Mittwoch, 12. August 2020

Lernort Wald - essenziell oder überflüssig?


"Wann wart ihr zuletzt im Wald und wie habt ihr euch dabei gefühlt?"


Wir hatten bei unseren Besuchen im Wald immer ein beruhigendes Gefühl und konnten neue Kraft tanken. 
Was denkt ihr, würde es euren Schülerinnen und Schülern genauso gehen? Welche Möglichkeiten oder Gefahren bietet der Wald als Lernort? Bietet er den Schülerinnen und Schülern einen Mehrwert oder stellt er nur zusätzlichen Aufwand dar? 
"Ist der Lernort Wald essenziell oder überflüssig?"
Darauf gehen wir in unserem, mit Freude gestalteten Blockbeitrag ein und möchten euch dadurch einige Aspekte des Waldes näherbringen, die ihr vielleicht noch nicht kanntet.
Wir wollen durch diesen Blogbeitrag möglichst vielen angehenden Lehrkräften das Potential des Waldes näherbringen. 
Dazu laden wir euch ein, unseren Beitrag zu lesen und im Anschluss mit uns darüber zu diskutieren.

Wir freuen uns auf euren Kommentar.


Luca, Rebecca, Robin und Verena.                                 


Bildquelle: [Eigene Aufnahme, Thüringer Wald, 12.07.2020]

Hier gehts zum Link :)

https://drive.google.com/file/d/1tkLlIJvaVxPuJuKD5pjNrnG4IWiOUkuN/view?usp=sharing

15 Kommentare:

  1. Erstmal danke für diesen tollen und lehreichen Blogbeitrag.

    Euer Thema hat, wie ich finde, eine hohe Relevanz – sei es hinsichtlich der menschlichen Gesundheit, der Lebensräume für viele Tiere, der Sauerstoffversorgung etc. Auch ich kann das nur bestätigen. Ich gehe einmal in der Woche, morgens um 7 Uhr für zwei Stunden im Wald laufen, was mich total entspannt, den ganzen Stress vergessen lässt und ich mit voller Motivation in die Woche starten kann.

    Ich kann nur aus meiner eigenen Erfahrung sprechen und dabei fällt mir auf, dass das Thema Wald meistens leider relativ „langweilig“ unterrichtet wurde. Es gab kaum Exkursionen, sondern der Stoff wurde anhand der Schulbücher und Arbeitsblätter erlernt. Ich finde das ist auch richtig so, dennoch, wie auch ihr angesprochen habt, ist der Wald ein sehr wichtiges Thema, denn auch das Interesse der Jugendlichen an solchen Dingen nimmt leider immer mehr ab. Aus diesem Grund sollte man den Wald als SuS hautnah erleben können. Dann kann man z. B.: die Humusschicht unter den Blättern vor Ort zeigen oder man kann den SuS die Aufgabe geben, zu beobachten, welche Tiere zu entdecken sind, was den Spaßfaktor wahrscheinlich in die Höhe treibt. Die SuS müssen auch verstehen, was es bedeutet, wenn immer mehr Wald abgeholzt wird. Denn dann verlieren auch viele Tiere ihren Lebensraum und das kann wiederum zu Artensterben führen. Was sich früher oder später auch auf uns Menschen auswirkt, denn alles steht in einer Abhängigkeit zueinander.

    Anknüpfend zu eurem Beispiel, dass die SuS im Wald erörtern sollen, was dort hingehört und was nicht und letzteres aufsammeln sollen, könnte man auch einen „Müll-Montag“ einführen. Die SuS sollen umweltbewusst denken, indem sie an diesem Tag alles in einen Müllbeutel aufsammeln, was nicht in den Wald gehört.

    Ihr habt euch beim spielerischen Lernen im Wald mehr auf die Bäume konzentriert. Ich hätte hier noch ein Beispiel für die Tierbestimmung. Die SuS sollen auf Spurensuche gehen. Anhand von Fußabdrücken, angefressenen Zapfen oder Vogelnestern, sollen die SuS das zugehörige Tier klassifizieren (vgl. HdW, Stuttgart). Hierbei wird die Arbeit in Gruppen und die kognitiven Fähigkeiten gestärkt, genauso erlangen die SuS eine erweiterte Artenkenntnis.

