei der Erstellung auf einen zulässigen Umgang mit rechtlichen Vorgaben (z. B. Berücksichtigung von spezifischen Urheber-, Nutzungs- und Persönlichkeitsrechten);
- Bereich „Schützen und sicher Agieren“: sicherer und verantwortungsvoller Umgang der SuS sowohl mit den jeweils benutzten digitalen Angeboten als auch mit den zusammengetragenen fachlichen Daten und den fertiggestellten Arbeiten;
- Bereich „Problemlösen und Handeln“: gezielter Rückgriff der Lernenden auf das digitale Medium bzw. die digitale Medien, welche(s) sich jeweils besonders gut für die Umsetzung ihrer Ideen eignet/-en; Ausbau der technischen Schülerkenntnisse im Umgang mit verschiedenen digitalen Medien
- Bereich „Analysieren und Reflektieren“: Reflektion der Vorzüge und Risiken des eigenen Medieneinsatzes während der Erarbeitungsphase.
Einen tiefergehenden Einblick in die Umsetzung einer solchen Ausstellung unter der Verwendung von Tablets bietet beispielsweise der Erfahrungsbericht von Sarah Ewerlin (2014, S. 241‒246).
Deine Idee, die Concept Maps zu biologischen Einzelphänomenen und den damit verbundenen Basiskonzepten in Partnerarbeit zu erstellen, um sich beim Verknüpfen der zahlreichen Wissenselemente gegenseitig zu ergänzen und somit zugleich die soziale Dimension miteinzubeziehen, finde ich eine passende Variation. Wird das kontinuierliche Erweitern der Concept Maps direkt in das Unterrichtsgeschehen eingeplant, so setzt dies im Falle einer digitalen Umsetzung das dauerhafte Vorhandensein von sowohl digitalen Erstellungsprogrammen wie CMap Tools und yEd Graph Editor als auch von digitalen Wiedergabemedien voraus. Damit eine Arbeit der SuS mit ihren erstellten Concept Maps auch bei ausbaufähigen technischen Schulbedingungen gewährleistet werden kann, kämen verschiedene Möglichkeiten (neben der Konzeption als Hausaufgabe) infrage, wie zum Beispiel
Löschen- die Verwendung mehrerer analoger Concept Maps im schulischen Unterricht zu verschiedenen biologischen Teilbereichen; neu hinzugekommene Aspekte könnten sodann zuhause von den Lernenden in ein digitales, weitreichender verzweigtes Concept Map übertragen werden;
- die Reduktion der Anzahl an individuell erstellten Concept Maps (beispielsweise anhand der von dir genannten Partnerarbeit, es würden dann nur noch die Hälfte des Klassensatzes an digitalen Endgeräten benötigt werden)
- die Benutzung eines gemeinsamen Concept Maps im Unterricht, das beispielsweise über den Beamer projiziert wird.
Habt ihr weitere Anregungen und Impulse zu unserer Blogthematik?
Viele Grüße
Franziska
Quellen (für Interessierte zum Nachlesen):
Ewerlin, S. (2014). Tablet-Einsatz in der Oberstufe. Ein Ausstellungsprojekt im Profilkurs Biologie. In J. Maxton-Küchenmeister & J. Meßinger-Koppelt (Hrsg.), Digitale Medien im naturwissenschaftlichen Unterricht (S. 241‒246). Hamburg: Joachim Herz Stiftung Verlag.
KMK [Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland] (2017). Bildung in der digitalen Welt. https://www.kmk.org/ fileadmin/Dateien /pdf/PresseUndAktuelles/ 2018/Digitalstrategie_2017_mit_Weiterbildung.pdf [13.08.2020].
Liebe Franziska, lieber Rainer,
AntwortenLöschendanke für diesen wertvollen Beitrag! Mit der von euch gewählten Thematik habt ihr direkt mein Interesse geweckt, da der Einsatz digitaler Medien im Schulunterricht viel diskutiert ist und sich in einem stetigen Wandlungsprozess befindet. Durch den Titel, das Einstiegsbild und die ansprechende Beschreibung, hattet ihr direkt meine Aufmerksamkeit.
