Hallo zusammen,
in diesem Beitrag wollen wir uns gemeinsam einer spannenden
Frage widmen: Welche Inhalte aus unserem Studium werden uns später im
Lehreralltag tatsächlich weiterbringen? Ob bei der Besprechung des dritten
Modells zum gleichen Sachverhalt oder bei der Erstellung eines 20-seitigen
Blogbeitrags als Studienleistung… irgendwann stellt sich vermutlich jeder
Lehramtsstudent die Frage: Brauche ich das später wirklich? Wir begeben uns auf
die Suche nach Antworten und nehmen euch mit auf eine Reise durch die teilweise
unwegsamen Gefilde der Forschung zur Wirksamkeit der Lehrerausbildung. Bevor
ihr jetzt direkt aufhört zu lesen: Keine Sorge, es erwartet euch kein
Zitierwettbewerb in der staubigen Ecke der Bibliothek. Stattdessen möchten
wir das Thema anhand anschaulicher Beispiele, spannender Einblicke und aktueller
Diskussionen beleuchten. Gemeinsam wollen wir der Frage nachgehen, welche
Bedeutung unser Studium für die spätere Praxis tatsächlich hat, und freuen uns
auf eure Gedanken, Erfahrungen und Impulse.
Werdet
Teil der Diskussion und gestaltet die Zukunft der Lehrerbildung mit!
Viel Spaß beim Lesen und Kommentieren wünschen euch:
Hallo ihr Lieben,
AntwortenLöschenzunächst möchte ich euch ein Lob aussprechen. Der Blogbeitrag hat mir sehr gut gefallen und ich habe viele neue Gedankengänge kennengelernt. Das Thema ist sehr spannend und auch irgendwo mutig gewählt für eine Biologiefachdidaktik Veranstaltung.
Meine ersten Gedanken waren, dass eine ideale Unterrichtsstunde so konzipiert ist, dass die Lehrkraft die Klasse im Griff hat, einen diversen Unterricht bereitstellt und das zu erlernende Fachwissen bunt, kompetent und motiviert herüberbringt. Ihr habt gezeigt, dass sich dahinter noch viel mehr verbirgt und eine Lehrkraft vor vielen Herausforderungen steht, um eine Unterrichtsstunde erfolgreich zu planen, durchzuführen und zu reflektieren. Die „ideale“ Unterrichtsstunde fängt bereits lange vor der eigentlichen Stunde an und endet auch erst später danach. Sie endet vielleicht mit der Reflexion, mit dem Austausch mit anderen Lehrkräften oder sogar erst mit dem Weiterentwickeln des eigenen Materials durch andere (neuere) Kollegen.
Die Veränderung des Unterrichts und der Ansprüche an SuS, sowie an Lehrerinnen und Lehrer, ist ja eine große Diskussion, auch gerade vielleicht in den einzelnen Lehrerzimmern direkt. Ich bin auch voll für die Weiterentwicklung hin zum kompetenzorientierten Unterricht und sehe die Vorteile darin SuS so mehr für das Leben an die Hand zu geben. Gerade in einer Welt, in der es durch das Internet viele Zugänge zu falschen Informationen gibt, sollten die SuS durch die Schule vorbereitet werden, wie ich solche Informationen filtere, wie ich durch Grundprinzipien auf analoge Prinzipien schießen kann oder eben direkt falsch Informationen erkenne.
Mich würde aber interessieren, ob ihr auch Vorteile in der „früheren“ Unterrichtsführung seht, die sehr Fachwissen orientiert war, oder was euch dazu so einfällt?
Ihr habt außerdem die nötige Diversität der Anschauungsmaterialen im Unterricht gut beschrieben. Also, dass man SuS verschiedene Zugänge für den zu lernenden Stoff anbietet. Da ist mir mein Orientierungspraktikum eingefallen, als ich den Unterricht in einer 5. Klasse übernehmen durfte. Die Stunde war sehr divers geplant. Das hat mir gut gefallen, mich aber auch selbst vor einige Herausforderungen gestellt, die ihr bei euch erwähnt hattet. Da frage ich mich ob es nicht doch besser wäre das Lehramtsstudium dual aufzubauen. Nachdem ihr euch jetzt sehr ausführlich mit dem Thema beschäftigt habt:
Was wäre denn eure persönliche Meinung zu einem dualen Lehramtsstudium? Würden wir damit nicht auch dem Lehrermangel etwas entgegenkommen können?