    Auch die Idee eines Herbariums finde ich toll. Anfangs werden die SuS evtl. weniger motiviert sein aber wenn sie einmal bestimmte Pflanzen plötzlich erkennen und wissen wie sie heißen, gibt einem das einen enormen Ansporn und Rückmeldung, dass man etwas gelernt hat, was wiederum sehr wichtig für einen erfolgreichen Lernprozess ist.

    Als abschließende Frage würde mich noch interessieren: Wieso denkt ihr, hat sich ausgerechnet die Waldpädagogik durchgesetzt und nicht beispielsweise die Meerespädagogik? Denn auch dieses Thema ist heutzutage aktueller denn je.

    Liebe Grüße

    Saskia :)

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    1. Liebe Saskia,

      Vielen Dank für deinen Blogkommentar und deine Anregungen.
      Es ist schön zu hören, wie du die beruhigende Wirkung des Waldes in deine Woche eingliederst. Ich denke, dies würde bei vielen Menschen spürbare Veränderungen bewirken.

      In der Schulzeit ist mir aufgefallen, je höher die Klassenstufe, desto weniger praktische Erfahrungen im Wald wurden gesammelt. Dies lässt sich wohl durch die Fülle an Themen erklären, allerdings denke ich, diese sollten lieber reduziert und dafür in der Realität erfahren werden. Durch praktische Erfahrungen, wie du sie in deinem Kommentar beschreibst, kann die Motivation bei Lernenden für das Thema gesteigert werden, wodurch auch andere Inhalte besser erlernt werden können.

      Wir hatten uns auch ein ähnliches Konzept wie den von dir angesprochenen „Müll-Montag“ überlegt, allerdings könnte ein solcher auf Kritik seitens der Eltern stoßen und auch bei einigen SuS wenig Motivation auslösen. Was denkst du darüber?

      Beim spielerischen Lernen sehe ich Ideen mit Tieren als sehr wertvoll an, da diese bei Kindern meist auf große Begeisterung und Spannung stoßen. Bei der von dir vorgeschlagenen Tierbestimmung wird zwar relativ viel Vorwissen verlangt, allerdings kann dieses auch wunderbar angebracht und gefestigt werden.

      Zu deiner Frage: Ich denke die Waldpädagogik hat sich im Vergleich zur Meerespädagogik eher durchgesetzt, da diese in den meisten Gebieten größeren örtlichen Bezug findet. Demnach lässt sich auch die erlernte Theorie gleich in der Praxis austesten und ist mit weniger Aufwand verbunden. Viele Kinder haben schon einen spielerischen Bezug zum Wald, bevor sie sich mit Themen wie der Umweltbildung beschäftigen. Demnach ist die Waldpädagogik meiner Meinung nach näher an der Lebenswelt von SuS.

      Liebe Grüße
      Luca Simma

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    2. Liebe Saskia, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast unseren Blogbeitrag zu lesen und einen so umfangreichen Kommentar zu verfassen!
      Es freut mich sehr, dass dir unser Beitrag so gut gefallen hat.
      Schön, dass auch du den Wald für dich als Ruhepol entdeckt hast und durch dein wöchentliches Laufen von dessen beruhigender Wirkung profitierst.
      In deinem Beitrag nennst du viele wichtige Aspekte, weshalb der Wald für uns wichtig ist und ich sehe das genauso. Ich hoffe wir konnten durch unseren Beitrag ein par zukünftige Lehrkräfte anhalten, das Thema Wald im späteren Berufsleben aktiver und vielschichtiger zu vermitteln. Da hast du nämlich recht, das wird heutzutage leider viel zu oft durch reine trockene Theorie vermittelt
      Deine Ideen mit dem Müll-Montag und der Fährtensuche finde ich hervorragend. Diese können gut in die Themen Wald und Naturschutz eingebettet werden. Wir haben im Seminar „Kompetenzorientierter Biologieunterricht – Erkenntnisgewinnung: Lernort Wald“ von Max Mannsperger auch nach verschiedenen Hinweisen auf Tiere gesucht. Hierbei haben wir beispielsweise Fährten, Liegeplätze oder Wildtrampelpfade gefunden. Selbst für uns Biologistudierende war diese Erfahrung noch sehr spannend. Ich kann mir sehr gut vorstellen das später mit meinen Schülerinnen und Schülern auch zu machen.
      Bei deiner abschließenden Frage stimme ich dir zu, die Meeresbiologie ist wahnsinnig faszinierend! Aber ich denke, dass sich die Waldpädagogik hier einfach aus praktischen Gründen durchgesetzt hat. Wälder sind öfter vertreten und leichter zu besuchen als die Unterwasserwelt.
      Vielen Dank für deine Anregungen.
      Liebe Grüße
      Verena Bledig