Die „mehrperspektivische, vernetzte und vertiefte Herangehensweise an [biologische] Themen und Problemstellungen“ (KMK, 2020, S. 18), welche die Basiskonzepte ermöglichen, lassen sich durch eine Unterstützung durch digitale Medien besonders gut verinnerlichen. In eurem Beitrag vermittelt ihr die Wichtigkeit der Verknüpfung des Wissens durch diese Konzepte anschaulich und zutreffend. Besonders die didaktische Umsetzung vor dem Hintergrund der Studien John Hatties war neu und hilfreich für mich. So war mir beispielsweise bisher nicht bewusst, wie bedeutend die Kompetenzen und Haltungen der Lehrperson in diesem Zusammenhang sind.
Wenn ich an meine eigene Schulzeit zurückdenke (Abitur 2012), erinnere ich mich vor allem an den Einsatz der analogen Tafel, des Overheadprojektors und eines Radios. Die Fachräume für Naturwissenschaften waren bereits mit Beamern ausgestattet und in zwei großen Computerräumen konnten auch ab und an Recherchen im Internet durchgeführt oder Vorträge vorbereitet und präsentiert werden. Bis auf einen Visualizer – welchen wir in einem Wettbewerb gewonnen hatten – verfügte die Schule noch über keine Dokumentenkameras. In meinem Orientierungspraktikum, welches ich 2018 an einem Stuttgarter Gymnasium absolvierte, sah die Lage schon etwas anders aus. Ich begleitete beispielsweise einen Lehrer im Chemieunterricht, welcher seinen Unterricht komplett über ein Tablet steuerte. Außerdem waren die meisten Klassenräume mit Dokumentenkameras und Whiteboards ausgestattet. Die alten vertrauten Tageslichtprojektoren und analogen Tafeln gab es aber natürlich trotzdem noch. In den Bereichen der Schule, in denen die technische Ausstattung noch nicht weiterentwickelt werden konnte, standen zwei sogenannte „Medienkoffer“ zur Verfügung, welche man sich für ausgewählte Unterrichtsstunden ausborgen konnte. Inhalt eines solchen Sets waren Beamer, Laptop und Soundsystem. Dass diese Schule, sowie zahlreiche andere, noch nicht vollständig digitalisiert war, hatte natürlich vor allem finanzielle Gründe, weshalb das Bundesministerium für Forschung und Bildung den „DigitalPakt“ ins Leben gerufen hat (https://www.digitalpaktschule.de/de/lehrer-1707.php). Wie steht ihr zu dem DigitalPakt Schule? Wo seht ihr Gewinne und Schwierigkeiten dieses Projekts?
Auch die konkreten Anwendungsbeispiele für den Biologieunterricht haben mein Verständnis für den Einsatz der digitalen Medien im Schulunterricht erweitert. Insgesamt sind eure Ausführungen und Zusammenstellungen aufeinander aufbauend, in sich schlüssig und nachvollziehbar. Darüber hinaus habt ihr eine ansprechende Gestaltung gewählt. Die mit einem Fragezeichen markierten Impulsfragen und Denkanstöße haben das Lesen des Beitrags positiv beeinflusst, da die Bezüge zur eigenen Realität eine spannende Interaktion ermöglichen.
Euren Blogbeitrag zu lesen hat sich für mich wirklich gelohnt, da ich neue Erkenntnisse sammeln konnte, welche in meinem späteren Lehrerinnendasein sicherlich einen gewissen Mehrwert erzielen werden!
Danke und liebe Grüße
Josephine
Liebe Josephine,
Löschendanke für dein Feedback und die persönlichen Erfahrungen, die du mit uns geteilt hast! Es freut uns, dass du dir gut vorstellen kannst die teils neuen Erkenntnisse in deinem Berufsleben einzusetzen.
