Hey ihr Lieben!
Ist Zucker wirklich so ungesund, wie wir immer hören? In unserem Blogbeitrag schauen wir genauer hin: Was ist Zucker eigentlich, wo begegnet er uns im Alltag und warum reicht reines Ernährungswissen oft nicht aus, um unser Verhalten zu verändern? Außerdem beschäftigen wir uns damit, wie Gesundheitskompetenz gefördert werden kann und welche Rolle das Thema Zucker im Biologieunterricht spielen kann.
Neugierig geworden? Hier geht’s zu unserem Blogbeitrag rund um Zucker, Gesundheitsbildung und die Frage, wie aus Wissen tatsächlich gesundheitsbewusstes Handeln werden kann 🍪
Viel Spaß beim Lesen!
Cristin, Leonie, Tina und Laura
Hier gehts zum Blogbeitrag:
https://drive.google.com/drive/folders/1LTbaDsv3eVuMFlCyTGIsjrVjHXG34v5S?hl=DE
Hallo, Cristin, Leonie, Tina und Laura,
AntwortenLöscheneuer Blogbeitrag beleuchtet ein sehr relevantes Thema, was für uns als Gesellschaft in Zukunft wahrscheinlich immer präsenter werden wird. Darum finde ich es gut, dass ihr zu diesem Thema einen so ausführlichen Beitrag geschrieben habt. Insbesondere das Krümelmonster fand ich sehr originell.
Ihr habt super dargestellt, dass die reine Existenz von freien Zuckern kein Problem ist, sondern der Überkonsum davon, da er die Energiedichte von Nahrungsmitteln massiv erhöht. Zur Frage: Ich denke zugesetzten Zucker braucht man generell nicht, um zu überleben. Vor allem in Obst ist schon eine gute Menge an freiem Zucker, um den Energiebedarf zu decken. Zugesetzter Zucker dient wohl eher dem Geschmack. Vor allem in Süßgetränken ist das meiner Meinung nach ein Problem, da man gar nicht so richtig einschätzen kann, wieviel Zucker sie tatsächlich enthalten (wenn man nicht auf die Nährwertetabelle schaut).
Das große Problem am Zucker ist, denke ich, dass er oftmals extra in hoher Menge hinzugesetzt wird, weil sich das Produkt dann besser verkauft. Wie ihr geschrieben habt, hat der Mensch nämlich eine Vorliebe für süßen Geschmack und durch die hohe Verfügbarkeit heutzutage wird der Konsum dieser Lebensmittel normalisiert. Diese beide Faktoren begünstigen sich also gegenseitig. Das macht es so schwer eine zu zuckerreiche Ernährung umzustellen.
Wie ihr meint, hilft bloßes Wissen nicht dabei, seine Ernährung direkt umzustellen. Ich finde von euren Vorgestellten Strategien die verhältnispräventiven Ansätze am besten, weil wenn zuckerreiche Lebensmittel (zugesetzter Zucker) aus der Werbung verschwinden, durch eine Steuer teurer werden (und von großen Konzernen deshalb mit weniger Zucker neu produziert werden), dann ändert sich der gesamte gesellschaftliche Rahmen und die Normalisierung von viel zugesetztem Zucker in Lebensmitteln geht zurück. Warnhinweise sind wohl auch gut, aber ich denke persönlich, dass der Effekt eher klein ist, weil die Folgen (wie z.B. beim Rauchen) nicht direkt auftreten, sondern erst spät, und damit weniger greifbar sind.
Zuletzt finde ich es gut, dass ihr darauf hinweist, dass Gesundheitsbildung nicht bevormundend werden darf, sondern an der Selbstbestimmung orientiert sein muss. Und richtige Selbstbestimmung ist nur möglich, wenn über das Thema aufgeklärt und geredet wird.
PS: Ich würde mich sehr darüber freuen unter meinem Blog zum offenen Experimentieren Kommentare von euch zu erhalten, falls ihr noch welche zu schreiben habt.
Hey Elias, danke für dein Feedback, das freut uns sehr! Vor allem mit den Spätfolgen hast du absolut recht. Erkrankungen wie Diabetes Typ 2 werden in den letzten Jahren immer häufiger und gerade bei dieser Erkrankung kann man mit einer guten und zuckerarmen Ernährung sehr präventiv arbeiten. Länder wie Irland haben bereits eine Zuckersteuer für Softdrinks eingeführt, wodurch die zuckerhaltigen Getränke teurer werden. Ich finde gerade das einen spannenden Aspekt. Reduziert man dadurch wirklich den Konsum? Oder werden die Lebensmittel einfach „nur“ teurer? Ich denke, es wird nach wie vor genug Menschen geben, die sich diese Getränke leisten können, und genau deshalb ist die Aufklärung meines Erachtens auch so wichtig! Liebe Grüße Laura
LöschenHey Elias,
Löschenauch ich bedanke mich für dein aufschlussreiches Feedback. Ich stimmte dir vollkommen zu, dass sich der Teufelskreis zwischen den süßen Vorlieben der Menschen und der heutzutage hohe Verfügbarkeit zuckerhaltiger Lebensmittel immer weiter verstärkt und vor deren Konsum dadurch zunehmend normalisiert wird. Allerdings ist es nicht von heute auf morgen möglich, ein reflektiertes Konsumverhalten zu erlernen und im Alltag anzuwenden. Ich glaube deshalb, dass die Regierung mit der Einführung der Zuckersteuer genau hier ansetzten und durch höhere Preise ein Umdenken bei den Menschen anstoßen möchte. In diesem Zusammenhang finde ich auch Lauras vorheriger Kommentar sehr passend, dass es dennoch Menschen geben wird, die die entsprechenden Produkte trotz Preiserhöhung weiterhin konsumieren werden. Aber wusstest du, dass neuerdings auch sogenannte Zero-Getränke zu den besteuerten Produkten zählen soll, obwohl diese keinen klassischen Zucker, sondern „nur“ Süßstoff enthalten?