Zuletzt möchte ich auf die Frage „wie praxistauglich ich mich fühle“ eingehen. Ich fühle mich nämlich leider noch gar nicht praxistauglich, sondern eher voll von theoretischem Wissen. Ich weiß, dass diese theoretischen Grundlagen mir irgendwann in der Zukunft zugutekommen werden, doch dieser Praxisbezug fehlt noch lange. Gleichzeitig mache ich mir weniger große Sorgen für mich individuell, weil ich fest davon überzeugt bin, dass meine Art mir bei Lehrerwerden hilft.
Inwiefern ist da eurer Meinung nach der Anteil an Persönlichkeit für Lehrkräfte wichtig und wie viel kann man vielleicht erlernen? Damit einher geht bei mir die Frage, ab wann man oder ob man überhaupt im Lehramtsstudium vielleicht eine professionelle Meinung erhalten sollte, dass man für den Beruf geeignet ist oder nicht?
Meiner Meinung nach spielt die Persönlichkeit und das Auftreten eine sehr wichtige Rolle. Gerade wenn es natürlich kommt, wie ich vor einer Klasse stehe und z.B. Autorität ausstrahle, und man sich nicht auch noch darauf konzentrieren muss, kann das ja einen großen Teil ausmachen, wie man dann auch den Unterricht führen wird.
Alles in allem finde ich top wie viele, bis alle Seiten der Diskussion rund um das Thema der Lehrerausbildung betrachtet wurden. Der Blogbeitrag war spannend zu lesen und hat viel Hinterfragen, aber auch Klarheit in mir hervorgerufen.
Viele Grüße
Isabel
Hallo Isabel,
Löschenvielen Dank für deine positive Rückmeldung und deine spannenden Fragen zu unserem Beitrag!
Auch wenn wir das nicht ausdrücklich thematisiert haben, stimme ich dir zu, dass Medienkompetenz in einer zunehmend digitalen Welt eine wichtige Rolle spielt und deshalb fächerübergreifend vermittelt werden sollte.
Zu deiner Frage nach möglichen Vorteilen eines stärker wissenszentrierten Unterrichts: Man könnte anführen, dass weniger Zeit für Erarbeitungsphasen eingeplant werden musste und der Unterricht dadurch breiter auf fachwissenschaftliche Inhalte abzielen konnte. Auch die Vorbereitung und Durchführung waren aus Sicht der Lehrkraft häufig weniger komplex, da Frontalunterricht leichter zu planen ist als Gruppenarbeitsprojekte, deren Verlauf stark von Motivation und Voraussetzungen der Schüler:innen abhängt. Die entscheidende Frage ist für mich jedoch: Ist es wirklich vorteilhaft, viel zu erzählen, wenn dies letztlich nicht zum Verstehen und Anwenden führt? Angenommen, deine Schüler:innen können nach einer Unterrichtsstunde alle essenziellen Mikro- und Makronährstoffe aufzählen, reagieren aber mit Schulterzucken, wenn sie ein ausgewogenes Frühstück zusammenstellen sollen. Dann lief vermutlich etwas schief.
Deine zweite Frage finde ich ebenfalls sehr spannend. Die Idee eines dualen Lehramtsstudiums greift die Forderung vieler Studierender nach mehr Praxisbezug auf. Ich persönlich würde es begrüßen, bereits frühzeitig ein Gespür für die spätere Zielgruppe und erste Erfahrungen im Unterricht zu sammeln. Gleichzeitig ist Unterricht sehr komplex und kann ohne das richtige Rüstzeug sowie eine gute Begleitung schnell überfordern. Wer sich noch nicht intensiv mit Unterrichtsplanung, Lernprozessen oder Klassenführung auseinandergesetzt hat, wird Schwierigkeiten haben, das eigene Handeln oder das anderer Lehrkräfte fundiert zu reflektieren.
Damit Praxiserfahrungen die professionelle Entwicklung tatsächlich fördern, braucht es daher ein gut abgestimmtes Konzept zwischen Theorie und Praxis. Entscheidend wäre aus meiner Sicht eine engmaschige Betreuung durch erfahrene und reflektierte Lehrkräfte. Andernfalls besteht die Gefahr, fragwürdige Routinen oder Haltungen unkritisch zu übernehmen. Gleichzeitig würde eine solche Begleitung die personellen Ressourcen an Schulen zusätzlich beanspruchen. Langfristig könnte diese Investition jedoch sinnvoll sein, denn die Alternative besteht häufig darin, dass die Überforderung erst nach dem Studium sichtbar wird und letztlich auf dem Rücken der Schüler:innen ausgetragen wird.