Tatsächlich habe ich sehr ähnliche Erfahrungen gemacht, was die Ausstattung meiner damaligen Schule angeht. Auch an meiner Schule bestand das übliche Inventar aus Tafel, Projektor, CD-Player und an guten Tagen sogar noch einem Fernseher. Beamer befanden sich nur in den 2 Computerräumen, die Platz für jeweils eine einzige Klasse boten und dann aber auch richtig voll waren, oder höchstens noch im „Filmraum“, der wie der Name schon andeutet dafür da war Filme vorzuführen und zudem mit VHS/DVD-Rekordern wohl Highend darstellen sollte. Was „moderne“ Geräte angeht, wäre die Aufzählung damit eigentlich schon beendet. Ältere Geräte wie z.B. Diaprojektor oder Schallplattenspieler waren jedoch auch noch vorhanden und konnten bei bestehendem Bedarf abgestaubt werden. Kurz gesagt hatte man immer das Gefühl, dass gerade so alles Notwendige vorhanden ist, das man braucht, aber eben auch nicht mehr. Das eigentliche Problem war aber gar nicht mal die Standardausstattung an digitalen Medien, sondern die Kompetenz vieler Lehrkräfte im Umgang mit ihnen. Es ging schon damit los, dass manche Lehrkräfte daran scheiterten die richtige Fernbedienung für das Gerät, das sie benutzen wollten, zu identifizieren. Dass auf Gerät und Fernbedienung derselbe Herstellername prangte und die Geräte untereinander eigentlich niemals vom selben Hersteller stammten, half anscheinend auch nicht weiter. Wurden Fernbedienung und Gerät dann richtig zugeordnet, ging es weiter zum nächsten Problem. Schließlich muss ja noch der passende Kanal eingestellt werden, damit der Fernseher auch anzeigt, was der Player gerade abspielt. Das eindrücklichste Erlebnis, das mir hier als Beispiel in Erinnerung geblieben ist, ist eine Deutschlehrerin, die vergeblich versucht hat uns einen Film zu zeigen. Es endete damit, dass sie ihren Mann, der auch Lehrer an dieser Schule war, holte und sie es mit vereinten Kräften letztendlich dann doch noch geschafft haben - nach einer halben Stunde. Oftmals waren solche Kraftakte aber auch gar nicht nötig und, wenn die persönlichen Gespräche dann doch zu eintönig wurden, erbarmte sich jemand von den Schülern, die sich als deutlich technikaffiner herausstellten, und half der Lehrkraft.
Solche Erfahrungen schreien förmlich nach dem „Digitalpakt“. Seit Mai 2019 ist dieser in Kraft und soll durch flächendeckende Finanzierung sicherstellen, dass zum einen die Schulen gut ausgestattet sind was digitale Medien betrifft und zum anderen die Lehrkräfte qualifiziert fortgebildet werden, sodass sie mit der Technik auch umgehen und diese in ihrem Unterricht verwenden können. Im Rahmen der Digitalisierung sollen für jede Schule in Deutschland bis zu 137.000 Euro und für jeden Schüler bis zu 500 Euro realisierbar sein (vgl. BMBF). Laut BMBF werden diese Fördermittel ausreichen. Schwierigkeiten werden vor allem darin liegen, dass selbst wenn die Fördermittel angekommen sind es noch Zeit brauchen wird, bis Geräte angeschafft und Lehrer fortgebildet worden sind und der angemessene Einsatz im Unterricht erprobt wurde. Außerdem müssen Kommunen bzw. Schulträger ihrem Antrag immer auch ein Konzept vorlegen, in dem unter anderem geregelt ist, wer sich eigentlich sobald die Technik vorhanden ist, um deren Support und Wartung kümmert. Der Bund finanziert diese Kosten nämlich nicht (vgl. BMBF).
Insgesamt lässt sich aber sagen, dass dies alles eher kleine Hürden sind und die Digitalisierung, wenn auch langsam, immer weiter voranschreitet. Gut erkennbar z.B. an der Schule an der ich 2017 mein Orientierungspraktikum absolvierte. Dort ging es nämlich um einiges schneller aufzuzählen was noch analog vorlag, als was schon alles digitalisiert wurde.