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  2. Liebes Bloggerteam,

    vielen Dank für euren informativen und facettenreichen Blogbeitrag.

    „[R]und jedes dritte Kind [hat] in Deutschland noch kein heimisches Wildtier im Wald gesehen“ ‒ das ist ein erschreckend hoher Anteil, wo es doch im Wald als Lebensraum unterschiedlichster Tier- und Pflanzenarten so viel Interessantes zu entdecken gibt. Erst vor kurzem machte ich beispielsweise versteckt im Gebüsch ein Reh aus; beim Joggen ist mir schon öfters eine Feldhase ‚über den Weg gelaufen‘, der vom Feldrand in den anliegenden Waldabschnitt huschte. Naturerfahrungen spielten schon immer eine wichtige Rolle in meinem Leben. Ich teile daher die Eindrücke, die ihr während eurer Waldbesuche empfunden habt: Ein Spaziergang zwischen Feldern, über Wiesen oder durch den Wald bedeutet für mich die ‚Seele baumeln zu lassen‘ ‒ die Sinne auf meine Umgebung zu richten, diese bewusst wahrzunehmen und in gewisser Weise ‚eins‘ mit ihr zu werden. Den Wald als außerschulischen Lernort für SuS aufzubereiten mag ‒ im Vergleich zu der Planung einer ‚herkömmlichen‘ Unterrichtsstunde im Klassenzimmer ‒ eine intensivere Vorbereitungsphase der Lehrperson beanspruchen und zusätzliche organisatorische Rücksprachen erfordern. Solch eine wertvolle Möglichkeit des ‚In-die-Natur-Gehens‘ sollte dennoch in Anspruch genommen werden. Eine gelungene Umsetzung schafft ‒ falls dies noch nicht vorliegen sollte ‒ ein Bewusstsein der Lernenden für die schützenswerte Vielfalt der Pflanzen- und Tierwelt und lässt sie zugleich der ruhespendenden Kraft natürlicher Lebensräume gewahr werden. Insofern vermag eine Schärfung der Sinne für die Einzigartigkeit der Natur, wie ihr sie im Rahmen des spielerischen Lernens im Wald geschildert habt, zu eigenständigen, über die schulische Walderkundung hinausgehenden Naturerlebnissen der SuS anregen. In einer Gesellschaft, deren Alltag sich oftmals schnelllebig und zunehmend von digitalen Angeboten geprägt gestaltet, erscheinen Orte der Entspannung und Momente des ‚Innehaltens‘ umso wichtiger. Der Gang in den Wald kann somit von den SuS beispielsweise als Ruhepause zwischen Lernphasen genutzt werden.