Falls du mehr erfahren willst, wieso das so ist, habe ich dir hier einen Link: https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/bundesregierung-zuckersteuer-ausweitung-100.html
Viele Grüße
Tina
Besonders gut gefällt mir an dem Beitrag, dass die zunächst sehr einfache Aussage „Zucker ist ungesund“ nicht einfach bestätigt oder widerlegt, sondern differenziert betrachtet wird. Dadurch wird deutlich, dass Gesundheitsbildung nicht darin bestehen sollte, SchülerInnen bestimmte Verhaltensweisen vorzuschreiben. Vielmehr sollten sie dazu befähigt werden, Informationen selbstständig zu beurteilen und auf dieser Grundlage eigene Entscheidungen zu treffen. Gerade beim Thema Ernährung finde ich diesen Ansatz wichtig, da die Einteilung in „gesund“ und „ungesund“ schnell zu einer pauschalen Bewertung von Lebensmitteln führen kann.
AntwortenLöschenPositiv finde ich außerdem, dass nicht nur das Wissen über Zucker betrachtet wird, sondern auch soziale, emotionale und gesellschaftliche Einflüsse auf das Ernährungsverhalten berücksichtigt werden. Werbung, Familie, Preise oder soziale Medien beeinflussen schließlich ebenfalls, was wir konsumieren. Dadurch wird deutlich, dass die Verantwortung für eine gesunde Ernährung nicht ausschließlich bei der einzelnen Person liegt. Auch die Gegenüberstellung der verschiedenen Ansätze der Gesundheitsbildung hat mir gefallen, da jeweils deutlich wird, welche Chancen, aber auch welche Grenzen diese haben.
Etwas weniger gut gefällt mir der Umfang einzelner Abschnitte. Einige Aussagen, beispielsweise dass Wissen allein nicht automatisch zu einer Verhaltensänderung führt oder dass verschiedene Ansätze miteinander kombiniert werden sollten, wiederholen sich. Hier hätte der Beitrag an manchen Stellen etwas gekürzt werden können. Dafür hätte ich den Einfluss von Social Media gerne noch stärker berücksichtigt. Gerade Jugendliche begegnen dort täglich Ernährungstrends, Werbung oder Aussagen darüber, welche Lebensmittel angeblich gesund oder ungesund sind.
Für die Umsetzung im Biologieunterricht am Gymnasium finde ich besonders die Arbeit mit echten Lebensmittelverpackungen sinnvoll. Die SchülerInnen könnten Produkte aus ihrem eigenen Alltag mitbringen und zunächst schätzen, wie viel Zucker darin enthalten ist. Anschließend könnten sie Zutatenlisten und Nährwerttabellen analysieren und die enthaltene Zuckermenge beispielsweise mit Zuckerwürfeln visualisieren. Spannend wäre auch ein Vergleich zwischen Produkten, die durch ihre Verpackung besonders gesund wirken, und ihrer tatsächlichen Zusammensetzung.
Darauf aufbauend könnten Werbeanzeigen oder Social-Media-Beiträge untersucht werden. Die SchülerInnen könnten analysieren, wie Lebensmittel dargestellt werden und welche Wirkung bestimmte Begriffe, Bilder oder Gesundheitsversprechen haben. Auch das vorgeschlagene Rollenspiel zur Frage, wer Verantwortung für einen gesundheitsförderlichen Zuckerkonsum trägt, halte ich für eine gute Idee. Dadurch müssen die SchülerInnen verschiedene Perspektiven einnehmen und erkennen, dass es auf diese Frage keine einfache Antwort gibt.
Insgesamt zeigt der Beitrag meiner Meinung nach gut, wie sich das Thema Zucker mit dem Alltag der SchülerInnen verbinden lässt. Besonders sinnvoll finde ich, dass nicht vermittelt wird, was SchülerInnen essen „sollen“, sondern dass sie lernen, Informationen kritisch zu hinterfragen und selbst zu einer begründeten Entscheidung zu kommen. Liebe Grüße
Vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar und besonders für deine Anregung, Social Media noch stärker einzubeziehen. Diesen Punkt finde ich sehr spannend, da Social Media einen immer größeren Einfluss darauf hat, wie Jugendliche Ernährung und bestimmte Lebensmittel wahrnehmen. Trends wie „What I eat in a day“, High-Protein-Produkte, „Clean Eating“ oder der Verzicht auf Zucker vermitteln teilweise gefährliche aber teilweise auch aufklärende Informationen. Da grundsätzlich jeder posten kann, was er für richtig hält, fehlt aber die objektive Prüfung der Informationen.
LöschenGerade deshalb könnte Social Media eine sinnvolle Ergänzung für die Umsetzung im Biologieunterricht sein. Schüler:innen könnten beispielsweise verschiedene Beiträge oder aktuelle Lebensmitteltrends analysieren und überprüfen, welche Aussagen zu dem, was sie im Biologieunterricht gelernt haben passen und wo eher gefährliches Halbwissen vermittelt wird. Dabei könnte auch thematisiert werden, wie InfluencerInnen, Werbung und Algorithmen unsere Wahrnehmung von Ernährung beeinflussen.