Zu deiner Anmerkung bezüglich der Persönlichkeit einer Lehrkraft: Ja, ich halte es für wichtig, authentisch zu bleiben. Du sprichst jedoch indirekt von einer „natürlichen Autorität“, die Freiräume für andere Bereiche der Unterrichtsgestaltung schaffen könne. Das sehe ich etwas kritisch, da es suggeriert, Autorität sei vor allem ein angeborenes Persönlichkeitsmerkmal. Natürlich unterscheiden sich Menschen hinsichtlich ihrer Präsenz oder ihres Charismas. Die entscheidende Frage ist für mich jedoch, ob das wirklich ausschlaggebend ist. Meiner Ansicht nach sollten Lehrkräfte ihre Schüler:innen nicht vor allem durch Autorität und Disziplinierung erreichen, sondern dadurch, dass sie Neugier wecken und Fragen aufwerfen, die auch nach dem Unterricht noch zum Weiterdenken anregen. Begeisterung für Inhalte zu wecken, ist dabei keine angeborene Fähigkeit. Ebenso wenig sind Konfliktmanagement, Empathie oder der Umgang mit herausfordernden Situationen reine Persönlichkeitsmerkmale. Diese Kompetenzen können entwickelt, reflektiert und verbessert werden. Gerade in der Pubertät, in der Grenzen ausgetestet werden, halte ich diese Fähigkeiten für mindestens ebenso wichtig wie Charisma oder natürliche Präsenz.
Ich hoffe, ich habe dich in allen Punkten richtig verstanden und konnte meine Sichtweise nachvollziehbar darlegen. Falls du noch Anmerkungen oder Fragen hast, antworte gerne. Ich denke, wir bewegen uns mit der Diskussion inzwischen ohnehin außerhalb des eigentlichen Bewertungsrahmens. 😄
Viele Grüße
Daniel
Anbei die Version fürs "Protokoll":
LöschenHallo Isabel,
vielen Dank für deine positive Rückmeldung und deine spannenden Fragen!
Auch wenn wir das nicht ausdrücklich thematisiert haben, stimme ich dir zu, dass Medienkompetenz in einer zunehmend digitalen Welt eine wichtige Rolle spielt und deshalb fächerübergreifend vermittelt werden sollte.
Zu deiner Frage nach möglichen Vorteilen eines stärker wissensorientierten Unterrichts: Man musste vermutlich weniger Zeit für Erarbeitungsphasen einplanen und konnte dadurch mehr fachwissenschaftliche Inhalte behandeln. Auch die Vorbereitung war oft weniger komplex als bei offenen oder kooperativen Lernformen. Die entscheidende Frage bleibt jedoch: Ist es wirklich vorteilhaft, viel zu erzählen, wenn daraus kein Verstehen und Anwenden entsteht? Wenn Schüler:innen zwar alle Nährstoffe aufzählen können, aber kein ausgewogenes Frühstück zusammenstellen, lief vermutlich etwas schief.
Deine Überlegungen zu einem dualen Lehramtsstudium finde ich ebenfalls spannend. Mehr Praxis könnte helfen, früh ein Gespür für die Zielgruppe und den Berufsalltag zu entwickeln. Gleichzeitig ist Unterricht sehr komplex. Ohne theoretische Grundlagen und intensive Begleitung besteht die Gefahr, problematische Muster unreflektiert zu übernehmen. Damit Praxiserfahrungen förderlich wirken, braucht es daher ein gut abgestimmtes Konzept aus Theorie, Praxis und qualifizierter Betreuung.
Zur Persönlichkeit von Lehrkräften: Authentizität halte ich für wichtig. Kritisch sehe ich jedoch die Vorstellung, Autorität sei vor allem angeboren. Natürlich unterscheiden sich Menschen in Präsenz und Charisma. Entscheidend ist für mich aber, ob es gelingt, Interesse und Begeisterung für Inhalte zu wecken. Klassenführung, Konfliktmanagement und Empathie sind dabei keine angeborenen Eigenschaften, sondern Kompetenzen, die sich entwickeln und reflektieren lassen.
Viele Grüße
Daniel
Liebes Autor*innenteam,
AntwortenLöschenVielen Dank für diesen ehrlichen und fast schon befreienden Beitrag! Besonders hängen geblieben ist bei mir euer Zitat der erfahrenen Lehrkräfte, die das Studium als Zeitverschwendung abtun. Ich finde es super, dass ihr diese kritische Perspektive nicht einfach wegwischt, sondern sie als Ausgangspunkt nutzt, um mal wirklich tief zu graben, was wir von der Uni eigentlich in den Werkzeugkoffer packen sollten. Ihr schafft es sehr gut, den Frust über das träge Wissen aufzugreifen und gleichzeitig die Brücke zur professionellen Handlungskompetenz zu schlagen.