Danke nochmals für dein Interesse am Thema und liebe Grüße,
Rainer
Liebe Franziska und lieber Rainer,
AntwortenLöschenvielen Dank für euren interessanten und sehr aktuellen Blogbeitrag zu diesem wichtigen, aber auch umstrittenen Thema.
Ich finde eure Gestaltung mit den DNA-Fragezeichen sehr gelungen, da diese auch über das Gelesene hinaus zum Nachdenken und Reflektieren anregen. Außerdem gefällt mir gut, dass ihr viel mit Tabellen arbeitet, da diese für die LeserInnen sehr anschaulich und gut zu überblicken sind.
Eure Metapher „Spinnennetz“ als ganzheitliches Lernen gefällt mir gut, da es die vielen Verknüpfungen zwischen Themengebieten innerhalb eines Faches, aber auch fächerübergreifende Blickweisen verdeutlicht.
John Hatties „Meta-Metaanalysen“ waren mir neu und ich finde diese sehr spannend. Die Erkenntnis, wie effektiv einzelne digitale Medien im Unterricht einzugliedern sind, ist in der Praxis hilfreich und auch die gegenseitigen Abstufungen wie in eurer aufgezeigten Tabelle „Faktoren digitalen Lernens“. Allerdings denke ich, dass sich die Anwendungen nicht komplett pauschalisieren lassen, unter anderem, da dieselben Methoden bei SuS unterschiedliche Lerneffekte auslösen können.
In eurem Blogbeitrag sprecht ihr bereits die Zunahme von Interesse durch den Neuigkeitseffekt von digitalen Medien und den näheren Alltagsbezug an die Lebenswelt der SuS an. Wie beispielsweise aus der JIM-Studie hervor geht, benutzen heutzutage fast alle Jugendlichen häufig digitale Medien.
Letztes Semester haben wir in Humanbiologie II ein Experiment zum digitalen Lernen durchgeführt. Bei diesem haben wir den Lernerfolg und die Motivation von einem analogen Papiermodell und einem digitalen 3D Hirnmodell verglichen. Das Ergebnis war, dass das digitale Modell das Interesse und die Aufmerksamkeit bei der Nutzung deutlich besser auf sich ziehen konnte und das Wissen dadurch fester verankert wurde. Außerdem ist die Verwendung von digitalen Modellen sehr viel einfacher, da nicht, wie in diesem Beispiel, vorher die analogen Papiermodelle gebaut werden müssen. Des Weiteren wird durch die Anwendung digitaler Medien die Medienkompetenz gestärkt, welche heutzutage immer wichtiger wird.
Euer Vorschlag mit den Concept Maps finde ich sehr gut, da diese leicht umzusetzen sind und sich kontinuierlich fortsetzen und alle wichtigen Bereiche auf eine von den SuS selbst ausgewählte Weise zusammenfassen.
Für die außerschulische Lebenswelt der Jugendlichen finde ich die von euch angesprochenen Apps „CodeCeck“ oder „Lebensmittelscanner“ sehr sinnvoll, da diese eine bewusstere Lebensweise und Ernährung unterstützen.
In meiner Schulzeit hatten wir im Biologieunterricht fast keinen Kontakt zu digitalen Medien, allerhöchstens gelegentliche Filme. Ich bin der Meinung, dass sich dies mit der Zeit von alleine wandeln wird, da eine neue Lehrergeneration ausgebildet wird, welche selbst mit digitalen Medien aufgewachsen ist und diese auch immer mehr technische Möglichkeiten bieten (beispielsweise Augmentet Reality oder Virtuell Reality). Wie denkt ihr darüber?
Abschließend würde mich noch interessieren, ob ihr ein Problem an den digitalen Medien seht? Lehrkräfte sind gegebenenfalls eher dazu verleitet, Vorgänge nicht mehr in der Praxis anzuschauen, sondern auf die leichtere Anwendung von digitalen Medien zurückzugreifen. Sicherlich ist eine gute Kombination aus analogen und digitalen Medien sinnvoll, wie ihr auch am Ende eures Blogbeitrags ansprecht.
Liebe Grüße
Luca Simma
Hallo Luca,
Löschendanke für dein Feedback zu unserem Blogbeitrag, schön dass er dir gefällt!