Besonders wichtig finde ich in diesem Zusammenhang auch das Thema Essstörungen. Die ständige Konfrontation mit vermeintlich „perfekten“ Körpern, Ernährungsvorgaben oder der Einteilung von Lebensmitteln in „gut“ und „schlecht“ kann einen problematischen Umgang mit Essen fördern. Genau deshalb sollte Gesundheitsbildung meiner Meinung nach nicht noch zusätzlichen Druck erzeugen oder Lebensmittel verbieten. Vielmehr könnte der Unterricht einen Raum schaffen, in dem solche Inhalte kritisch hinterfragt werden und deutlich wird, dass Ernährung individuell und von vielen verschiedenen Faktoren abhängig ist.
Danke für deine Anregung! Liebe Grüße Laura
Liebe Cristin, Leonie, Tina und Laura,
AntwortenLöschenmir hat euer Beitrag zum Thema wie ungesund Zucker wirklich ist sehr gut gefallen. Besonders eure übersichtliche und ansprechende Gestaltung und wie ihr euch so umfangreiche mit diesem Thema beschäftigt habt, ist mir sehr positiv aufgefallen.
Auch die Gegenüberstellung der verschiedenen Ansätze zur Gesundheitsbildung, ist euch toll gelungen. Besonders, dass ihr immer wieder einen Rückbezug zu eurem Kernthema Zucker schafft. Ebenso wie eure beschriebene Einbettung in eine Unterrichtseinheit des Biologieunterrichts.
Noch eine kleine Anmerkung zur Struktur: Wenn ihr in euerem Text Bezug zu Abbildungen oder einer Frage des Krümelmonsters nehmt, achtete vielleicht darauf, dass die Abbildung oder Frage in der Nähe des Absatzes ist, in welchem ihr euch darauf bezieht. Beispielsweise nehmt ihr gleich zu Beginn des Absatzes „Was ist eigentlich Zucker?“ auf Seite zwei Bezug zu der Frage des Krümelmonsters auf Seite drei. Das ist für den Lesefluss etwas verwirrend.
Ich finde euren Ansatz, dass Wissen allein nicht für eine Änderung unserer Essensentscheidungen reicht, sehr spannend. Mich hat beim Lesen sehr überrascht, wie stark unsere Essensentscheidungen von äußeren Faktoren beeinflusst werden. Das hätte ich nicht gedacht und es hat mich ein bisschen schockiert.
Zudem finde ich es sehr schockierend, dass Kinder und Jugendliche die Zielgruppe von Marketingstrategien für zuckerreiche Lebensmittel sind. Natürlich ist es für die Industrie am profitreichsten, allerdings braucht man sich dann kaum zu wundern, warum Kinder und Jugendliche oft zu zuckerreichen Lebensmitteln greifen.
Um selbstständig gute Gesundheitsentscheidungen zu treffen, kann es meiner Meinung nach schon reichen, wenn man seine Entscheidungen immer wieder aktiv hinterfragt: Kaufe ich dieses Produkt nur, weil es in der Werbung lecker aussah? Oder weil meine Freunde es ständig essen? Tue ich mir und meine Körper mit diesem Kauf etwas Gutes? Allerdings braucht man, um sich diese Verhaltensweise erstmal anzutrainieren auch einiges an Übung und das wird nicht von heute auf morgen funktionieren. Trotzdem glaub ich, dass dies ein guter Schritt sein kann, um bessere Gesundheitsentscheidungen zu treffen.
Um Schüler*innen im Alltag bei Gesundheitsentscheidungen zu unterstützen, sehe ich die kompetenz- und partizipationsorientieren Ansätze als am zielführendsten, da hierbei die Handlungskompetenz im Mittelpunkt steht. Dadurch können die Schüler*innen die Erfahrung machen, dass sie mit ihrem Wissen und bewussten Entscheidungen etwas bewirken können. Durch diese Selbstwirksamkeitserfahrungen ist auch die Wahrscheinlichkeit höher, dass das Gelernt in den Alltag mit übernommen wird. Trotzdem dürfen die wissensvermittelnden Ansätze nicht vernachlässigt werden, da das Wissen als Grundlage für die Handlungskompetenz benötigt wird.
Viele Grüße
Marie
Liebe Marie,
Löschenvielen Dank für deinen ausführlichen und wertschätzenden Kommentar! Ich finde deinen Gedanken zur Rolle von Werbung und den unbewussten Mechanismen bei unserer Essensentscheidungen sehr wichtig. Denn es ist wahr, dass uns im Alltag ständig äußere Einflüsse, Werbungen oder das Verhalten unserer Mitmenschen steuern. Wie du ebenfalls treffend schreibst, braucht es viel Übung dieses reflektiere Konsumverhalten zu erlernen, da es nicht von heute auf morgen funktionieren wird. Es ist jedoch der richtige Schritt hin zu einer fundierten Gesundheitskompetenz, ohne dabei in starre Verbote oder Stigmatisierung zu verfallen. Das ständige Vorzeigen von zuckerreichen Produkten, die gezielt an Kinder vermarktet werden, kann schnell zur pauschalen Bewertung und besonders zu hohem Druck führen. Deshalb finde ich deinen Gedanken zur Selbstwirksamkeit umso essenzieller. Durch kompetenz- und partizipationsorientiere Ansätze wird es Lernenden ermöglicht, mit ihrem Wissen etwas zu bewirken und solche Marketingstrategien kritisch zu durschauen, was die Chancen steigert das Gelernte auch im Alltag zu übernehmen. Wusstest du, dass beispielsweise Kinder, die Schulverpflegungsangebote nutzen, weniger Zucker zu sich nehmen und insgesamt ein gesünderes Essverhalten aufweisen? Falls du mehr dazu lesen möchtest hier ein Link: https://www.gemeinsamgutessen.de/service/aktuelles/schulverpflegung-veraendert-ernaehrungsgewohnheiten-von-kindern-positiv
Ganz liebe Grüße
Tina
Hallo zusammen,
AntwortenLöschenein sehr gelungener Beitrag, den ihr hier veröffentlicht habt!