Ein echter Augenöffner war für mich euer Punkt zum Wandel von der reinen Wissensvermittlung hin zur Kompetenzorientierung. Früher dachte ich immer, ich müsste einfach nur ein wandelndes Biologie-Lexikon sein, um eine gute Lehrkraft zu werden. Aber euer Beispiel mit der gesunden Ernährung trifft es perfekt. Es bringt den SuS halt wenig, wenn sie Nährstoffe theoretisch benennen können, am Kiosk dann aber doch nur zum Schokoriegel greifen. Die Definition von Weinert, dass Kompetenz eben auch die Motivation und die soziale Bereitschaft beinhaltet, Probleme tatsächlich zu lösen, ist für mich ein zentraler Aspekt. Es geht also darum, intelligentes Wissen zu schaffen, das eben nicht nach der nächsten Klausur als träges Wissen im Gehirn verstaubt. Das nimmt mir einerseits den Druck, jedes kleinste Detail parat haben zu müssen, legt die Latte für meine spätere Unterrichtsgestaltung aber gleichzeitig viel höher.
Richtig stark fand ich auch die Erklärung, warum wir diesen ganzen fachdidaktischen Unterbau eigentlich brauchen. Das Bild der didaktischen Brille hilft mir enorm, um den Wert von Konzepten wie PCK zu verstehen. Es reicht eben nicht, nur die Biologie zu beherrschen oder allgemein gut mit Menschen umgehen zu können. Erst die Synergie daraus macht uns zu Profis, die Schülerfehler nicht einfach als falsch abstempeln, sondern als spannende Präkonzepte erkennen. Zu lernen, was in einer komplexen Unterrichtssituation überhaupt wichtig ist, statt einfach nur den Stoff durchzupeitschen, ist wahrscheinlich das Wertvollste, was wir aus den Seminaren mitnehmen können. Das ist quasi das Navi, das uns davor bewahrt, im späteren Praxisschock völlig die Orientierung zu verlieren.
Zum Schluss fand ich den Ausblick auf den Praxiseinstieg total wichtig. Das Modell der Konstanzer Wanne beschreibt ja leider sehr treffend, dass man am Anfang erst einmal einen Einbruch erlebt, weil die Komplexität im Klassenzimmer einen erschlägt. Aber die Idee des Sleeper-Effekts macht Mut. Das ganze Wissen aus dem Studium ist ja nicht weg, es entfaltet seine Wirkung nur oft erst zeitversetzt, wenn man genug Praxiserfahrung hat, um es richtig einzuordnen. Das zeigt mir, dass Professionalisierung eben ein lebenslanger Lernprozess ist und wir auch nach dem Studium immer weiter dazulernen. Danke für diese motivierende und ehrliche Reflexion, das hilft mir sehr, meinen eigenen Weg durch das Studium positiver zu sehen!
Liebe Grüße,
Luca
Lieber Luca,
LöschenVielen Dank für Deinen Kommentar und Dein Interesse an unserem Thema!
Es war uns sehr wichtig, den Sprung vom Studium in den Lehrberuf realistisch darzustellen und zu erleichtern. Zu lesen, dass wir Dir etwas Druck nehmen und Hoffnung schenken konnten hat mich sehr gefreut. Unser Beitrag hatte den gewünschten Effekt auf Dich!
Du hast die wichtigsten Kernaussagen unseres Beitrags wundervoll herausgelesen und für Dich selbst eingeordnet! Deine Bemerkung über den Erwartungsdruck, der auf Lehrkräften liegt empfand ich als besonders relevant. Selbstverständlich hast Du Recht damit, dass eine Lehrkraft der heutigen Vorstellung viele Herausforderungen meistern muss und dass es teilweise schwieriger sein wird, intelligentes Wissen zu schaffen, als nur träges Wissen. Aber die Tatsache, dass Du diesen Unterschied siehst und verstehst ist der wichtigste Schritt! Diese Einsicht und Deine pädagogische Ausbildung bilden die wichtigsten Grundbausteine, um dies zu schaffen! Je mehr SuS Du unterrichten wirst, desto mehr von ihnen wirst Du fördern können und desto mehr wirst Du Dein Wissen nutzen können. Und wenn es mal nicht so klappt, wie erhofft, dann denke bitte auch an unsere zweite Kernaussage: Du bist nicht der Einzige, dem dieser Anfang schwerfällt und Du bist niemals allein!