Pauschalisieren ist in der Tat immer schwierig, egal um welches Thema es geht. Aber gerade wenn es sich um Lehren und Lernen handelt besonders, da hier sehr viele Individuen im Spiel sind, die verschiedene Fähigkeiten und Erfahrungen mitbringen und auf äußere Reize dementsprechend unterschiedlich reagieren. Deshalb werden die erzielten Lerneffekte von Schüler/in zu Schüler/in variieren und wohl nie exakt dieselben sein, auch bei digitalen Medien nicht. Man kann hier nur von der Gesamtheit sprechen und die Studien zeigen, dass digitale Medien durchaus positiven Effekt auf diese haben, wenn auch mehr oder weniger geringen. Der größte Effekt lässt sich durch eine Kombination von digitalen und analogen Medien erzielen.
Deine Erfahrungen, die du letztes Semester gemacht hast, spiegeln die aktuellen Erkenntnisse sehr gut wider. SuS sind durch ihren Alltag so gewöhnt an digitale Medien, dass ihnen der Umgang mit diesen leicht fällt und sie sich in einer vertrauten Situation wiederfinden. Kommt dann noch der Neuartigkeitseffekt hinzu, wird das Interesse bzw. die Aufnahmebereitschaft der SuS noch weiter erhöht. Wie in deinem Beispiel verdeutlicht, fällt so der Lernerfolg im Vergleich zu analogen Medien meist höher aus. Dass die Vorbereitungszeit bei digitalen Medien oftmals geringer ausfällt als bei analogen, ist ein netter Nebeneffekt, den man gerne mitnimmt. Aber auch bei digitalen Medien ist nicht alles Gold was glänzt. So sollte man sich beispielsweise als Lehrkraft nicht darauf verlassen, dass das interessante, neuartige Medium alleine schon irgendwie ausreichen wird um die Unterrichtsstunde zu füllen, oder gar die gesamte Unterrichtsstunde nur um das Medium drumherum planen. Wie in unserem Blogbeitrag erläutert, kommen die positiven Effekte eines digitalen Mediums erst dann voll zum Tragen, wenn es sinnvoll und zweckgemäß im Unterricht eingesetzt wird, also beispielsweise wenn es Möglichkeiten bietet, die sein analoges Pendant gar nicht geboten hätte. Als Schüler/in wiederum ist es natürlich verlockend das digitale Medium anders einzusetzen, als von der Lehrkraft vorgesehen. Die Gefahr, dass dies geschieht, ist eigentlich immer präsent, ganz besonders wenn man im Unterricht sein privates digitales Medium verwenden darf (siehe hierzu auch Gegenüberstellung BYOD und GYOD).
Auch zu meiner Schulzeit fiel der Kontakt mit digitalen Medien eher spartanisch aus (siehe Feedback an Josephine). Ich bin auch der Meinung, dass das Problem sich teilweise allein schon deswegen relativieren wird, weil wir in unserer Generation sehr viel mehr in Kontakt mit digitalen Medien gekommen sind und diese häufiger benutzt haben als unsere Lehrkräfte es damals taten, wobei es einige digitale Medien zu ihrer Zeit auch noch gar nicht gab. Allerdings sollten wir bedenken, dass zum einen unsere Lehrer damals vielleicht ähnlich technikbegeistert waren wie wir und es bloß mit der Zeit nachgelassen hat und zum anderen gerade der Bereich Technik rasante Sprünge hinlegt. Was heute noch Highend ist, ist morgen schon wieder veraltet. Ich denke es reicht schon aus, wenn man sich dessen bewusst ist und sich fortwährend weiterbildet, sei es privat oder beruflich, sozusagen am Ball bleibt. Dann werden wir irgendwann auch Augmented- oder Virtual Reality gewinnbringend im Unterricht einsetzen können und brauchen auch vor erst noch kommenden digitalen Medien bzw. digitalen Möglichkeiten keine Angst haben, sondern können sie als Chance sehen.
Auf eine tolle Zukunft und viele Grüße,
Rainer