Besonders gelungen finde ich die klare, rote Linie in eurem Aufbau. Die Einwürfe des Krümelmonsters halte ich für eine sehr gelungene Idee, sie lockern die Theorie auf und beim Lesen entstehen sofort eigene Denkprozesse zum persönlichen Zuckerkonsum. Die Infografiken und der direkte Bezug zum Bildungsplan runden das Ganze didaktisch super ab.
Beim Lesen ist mir ein Punkt besonders im Kopf geblieben: Eure Gegenüberstellung von individueller Schuld und strukturellen Rahmenbedingungen beim Zuckerkonsum.
Leider wird Gesundheitstheorie in Schulen immer noch als reines Disziplinfach unterrichtet. Zum Beispiel wird den Schülern gesagt, dass „an sich selbst arbeiten“ bedeutet, „ besser mit sich selbst klarzukommen“. Diese Formulierung ist frustrierend und beschämend für die Lernenden. Ihr habt sehr gut erklärt, warum ein solcher Ansatz viel zu eng gefasst ist.
Hierbei sehe ich eine große Chance für den Unterricht. Wenn wir im Bio- oder Sachunterricht den Fokus von der reinen Eigenverantwortung weg auf die Hintergründe, etwa darauf, wie Marketing funktioniert oder wie politische Maßnahmen wirken, richten, entlastet das die Schülerinnen und Schüler spürbar von persönlichem Schuldgefühl.
Man könnte diesen Gedanken sogar noch weiterführen und direkt auf die Schulkultur übertragen: Wenn die Schule gesundes Verhalten erleichtern will, muss sie auch konsequent handeln, z.B. durch den freien Zugang zu Trinkwasser, eine Überarbeitung des Pausenverkaufs oder Kooperationen mit der Schulmensa. So wird die Verhältnisprävention im Alltag direkt greifbar.
Als Impuls zur Ergänzung. Ihr deckt die theoretischen Modelle der Gesundheitserziehung hervorragend ab. Für die direkte Umsetzung im Klassenzimmer fehlt mir noch der sensible Umgang mit dem Thema im Unterrichtsgespräch. Sobald Kinder ihr mitgebrachtes Essen und ihre Verpackungen analysieren sollen, kann schnell ein Schamgefühl entstehen, welches negative Auswirkungen auf das soziale Klima innerhalb der Klasse haben kann. Besonders mit Blick auf unterschiedliche soziale Hintergründe oder Essstörungen. Hier wäre ein kurzer praktischer Hinweis, wie Lehrkräfte solchen Dynamiken professionell begegnen können, eine wichtige Ergänzung zu eurem Blogbeitrag.
Ich danke euch für diesen interessanten Blogbeitrag!
Liebe Grüße,
Paul
Lieber Paul, Danke für dein Feedback! Du hast absolut recht mit deinem Einwand, dass mitgebrachtes Essen zu Schamgefühl führen kann. Eine Idee, deren Umsetzbarkeit natürlich von vielen Bedingungen wie beispielsweise Klassengröße und Zugang abhängt, wäre ein Ausflug in den Supermarkt. Dort könnten Produkte direkt verglichen werden, die nicht aus den persönlichen Hintergründen der SuS stammen. Dort könnte neben den Produkten selbst auch die Werbeumgebung analysiert werden, die großen Einfluss auf Nahrungsentscheidungen hat. Natürlich kann die Lehrkraft auch einfach selbst Produkte mitbringen, so wird der Aufwand minimiert und dem sensiblen Thema aus dem Weg gegangen. Das Thema Essstörungen erfordert viel Fingerspitzengefühl und einfache Tipps gibt es leider nicht. Das Thema Zucker bietet die Möglichkeit darüber zu sprechen, wobei ein kurzer Nebensatz nicht ausreicht. Wichtig ist, dass aufgeklärt werden soll um zu prävenieren, ohne durch unsensible Sprache Schamgefühl auszulösen. Eine Unterrichtseinheit, die sich mit dem Thema beschäftigt soll auf jeden Fall Anlaufstellen für mögliche Betroffene beinhalten und auf Resilienzförderung abzielen. Wenn man sich die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes anschaut, haben sich die stationären Behandlungen von Mädchen zwischen 10 bis 17 Jahren seit 20 Jahren verdoppelt, was alarmierend ist. Ganz auffangen können wir Lehrkräfte diesen Trend natürlich nie, was wir können, ist sichere Räume zu schaffen.
LöschenGrüßle,
Leonie
Hallo zusammen,
AntwortenLöscheneuer Blogbeitrag hat mir sehr gut gefallen, weil Zucker ein Thema ist, mit dem wir jeden Tag zu tun haben. Gerade deshalb fand ich es spannend, dass ihr nicht einfach nur darauf eingeht, dass zu viel Zucker ungesund ist, sondern auch zeigt, warum wir trotzdem häufig zu zuckerhaltigen Lebensmitteln greifen.
Gut gefallen hat mir auch, dass ihr zunächst erklärt, was Zucker überhaupt ist. Ich glaube, vielen ist gar nicht bewusst, dass Zucker nicht einfach nur der klassische Haushaltszucker ist, sondern verschiedene Zuckerarten umfasst. Dadurch wird es umso schwerer, diesen in Lebensmitteln zu erkennen und man muss deutlich genauer hinschauen und sollte nicht einfach alle Zuckerarten über einen Kamm scheren.