Mit Übung und der Unterstützung Deiner Kolleg:innen wirst auch Du in der Lage sein, Deinen Weg zu finden und Deine persönlichen Erwartungen an Dich als Lehrkraft zu erfüllen!
Liebe Grüße,
Julia
Hallo ihr Lieben,
AntwortenLöscheneuer Blogbeitrag hat mir sehr gut gefallen, da ihr eine Frage aufgreift, die sich vermutlich viele Lehramtsstudierende stellen und die auch mich im Studium fast täglich beschäftigt. Mir gefällt sehr gut, dass ihr auf diese komplexe und kontroverse Frage keine klare Antwort gebt, sondern das Spannungsverhältnis zwischen Theorie und Praxis differenziert betrachtet.
Auch eure Überlegungen zum Berufseinstieg und zur Zusammenarbeit im Kollegium haben mich angesprochen. Die Idee, gemeinsam entwickelte und erprobte Unterrichtsmaterialien stärker zu nutzen, erscheint mir sinnvoll. Gerade im Referendariat sollte Raum geschaffen werden von bereits berufstätigen Lehrkräften mit Erfahrung lernen zu dürfen., hierbei muss nur die Reflexion im Zentrum stehen. Ich habe im Schulkontext in Praktika, wie auch im Arbeitskontext oftmals erlebt, dass Lehrkräfte Material verwendet haben, welches nicht mehr aktuell war und sich eingestaubt anfühlte. Vor allem wenn man in den Sexualkundeunterricht schaut finde ich, dass Lehrkräfte einen besonderen Lehrauftrag haben, der über das Benennen von Geschlechtsteilen hinaus geht und auch sozial-gesellschaftliche Aspekte mit einbeziehen muss.
Ich finde es persönlich sehr wichtig, dass ihr aufschlüsseln konntet, wofür wir die Fachdidaktik überhaupt benötigen. Im Studium verliert man meiner Meinung nach oft ein wenig den Fokus und ich kann mir vorstellen, dass einem genau das dann im Referendariat auf die Füße fallen kann.
Als Verbesserungsvorschlag könnte ich mir vorstellen, den Beitrag an einigen Stellen etwas zu kürzen oder zentrale Ergebnisse am Ende einzelner Abschnitte knapp zusammenzufassen. Aufgrund der vielen Modelle, Studien und Fachbegriffe ist es teilweise anspruchsvoll, den Überblick zu behalten. Die Seiten sind teilweise sehr voll, wodurch man schnell den Fokus beim Lesen verliert. Kleine Zwischenfazits könnten helfen, den roten Faden noch deutlicher hervorzuheben.
Insgesamt hat mir euer Beitrag gut gefallen. Ich finde das Thema sehr wichtig. Das Studium gibt einem nicht das perfekte Rezept für guten Unterricht und es wirkt erleichternd, dies auch mal im Veranstaltungskontext gespiegelt zu bekommen!
Vielen Dank!
Emma
Liebe Emma,
Löschenvielen Dank für deinen netten Kommentar und dein positives Feedback. Auch wir sind der Meinung, dass dieses Thema vermehrt angesprochen werden sollte, um gemeinsam nach Lösungen und Antworten zu suchen. Wie du bereits gesagt hast, gibt es nicht die eine perfekte Lösung. Dennoch haben wir versucht, verschiedene Facetten aufzuzeigen, um diesen komplexen Zusammenhang bestmöglich darzustellen.
Es freut uns sehr, dass dir unsere Ideen zur besseren Zusammenarbeit innerhalb des Kollegiums (gerade als Berufseinsteiger:in) gefallen – wir sehen darin ebenfalls einen großen Mehrwert und bisher oft ungenutzte Chancen.
Auch deine Verbesserungsvorschläge können wir gut nachvollziehen und nehmen sie uns zu Herzen. Aufgrund der Vielseitigkeit der Thematik war es gar nicht so leicht, alles auf das Wesentliche herunterzukürzen und dabei verständlich sowie fachlich korrekt zu bleiben. Leider hat uns auch die Seitenbeschränkung ein wenig eingegrenzt – sonst hätte es bestimmt noch die ein oder anderen Zwischenfazite nach den Abschnitten gegeben.