Besonders spannend fand ich den Abschnitt über Werbung und unsere Lebensmittelumgebung. Ich finde es wichtig, dass ihr hier nicht nur die einzelne Person verantwortlich macht. Gerade Kinder und Jugendliche werden durch Werbung, günstige Produkte oder auch das Angebot in Schulen beeinflusst. Gerade als angehende Lehrerin ist daher wichtig, einen guten Einblick in das Thema zu haben, um den Schülerinnen und Schülern wenigstens eine möglichst gesunde Ernährung in der Schule zu ermöglichen und Aufklärung zu leisten. Daher haben mir eure Ideen für den Unterricht besonders gut gefallen. Vor allem das Rollenspiel finde ich interessant, weil die Schülerinnen und Schüler dadurch verschiedene Perspektiven kennenlernen und nicht nur gesagt bekommen, was gesund oder ungesund ist.
Eine Frage, die ich noch an euch hätte: Wie viel Verantwortung kann man eigentlich von Kindern und Jugendlichen für ihre Ernährung erwarten?
Ich finde, dass sie lernen sollten, bewusste Entscheidungen zu treffen und Werbung oder Lebensmittel kritisch zu hinterfragen. Gleichzeitig können sie aber viele Faktoren, wie das Angebot zu Hause, die Preise oder die Entscheidungen ihrer Eltern, kaum bis gar nicht beeinflussen.
Insgesamt finde ich euren Beitrag sehr gelungen, vor allem, da ihr das Thema Zucker nicht einfach in „gesund“ und „ungesund“ einteilt, sondern die verschiedenen Faktoren betrachtet, die unser Essverhalten beeinflussen. Dadurch wird das Thema meiner Meinung nach sehr realistisch dargestellt.
Liebe Grüße
Fanny
Hey Fanny, danke für dein Feedback! Genau das ist auch der Kernpunkt der modernen Gesundheitsbildung. Auf ernährungspolitischer Ebene wird nicht nur auf Verhaltensprävention, sondern auf eine Kombination von Verhaltens- und Verhältnisprävention gezählt. Statt dem Individuum die Verantwortung zu überlassen, soll auf gesellschaftlich-politischen Ebene die Ernährungsumgebung so gestaltet werden, dass gesundheitsförderliche Entscheidungen erleichtert werden. Das bedeutet konkret, dass Kinder und Jugendliche durch Aufklärung zur kritischen Hinterfragung von Lebensmitteln aufgeklärt werden sollen. Gleichzeitig wird berücksichtigt, dass deren Entscheidungen in einer Lebensmittelumgebung stattfinden, die sie nur begrenzt beeinflussen können. Die Verantwortung wird somit zwischen gesellschaftlich-politischen Rahmenbedingungen und persönlichem Verhalten aufgeteilt. Ein interessantes Beispiel für die Bedeutung von Verhältnisprävention zeigt ein Blick nach Chiapas in Mexiko. Dort wird seit Jahrzehnten ein außergewöhnlich hoher Coca-Cola Konsum beobachtet. Dabei spielen dort eine aggressive Marketingstrategie mit teils niedrigeren Preisen als Wasser, Verfügbarkeit und strukturelle Faktoren wie der erschwerte Zugang zu Trinkwasser eine Rolle.
LöschenHier eine spannende Studie zum Nachlesen (leider etwas älter): https://www.socialmedicine.info/index.php/socialmedicine/article/view/989/2023
Grüßle
Leonie
Hi zusammen,
AntwortenLöschenErst einmal großes Kompliment! Meiner Meinung nach habt ihr das Thema sehr anschaulich dargestellt und anschließend auch die Perspektive des Biologieunterrichts super beleuchtet.
Besonders interessant finde ich die im Beitrag aufgeworfene Frage, wie frei unsere Essensentscheidungen tatsächlich sind. Häufig wird beim Thema Ernährung sehr schnell die Verantwortung beim Einzelnen gesucht: Wer weiß, dass ein hoher Zuckerkonsum gesundheitliche Risiken mit sich bringt, müsste sich schließlich nur entsprechend verhalten. Der Blogbeitrag zeigt jedoch überzeugend, warum diese Sichtweise zu kurz greift. Essverhalten wird nicht nur durch Wissen bestimmt, sondern beispielsweise auch durch Gewohnheiten, Emotionen, das soziale Umfeld, Werbung und die Verfügbarkeit bestimmter Lebensmittel.
Gerade die Lebensmittelumgebung halte ich dabei für einen wichtigen Aspekt. Wenn stark zuckerhaltige Produkte günstig und nahezu überall verfügbar sind, prominent platziert und zusätzlich attraktiv beworben werden, findet die Entscheidung für oder gegen diese Produkte nicht unter völlig neutralen Bedingungen statt. Besonders bei Kindern und Jugendlichen stellt sich deshalb die Frage, wie viel Eigenverantwortung überhaupt vorausgesetzt werden kann.
Daraus ergibt sich für mich aber auch ein Spannungsfeld: Wie stark darf oder sollte der Staat eingreifen? Maßnahmen wie eine Zuckersteuer, Werbebeschränkungen oder Veränderungen des Lebensmittelangebots können die gesündere Entscheidung erleichtern. Der Beitrag nennt jedoch selbst politische und wirtschaftliche Konflikte als Grenze solcher verhältnispräventiven Maßnahmen. Meiner Meinung nach sollte es deshalb weder ausschließlich um staatliche Regulierung noch ausschließlich um individuelle Verantwortung gehen.
Besonders sinnvoll erscheint mir daher die im Beitrag beschriebene Kombination verschiedener Ansätze. Schule kann beispielsweise Wissen vermitteln und gleichzeitig SchülerInnen dazu befähigen, Werbung, Health Claims und Lebensmittelkennzeichnungen kritisch zu hinterfragen. Sie kann und sollte jedoch nicht kontrollieren, was SchülerInnen essen. Genau darin sehe ich eine wichtige Aufgabe moderner Gesundheitsbildung: nicht vorzuschreiben, was die „richtige“ Entscheidung ist, sondern Menschen dazu zu befähigen, möglichst selbstbestimmt und informiert zu entscheiden. Das erscheint mir langfristig hilfreicher als die vereinfachte Botschaft „Zucker ist ungesund“.