Danke auch für dein schönes Fazit, das trifft genau den Kern, den wir uns beim Schreiben gewünscht haben: „Das Studium gibt einem nicht das perfekte Rezept für guten Unterricht und es wirkt erleichternd, dies auch mal im Veranstaltungskontext gespiegelt zu bekommen!“
Ich hoffe, unser Beitrag hat dir ein wenig weitergeholfen 😊
Liebe Grüße
Paul
Ich habe mir bewusst euren Blogbeitrag ausgewählt, weil ich nicht die Einzige bin, die sich ständig und bei sehr vielem im Studium fragt, wofür ich das überhaupt in meinem Lehrerberuf brauche. Deshalb ist es umso spannender zu lesen, wie ihr die Fragestellung im Laufe eures Blogs beantwortet habt und den Blog auch gleich damit startet.
AntwortenLöschenAngefangen mit der Gestaltung und dem Aufbau eures Blogs, habt ihr euch für die Simpsons als Figuren für euren Blog entschieden, was ich eine witzige Idee finde und was auch definitiv nicht jeder macht, wodurch euer Blog sich ein wenig von den anderen abhebt. Ansonsten habt ihr euer Layout gleichmäßig und sehr neutral gestaltet, wodurch der Leser nicht vom Inhalt abgelenkt wird.
Eure langen, kompakten Textabschnitte wirken sehr wissenschaftlich, allerdings finde ich es ein wenig zu viel Text auf einer Seite, der nur wenig anhand von Bildern oder Kästen/Sprechblasen aufgelockert wird. Deshalb denke ich, dass ihr den Text nochmal in mehr Unterkapitel hättet fassen können, um die Orientierung zu erleichtern und die Struktur aufzulockern.
Inhaltlich hat mir zunächst gefallen, dass ihr euch damit auseinandergesetzt habt, was Unterricht eigentlich gut macht, und dass es nicht nur das Lernen von theoretischem Wissen ist, sondern auch das Anwenden des Gelernten, was ihr anhand eines Beispiels deutlich machen konntet.
Auch sehr lobenswert ist, wie ihr den Zusammenhang von Theorie und Praxis im Lehramtstudium dargestellt habt. Man denkt schnell, dass beide Aspekte sehr gegensätzlich sind, sie sich aber auch gegenseitig ergänzen können. Praxis braucht man definitiv, aber wie ihr richtig sagt, muss diese auch reflektiert werden können und das geht nur, wenn man das nötige Wissen darüber hat.
Der „Sleeper-Effekt“ war mir vor eurem Blog noch nie ein Begriff, ihr konntet ihn aber sehr verständlich erklären, und ich stimme diesem Ansatz definitiv zu, weil vieles, was man lernt, im Moment noch nicht zu gebrauchen ist, aber in ein paar Jahren vielleicht schon, und man ist dann froh darüber, es dann doch gelernt zu haben.
Die von euch benannte „didaktische Brille“ ist ein sehr guter Aspekt, um dem Leser eine bildliche Darstellung von eurem Inhalt zu bieten, die den Kern des Blogs einfacher zu verstehen macht.
Als Letztes zu eurem Fazit, welches ihr gut anhand der wichtigsten Aspekte des Blogs begründet und sehr ausführlich beschrieben habt. Sehr gut finde ich, dass ihr am Ende nochmal klarstellt, dass es nicht für jede Situation die eine perfekte Lösung gibt, sondern es vielmehr um Weiterentwicklung und bewusste Entscheidungen geht.
Man merkt, dass ihr euch intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt habt und ihr für dieses Thema auch wirklich Interesse entwickelt habt. Inhaltlich hat der Blog demnach auf jeden Fall überzeugt.
Liebe Kiara Sophie,
Löschenvielen lieben Dank für deinen ausführlichen und wertschätzenden Kommentar zu unserem Blogbeitrag. Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass du dich so intensiv mit unserem Thema auseinandergesetzt hast und dich in unserer Ausgangsfrage teilweise selbst wiederfinden konntest.
Besonders schön fanden wir, dass du den Zusammenhang zwischen Theorie und Praxis ebenfalls so siehst wie wir. Auch deine Rückmeldung zum „Sleeper-Effekt“ hat uns sehr gefreut. Schön, dass wir dir damit einen neuen Begriff näherbringen konnten.
Danke auch für deinen Verbesserungsvorschlag zu den langen Textabschnitten und den wenigen Bildern bzw. Gestaltungselementen. Diese nehmen wir sehr gerne an. Im Nachhinein können wir gut nachvollziehen, dass zusätzliche Unterkapitel oder Bilder den Blogbeitrag übersichtlicher gestaltet und die Orientierung erleichtert hätten.