Grüße Jonas
Liebes Autorenteam,
AntwortenLöschenVielen Dank für euren spannenden und lehrreichen Blogbeitrag zum Thema Zucker. Besonders gut gefallen hat mir, dass ihr den Satz „Zucker ist ungesund“ Schritt für Schritt differenziert habt. Dabei habe ich die chemische Einordnung, die WHO-Empfehlungen und die didaktischen Konsequenzen für den Biologieunterricht besser kennengelernt.
Krümel als Erzählfigur finde ich sehr gelungen. Seine Denkanstöße lockern euren Blog auf und regen zum Mitdenken an. Dadurch macht es auch viel mehr Spaß den ganzen Blog zu lesen.
Besonders spannend fand ich den Abschnitt zu den unterschiedlichen Ansätzen der Gesundheitsbildung. Dass ihr wissens-, verhältnispräventive- und kompetenzorietierte Ansätze so klar gegenüberstellt und die Chancen und gleichzeitig auch die Grenzen benennt, macht das Konzept für den Unterricht sehr greifbar.
Das Rollenspiel im dritten Unterrichtsbaustein gefällt mir gut, um verschiedene gesellschaftliche Perspektiven erfahrbar zu machen.
Während dem Lesen kam mir die Frage, wie ihr im Unterricht konkret damit umgehen würdet, wenn bei der Analyse mitgebrachter Lebensmittelverpackungen auffällt, dass manche Schüler und Schülerinnen deutlich zuckerreichere Produkte konsumieren als andere Schüler und Schülerinnen. Gerade weil ihr selbst betont, dass Gewichtskontrollen oder persönliche Essgewohnheiten nicht Thema sein sollen, würde mich interessieren, wie ihr das umsetzen würdet, damit sich keine Schüler und Schülerinnen unwohl oder angegriffen fühlen.
Mir gefiel euer Blogbeitrag wirklich sehr gut und ich konnte auf jeden Fall noch Neues rund um das Thema Zucker dazulernen.
Liebe Grüße
Luisa
Liebe Luisa,
Löschenerstmal danke ich dir für dein freundliches Feedback. Es freut uns sehr, dass unser Beitrag dein Wissen erweitern konnte.
Deine Frage zeigt eine wichtige Herausforderung für uns LehrerInnen bei der praktischen Umsetzung. Wenn bei der Analyse der Lebensmittelverpackungen auffällig ist, dass sich die mitgebrachten Produkte hinsichtlich ihres Zuckergehalts deutlich unterscheiden, ist es wichtig, dass dies nicht als Bewertung des individuellen Ernährungsverhalten verstanden werden darf. Daher ist es wichtig, dass der Fokus im Unterricht nicht auf bestimmte Personen gelegt wird, sondern auf die Produkte.
Um dies zu erreichen, könnte man die Produkte am Anfang der Stunde zum Beispiel direkt einsammeln und alle auf einmal auf einem Tisch präsentieren. So wird vermieden, dass einzelne Personen bloßgestellt werden und man die Produkte zuordnen kann. Durch die Lehrkraft sollte dann nochmal klar gestellt werden, dass der hohe Zuckergehalt eines einzelnen Produktes keine Aussage darüber macht, ob sich eine Person insgesamt gesund oder ungesund ernährt. Den SchülerInnen soll ja bewusst werden, wie viel Zucker sich wirklich in ihren Produkten versteckt – man sieht es vielen Produkten ja oft nicht an und denkt, dass sie gesund sind aufgrund von den Aussagen wie „Reich an Protein“.
Ich hoffe, dass das deine Frage beantworten konnte.
Viele Grüße
Cristin
Hallo zusammen,
AntwortenLöschenvielen Dank für euren gelungenen Beitrag! Mit dem Thema Zucker beschäftige ich mich tatsächlich auch im Alltag immer wieder, da ich selbst versuche darauf zu achten, wie viel Zucker ich zu mir nehme. Den Titel „Zucker ist ungesund - oder?“ fand ich deshalb passend gewählt, weil man oft hört, dass Zucker schlecht für einen ist, obwohl sich das so allgemein gar nicht sagen lässt. Mir hat gut gefallen, dass ihr das Thema nicht nur auf die gesundheitlichen Folgen von Zucker beschränkt, sondern auch darauf eingeht, warum Menschen ihr Verhalten trotz vorhandenem Wissen nicht unbedingt ändern. Das hat mich beim Lesen über mein eigenes Verhalten nachdenken lassen. Nur weil ich weiß, dass ein Produkt viel Zucker enthält, heißt das nicht automatisch, dass ich mich dagegen entscheide.
Die Gestaltung fand ich ebenfalls sehr schön. Durch die Überschriften und Abbildungen bleibt der Beitrag trotz der vielen Informationen übersichtlich. Das Krümelmonster passt dabei gut zum Thema und lockert die eher wissenschaftliche Inhalte etwas auf. Interessant fand ich auch die Verbindung zum Biologieunterricht und die verschiedenen Ansätze zur Gesundheitsbildung. Für meinen späteren Unterricht nehme ich daraus mit, wie vorsichtig man bei Ernährungsthemen mit Bewertungen umgehen sollte. Ich würde vermeiden wollen, den Schüler*innen zu vermitteln, dass bestimmte Lebensmittel grundsätzlich „gut“ oder „schlecht“ sind. Mir wäre vielmehr wichtig, dass sie sich selbst mit ihrem Konsum auseinandersetzen und zu eigenen Entscheidungen kommen können.