Auch deine Rückmeldung zu unserem Fazit hat uns sehr gefreut. Uns war es wichtig, deutlich zu machen, dass es im Lehrerberuf nicht immer die eine perfekte Lösung gibt, sondern dass man sich ausprobieren, reflektieren und stetig weiterentwickeln muss.
Vielen lieben Dank auch für deine Zeit, deine lieben Worte und dein ausführliches Feedback. Es freut uns sehr, dass dir unser Blogbeitrag sowohl inhaltlich als auch von der Gestaltung her gefallen hat.
Liebe Grüße
Leyla
Hallo zusammen,
AntwortenLöschenvielen Dank für euren spannenden Beitrag!
Welchen konkreten Praxisnutzen manche Studieninhalte haben, habe ich mich im Laufe des Studiums ebenfalls oft gefragt. Euer Titel hat mich daher direkt angesprochen. Euch ist ein toller Überblick zur Forschung in der Lehrerbildung gelungen!
Besonders euren Punkt zur gemeinsamen Entwicklung von Unterrichtsinhalten finde ich stark. Ein kollektiver Unterrichtsstandard statt individuellem Eigenbrötlertum würde vermutlich Kapazitäten für andere Professionalisierungsbereiche freischaufeln. Das hätte meiner Meinung nach auch positive Effekte auf spontane Vertretungsstunden: Da die Basis gemeinsam erarbeitet wurde, wird das Individualisieren für eigene Lerngruppen zum routinierten Prozess.
Ihr zeigt auf, dass viele Inhalte nicht direkt in der Praxis ankommen, verteidigt das Biologiestudium an vielen Stellen aber mit dem Sleeper-Effekt. In Anlehnung an euren Titel stellen sich mir dazu zwei Fragen:
1. Welchen konkreten Inhalt des Biologiestudiums haltet ihr tatsächlich für verzichtbar und durch welchen genau würdet ihr ihn ersetzen?
2. Ihr betont die Bedeutung von Reflexion. Ab welchem Punkt schlägt Reflexion eurer Meinung nach in Lähmung, Selbstzweifel oder Handlungsunsicherheit um?
Ich bin gespannt auf eure Antworten!
Viele Grüße
Ben
Hallo Ben,
Löschenvielen Dank für deinen Kommentar und die beiden spannenden Fragen! Deinen Gedanken zu gemeinsam entwickelten Unterrichtskonzepten finden wir besonders interessant, weil dadurch tatsächlich Kapazitäten für Klassenführung, Individualisierung und Reflexion freiwerden könnten
Wenn wir einen konkreten Inhalt nennen müssten, wären es weniger ganze Themenbereiche als die fachwissenschaftliche Detailtiefe einzelner Inhalte. Ein Beispiel wäre das detaillierte Auswendiglernen, wenn Inhalte für die Zielgruppe kaum relevant sind. Stattdessen würden wir uns mehr Raum für fachdidaktische Anwendung wünschen: Wie reduziere ich komplexe Inhalte sinnvoll? Wie erkenne und bearbeite ich Schülervorstellungen? Wie reagiere ich auf konkrete Unterrichtssituationen?
Auch Reflexion hat für uns eine Grenze: Sie wird dann problematisch, wenn sie nicht mehr zu einer begründeten Entscheidung führt, sondern jede Handlung immer wieder infrage stellt. Gerade im Berufseinstieg braucht Reflexion deshalb einen klaren Rahmen: Was hat funktioniert, was nicht – und was ändere ich beim nächsten Mal konkret?
Offen bleibt für uns: Wer entscheidet eigentlich, welche fachlichen Inhalte „zu detailliert“ sind? Und wie viel gemeinsamer Unterrichtsstandard ist sinnvoll, bevor individuelle pädagogische Freiheit verloren geht?
Viele Grüße
Rania und Jonas
Hallo alle zusammen,
AntwortenLöschenVielen Dank für diesen gelungenen Blogbeitrag. Persönlich finde ich das Thema „tragendes Wissen“ und wie es sich dann schlussendlich von intelligentem Wissen unterscheidet, sehr spannend. Ich meine, wir kennen das alle aus der Schule, dass man in manchen Fächern das Gefühl hatte, dass man nur auswendig lernt, und in anderen Fächern richtig verstanden hat.