Beim Lesen habe ich mich auch gefragt, wie unterschiedlich Schüler*innen auf eine solche Unterrichtseinheit reagieren würden. Schließlich kommt jede Person aus einem anderen Haushalt und bringt eigene Essgewohnheiten und Erfahrungen mit. Manche beschäftigen sich vielleicht schon viel mit Ernährung, während das Thema für andere kaum präsent ist. Für meinen eigenen Unterricht würde ich deshalb darauf achten, dass über den persönlichen Konsum gesprochen werden kann, ohne dass sich jemand für die eigene Ernährungsweise rechtfertigen muss. Gerade bei einem so persönlichen Alltagsthema fände ich einen offenen Umgang wichtig.
Alles in allem hat mir euer Beitrag gut gefallen und ich konnte einige interessante Gedanken daraus mitnehmen :)
Liebe Grüße
Kristina Tartakovski
Liebe Kristina,
Löschenich habe mich auch schon vor diesem Beitrag mit dem Thema Zucker viel beschäftigt. Oft habe ich mir Fragen gestellt wie „Wie gut tut es meinem Körper, wenn ich regelmäßig Zucker konsumiere?“ „Wie viel Zucker nehme ich im Alltag wirklich zu mir? – gerade der versteckte Zucker in vielen Lebensmitteln“. Auch wenn ich mittlerweile meinen eigenen Standpunkt zum Thema Zucker habe und vor allem meinen Süßigkeiten Konsum schon stark reduzieren konnte, greife ich hin und wieder zu Süßigkeiten.
Ich denke das Phänomen kennen viele: wenn ich mir etwas verbiete, will ich es um so mehr. Dazu habe ich eben nochmal recherchiert. Es gibt das Prinzip der Reaktanz, ein psychologisches Phänomen –„(…) eine Art innerer Widerstand, der entsteht, wenn Menschen das Gefühl haben, in ihrer Freiheit eingeschränkt oder bedroht zu werden. (Elena Matera, Wenn Verbote das Gegenteil bewirken)“. Verbiete ich mir also bestimmte Sachen, will ich sie um so mehr.
Aber es geht ja auch nicht darum, das Essverhalten zu steuern, sondern SchülerInnen zu befähigen, Produkte und gesundheitsbezogene Informationen kritisch zu beurteilen.
Wie die SchülerInnen auf eine solche Unterrichtseinheit reagieren, bleibt wohl abzuwarten, bis wir selbst vor der Klasse stehen. Eine Aufklärung sollte meiner Meinung nach aber stattfinden, da dieses Thema viel zu wichtig für unsere Gesundheit ist – vor allem für SchülerInnen, die von zu Hause noch keine Aufklärung bekommen haben. Um so wichtiger ist es, dass wir Lehrkräfte den Unterricht entsprechend sensibel vorbereiten und gestalten.
Viele Grüße
Cristin
Der Link zu meiner Quelle: https://www.deutschlandfunkkultur.de/reaktanz-verbote-psychologie-100.html
Liebe Cristin, Leonie, Tina und Laura,
AntwortenLöscheneuer Blogbeitrag hat ein wichtiges und interessantes Thema aufgegriffen. Er hat sehr gut über die verschiedenen Ansätze informiert und deren Zusammenhänge dargestellt. Besonders hervorgehoben wurde, dass die alleinige Anwesenheit des Zuckers nicht das Problem darstellt, da eben Zucker als Kohlenhydrat sehr wichtig für den Stoffwechsel ist. Das eigentliche Problem entsteht durch die Menge und die Art des Zuckerkonsums.
Gut gefallen haben mir eure vorgeschlagenen Ideen für die Unterrichtseinheit. Das Visualisieren des Zuckergehalts durch Zuckerwürfel ist eine hervorragende Möglichkeit, um die SuS in Erstaunen über die enthaltenen Zuckermengen zu versetzen. Auch das Analysieren von Nährwerttabellen und Werbeanzeigen ist ein praxisnaher Vorschlag. Das Rollenspiel hingegen verbindet auf spielerische Art und Weise den Alltag, das Fachwissen, aber auch das kritische Hinterfragen und Bewerten. Zusätzlich wird auch die Fähigkeit zum Perspektivwechsel gefördert.
Jedoch hätte ich mir hierbei noch mehr konkrete und zielführendere Anregungen für den Unterricht gewünscht. Welche Alternativen zum Zuckerkonsum gibt es? Für SuS ist es immer greifbarer, wenn diese nach der Stunde konkrete Handlungsoptionen im Kopf haben. Wer nun die Verantwortung für einen geregelten Zuckerkonsum trägt, ist sicherlich eine bedeutende soziale Frage, allerdings wäre es zusätzlich wichtig, den SuS konkrete Handlungsmöglichkeiten wie das Einschränken des Konsums gesüßter Getränke, der Umstieg auf Fruchtsaftschorlen oder das gemeinsame Herstellen zuckerfreier Gummibärchen aufzuzeigen.
Ihr meintet selbst, dass die SuS die Leitfrage „Zucker ist ungesund – oder?“ erörtern sollten. Hierbei könnte eine Pro/Contra-Diskussion hilfreich sein. Dabei werden konkrete Argumente für und gegen diese These gesammelt und auch schriftlich festgehalten. Dadurch wird ihnen konkret aufgezeigt, an welchen Stellen die These stimmt und an welchen sie eben auch ungenau ist.