Zum Verständnis fand ich das Präsentationsbeispiel, wie Bäume an Masse gewinnen, treffend gewählt. Welches das Konzept von Präkonzepten verständlich veranschaulicht hat. Zuvor wäre mir auch nicht so bewusst gewesen, dass diese eine so tragende Rolle spielen. So ist es doch sehr hilfreich, sich ins Bewusstsein zu rufen, dass auch Schüler erhärtetes Schubladendenken oder starke Assoziationen haben. Durch welche sie Schwierigkeiten haben könnten, Themen in ihrer Vollumfänglichkeit zu betrachten.
Ebenfalls beruhigend ist der erwähnte Sleeper-Effekt, da es sich als Berufseinsteiger*in doch recht verunsichernd anfühlen kann, wenn das Gelernte aus dem Studium sich nicht gleich fehlerfrei anwenden lässt.
Ein Verbesserungsvorschlag meinerseits wäre eine kleine visuelle Darstellung von Modellen, wenn möglich, um es greifbarer und übersichtlicher zu gestalten.
Viele Grüße Lena
Liebe Lena,
LöschenVielen Dank für Deinen Kommentar, es freut mich sehr, dass wir dich für unser Thema begeistern konnten!
Deine Gewichtung der Kernaussagen erscheint mir sehr gut getroffen zu sein. Die Verbindung zu deiner eigenen Schulzeit ist hier sehr relevant. Hast du schon einmal überlegt, inwiefern der Unterschied zwischen den Fächern von deinen Lehrkräften abhängig war? Was haben sie anders gemacht, dass du bei einem nur träges Wissen erlangt hast, bei dem anderen aber Kompetenzen? Wie viel lag in ihrer Kontrolle und was war unvermeidbar?
Auch deine Gewichtung des Erkennens der Präkonzepte ist sehr wichtig, da sich hier sehr gut zeigt, dass Studieninhalte eben doch sehr relevant sein können! Natürlich muss nicht alles, was wir im Studium lernen sofort bewusst angewandt werden und es freut mich, dass wir dir aus dieser Thematik etwas Druck nehmen konnten!
Deinen Vorschlag mit den Modellen finde ich super! Wir haben durch Grafiken und Bilder bereits versucht, das Thema anschaulicher darzustellen, doch Modelle könnten Zusammenhänge möglicherweise noch deutlicher machen und mehr Menschen beim Lesen abholen. An welcher Stelle hätte dir ein Modell denn noch aktiv geholfen?
Die wichtigsten Punkte hast du bereits verstanden und ich hoffe wir konnten dir den Übergang in den Lehrberuf etwas schmackhafter gestalten! Mit etwas Erfahrung im Lehrberuf wirst auch du in der Lage sein, die Lehrkraft für deine SuS zu sein, die Verständnis und Kompetenz an sie heranbringen kann!
Liebe Grüße,
Julia
Liebe Lena,
LöschenErst einmal vielen Dank für diesen noch so späten Kommentar.
Es freut mich, dass du die Differenzierung zwischen trägem und intelligentem Wissen besonders spannend fandest (fälschlicherweise als „tragendes Wissen“ bezeichnet). Diesen Unterschied zwischen wirklichem Verstehen und reinem Auswendiglernen erachten wir besonders in der Biologie als sehr wichtigen Aspekt und somit auch als eine Aufgabe der Biologiedidaktik.
Alle Menschen, gerade Schüler, haben diese alltäglichen Vorstellungen von gewissen Abläufen und Systemen, meist sehr fest verankert. Dein genanntes Beispiel spiegelt dies sehr gut wider. Präkonzepte sind gerade für den Biologieunterricht eine große Herausforderung, viele Funktionsweisen erscheinen auf den ersten Blick nicht logisch. Mir hat diese Erkenntnis ebenfalls ein wenig die Augen geöffnet und es ergibt sich eine neue Herangehensweise für den Umgang im Unterricht.
Dass dich der Sleeper-Effekt beruhigt, ist wohl wenig überraschend. Die Angst, als Berufseinsteiger in gewissen Aspekten zu versagen, ist wohl bei den meisten Studierenden vorhanden. Das Fundament, welches während des Studiums im Unterbewusstsein entsteht, sorgt dafür, dass wir nach ein wenig Berufserfahrung wichtige Situationen erfassen und ihnen mit pädagogischem Wissen entgegentreten können.
Visuelle Darstellung war leider keines unserer Fachgebiete. Aber ich verstehe, dass durch mehr Grafiken, Modelle und Konzepte greifbarer gemacht werden könnten.
Liebe Grüße
Paul