Außerdem kann eine „Zuckeranalyse“ den SuS klar machen, in welchen Produkten natürlicher Zucker steckt und in welchen Zucker hinzugefügt wurde. Hierbei erkennen die SuS, dass es an mancher Stelle gar nicht möglich ist, auf Zucker zu verzichten, wie bei Obst und Gemüse. Zudem macht es einen Unterschied, ob man eine Orange isst oder eine Fanta trinkt.
Auch das selbstständige Reflektieren des eigenen täglichen bis wöchentlichen Zuckerkonsums durch ein Zuckertagebuch, ohne dieses im Plenum zu besprechen, um Bloßstellungen zu vermeiden, wäre eine handlungsorientierte Möglichkeit, um ihnen das eigene Verhalten bewusst zu machen.
Dennoch habe ich einiges aus eurem Blogbeitrag mitgenommen und könnte mir vorstellen, manche Ideen in meinen Unterricht zu integrieren.
Liebe Grüße
Julian
AntwortenLöschenHallo zusammen,
mir hat euer Blogbeitrag sehr gut gefallen. Vorallem weil ihr das Thema Zucker nicht nur aus biologischer Sicht betrachtet, sondern auch zeigt, wie stark unsere Ernährungsverhaltung durch den Alltag beeinflusst wird. Besonders interessant fand ich den Gadanken, dass viele Menschen eigentlich bewusst ist, dass ein dauerhaft hoher Zuckerkonsum gesundheitliche Folgen haben können. Dazu gehört auch Karies, Übergewicht oder auch ein erhöhtes Risiko für Typ-2- Diabtes. Trotzdem wird dieses Wissen im Alltag oft vergessen. Gerade weil Zucker in vielen Lebensmitteln enthalten ist und zuckerhaltige Produkte leocht zu erwerben sind, wird schnell unterschätzt, wie viel davon tatsächlich konsumiert wird. Gut gefallen hat mir dashakb auch euer Abschnitt dazu, warum Wissen alleine nicht automatisch zu einem anderen Verhalten führt. Familie, Freundeskreis, Werbung, Gewohnheiten oder persönliche Vorlieben haben ebenfalls einen großen Einfluss darauf, was wir essen. Dadurch wird deutlich, dass es zu einfach wäre, die Verantwortung nur bei der einzelnen Personen zu suchen. Gerade im Zusammenhang mit Typ-2- Diabetes finde ich diese Sichtweise wichtig, da die Erkrankung schnell mit persönlichem Fehlverhalten verbunden wird, obwohl viele verschiedene Faktoren eine Rolle spielen.
Für den Biologieunterricht finde ich vor allem eure Idee sinnvoll, mit echten Lebenmittelverpackungen zu arbeiten. Die SuS beschäftigen sich dadurch mit Produkten, die sie aus ihrem eigenen Alltag kennen, und können Zutatenlisten oder Nährwerttabletten direkt untersuchen. Gleichzeitig lernen sie, Angaben auf Verpackungen bewusster zu lesen und Werbeversprechen kritisch zu hinterfragen, was ihnen im Alltag sehr helfen kann. Auch das Rollenspiel zur Frage, wer Verantwortung für einen gesundheitsförderlichen Zuckerkonsum trägt, finde ich echt gut gelungen. Durch die verschiedenen Rollen wird deutlich, dass nicht nur VerbraucherInnen Einfluss haben, sondern auch Lebensmittelindustrie, Politik, Schule und das soziale Umfeld. Schön finde ich auch euren Hinweis, das Thema Ernährung i. Unterricht sensibel zu behandeln. Gerade bei Zucker, Körpergewicht oder Erkrankungen wie Diabetes können schnell persönliche Erfahrungen berührt werden. Deshalb sollte es meiner Meinung nach nicht darum gehen, Lebensmittel oder Essgewohnheiten einfach als „gut“ oder „schlecht“ einzuordnen. Auch habt ihr einen klaren roten Faden in eurem Blogbeitrag, welcher beim Verständnis sowie bei dem Durchlesen positiv aufgefallen ist.
Esmeray
Liebes Autorenteam,
AntwortenLöschenEuer Blogbeitrag hat mich zum lesen animiert, da das Thema „Zucker“ uns allen schon im Alltag begegnet ist.
Somit finde ich, ist es gerade für Schüler sehr wichtig darüber aufgeklärt zu werden.
Euer Beitrag lässt sich sehr flüssig lesen und auch die Zwischenfragen von eurem „Krümelmonster“ sind sehr gelungen. Sie greifen wichtige Aspekte der vergangenen Abschnitte auf und regt uns dazu an darüber nachzudenken und somit dem Text besser zu folgen.
Euer Beitrag beleuchtet kritisch den jedem bekannten Satz „Zucker ist ungesund“, hinter dem Kontext der Gesundheitsbildung und dem Biologieunterricht.
Ihr liefert zuerst wichtiges biologisches Wissen über Zucker, Auswirkungen auf die Gesundheit und ähnliches.
Außerdem nehmt ihr Bezug auf Essensgewohnheiten und erklärt warum das reine Wissen, dass Zucker ungesund ist nicht ausreicht. Auch wir haben uns bestimmt schon oft genug dabei erwischt, wie günstige Preise, ansprechende Verpackungen und Marketing uns zum Kauf zuckerhaltiger Produkte überzeugt hat. Gerade deshalb finde ich Aufklärung über Zucker in den Schulen umso wichtiger. Eure Ideen und Vorschläge finde ich gut gelungen und gut in den Unterricht integrierbar.
Wichtig finde ich dabei zu beachten, dass Essverhalten für einige Schülerinnen und Schüler ein sehr sensibles Thema sein kann und auch so unterrichtet werden sollte. Trotzdem ist es ein sehr wichtiges Thema, welchem definitiv mehr Aufmerksamkeit in den Schulen geschenkt werden sollte.
Liebe Grüße,
Rania