    In der Grundschule bepflanzten wir angrenzend an den Waldrand eine neue Fläche mit verschiedenen Baumsetzlingen. Ein solches Projekt bietet sich ebenso für Lernende höherer Klassenstufen an und könnte an die Thematisierung des menschlichen Einflusses auf das Erscheinungsbildes des Waldes anknüpfen. Mögliche Aussagen, die Zweifel entstehen lassen und so einen kognitiven Konflikt induzieren, könnten wie folgt formuliert werden: Normalerweise wären rund 96 Prozent der mitteleuropäischen Fläche mit Wäl-dern bedeckt. Reine ‚Naturwälder‘ sind kaum mehr vorhanden, ein Großteil unserer Wälder sind stattdessen Forste. Von Natur aus würde sich die Rotbuche als dominierende Baumart erweisen. Ein Besuch der Hohenheimer Gärten mit der Schulklasse erlaubt es, diesen nachzugehen. Mitarbeiter/-innen des botanischen Instituts haben die Vegetationsgeschichte süddeutscher Gehölze seit der letzten Eiszeit erforscht, welche sodann auf einem bestimmten Abschnitt nachgepflanzt und mit Übersichtstafeln versehen worden ist. Dem ließe sich der Blick auf die Nutzungsweise von Wäldern über das eigene Lebensumfeld hinaus und zwar aus einer internationalen Perspektive anschließen. Die ausbeutende europäische Abholzung vergangener Zeiten wiederholt sich nun anderorts, indem zum Beispiel für den Soja- und Ölpalmenanbau immense Flächen des tropischen Regenwaldes gerodet werden. SuS sollten sich dies vergegenwärtigen können, wenn sie Produkte konsumieren, die solche Komponenten enthalten oder deren Herstellung darauf basiert. Während meines Orientierungspraktikums gestaltete ich eine Doppelstunde zur Erkundung des zum Schulgebäude nahe gelegenen Waldes. Die Lernenden sollten zum Beispiel die verschiedenen Stockwerke des Waldes ausführlich begutachten und notieren, welche pflanzlichen und tierischen Vertreter für die jeweiligen Schichten auszumachen waren. Welche Walderfahrungen habt ihr als Bloggerteam zu Schul- oder Praktikumszeiten gemacht?

    Viele Grüße, Franziska

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    1. Liebe Franziska, erst mal vielen lieben Dank, dass du dir die Zeit genommen hast unseren Blogbeitrag zu lesen und einen so umfangreichen Kommentar zu verfassen.
      „die Seele baumeln lassen“ was eine schöne Metapher. Genau so geht es mir auch wenn ich im Wald unterwegs bin. Schön, dass du unsere Meinung teilst, dass es sich lohnt den Wald als Lernort zu erschließen. Da hat unser Beitrag genau die richtige Person erreicht.
      Deine Anmerkung, den Wald als reine Ruhephase zwischen zwei Lernphasen zu nutzen ist ein toller Aspekt, den wir beim Verfassen des Beitrages noch gar nicht beleuchtet haben. Falls man das Glück hat, eine Schule in Waldnähe zu besuchen, kann man solche Erholungsphasen im Wald sehr gut einplanen beispielsweise im Rahmen eines langen Schultages mit angepassten Pausenzeiten.
      Die von dir vorgeschlagenen Besuche in den botanischen Anlagen sind auch ein super Ansatz. Solche Ausflüge bieten den Lernenden immer die Möglichkeit ihre Interessen zu vertiefen und durch direkte Beobachtungen am Objekt zu lernen. Das werde ich auf jeden Fall im Hinterkopf behalten.
      Zu deiner Frage was wir so für Erfahrungen gemacht haben kann ich ganz klar das Seminar „Kompetenzorientierter Biologieunterricht – Erkenntnisgewinnung: Lernort Wald“ von Max Mannsperger empfehlen, dieses besuchten Robin und ich im vorletzten Semester und waren völlig begeistert. Max ist selbst Jäger und sehr naturverbunden. Er kann einem die einzelnen Aspekte des Waldes, seinen Nutzen für den Menschen und die darin lebenden Tiere und Pflanzen sehr anschaulich nahebringen.
      Liebe Grüße
      Verena Bledig

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  3. PS: Sehr interessant finde ich darüber hinaus den Ansatz des „kulturellen Verwalden[s]“ (Strauß, 2018, S. 84), der gleichermaßen als Anknüpfungspunkt für Unterrichtsdiskussionen und Schülerreflektionen über Umweltschutz und nachhaltiges Handeln aufgegriffen werden kann:

    „Wir brauchen das voll funktionstüchtige und vielfältige Ökosystem Wald statt verbrannte, ausgebeutete Erde. Zum einen hängt schlichtweg unser Überleben auf diesem Planeten davon ab, zum anderen eröffnet sich gleichzeitig in der Anpassung unserer menschlichen Kultur an die Grundprinzipien des Waldes und der Natur im Allgemeinen eine epochale Chance!“ (Strauß, 2018, S. 84)

    Markus Strauß legt in diesem Zusammenhang die Orientierung gesellschaftlicher Prozesse und Institutionen an „ökologische[m] […] [Waldw]achstum, dem dort vorherrschenden „Grundsatz […] [der] Kooperation“ und der „konsequente[n] Kreislaufwirtschaft“ nahe (S. 84f.).

    Literaturquelle (für Interessierte zum Nachlesen): Strauß, M. (2018). Artgerecht. 13 Thesen zur Zukunft des Homo sapiens. Stuttgart: Franckh-Kosmos-Verlag.

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    1. Liebe Franziska,
      die Ergänzung der Literatur, die du hier erwähnst, finde ich sehr interessant. Dein Zitat von Strauß greift kurz und prägnant mehrere Aspekte unseres Beitrags auf. So werden in dem kurzen Zitat nicht nur die ökologische Relevanz, sondern auch Chancen kultureller Aspekte und der Umweltschutz angesprochen. Das sind Themen, auf die unter anderem unser Beitrag gründet, weshalb die Quelle sehr gut geeignet ist, falls man sich über das Thema noch tiefergehend informieren will.

      Die Interaktion der Menschen mit dem Wald bzw. mit der Natur als ihrer Umgebung wird in dem Buch von M. Strauß sehr breit thematisiert. Es soll die Leser*innen dafür sensibilisieren, mit der Natur besser umzugehen und gibt ihnen Ratschläge an die Hand, wie man sein Verhalten verbessern kann. Die Sensibilisierung für die Natur und deren Wichtigkeit ist auch in unserem Beitrag ein zentrales Thema. Deshalb war es uns wichtig darzustellen, welche Relevanz der Wald hat, welche Möglichkeiten er bietet und wie man SuS bereits in jungem Alter die Natur näherbringen kann.

      Vielen Dank, dass du eine so passende Quelle gefunden und mit den anderen Leser*innen geteilt hast. Ich denke, damit hast du allen Interessierten einen Gefallen getan.

      Liebe Grüße
      Robin Holler

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  4. Liebes Blogerteam,
    Vielen Dank für euren interessanten Blogbeitrag zu der wichtigen Thematik „Lernort Wald“.

    Ich muss gestehen, dass ich von dem Fakt, dass 1/3 unserer Schüler noch nie ein heimisches Wildtier im Wald gesehen hat, schockiert war. Da ich eher dörflich aufgewachsen bin, ist der Wald für mich etwas völlig normales gewesen in meiner Kindheit. Ich war sogar Teil einer Waldgruppe. Ich traf mich wöchentlich mit Grundschulfreunden und ein paar Eltern um in den Wald zu gehen und an verschiedenen Aktionen wie Lager und Baumhäuser bauen, an einer Schnitzeljagt teilnehmen und einige Pfadfindertricks lernen, teilnehmen zu können. Ich kann mir vorstellen, dass ein ortsbezogener Unterricht im Wald gerade für die Schüler, die noch keine solchen Erfahrungen machen konnten, eine sehr spannende und einprägsame Zeit werden könnte. Der Wald spielt eine sehr wichtige Rolle für den Menschen sowohl auf ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer Ebene. Um den Schülern diese Bedeutsamkeit zu verdeutlichen und sie mit den angesprochenen Kompetenzen auszustatten ist meiner Meinung nach der direkte Kontakt zwischen Schüler und Wald herzustellen. Theoretisches Wissen kann im Unterricht an der Schule erlernt werden, aber um die Bedeutsamkeit der Nachhaltigkeit und das System Wald begreifen zu können, muss Unterricht im Wald und nicht im Klassenzimmer stattfinden.

    Das Konzept des Kognitiven Konflikt, welches wir schon in der Vorlesung kennengelernt haben, war gut erklärt und zusammengefasst. Ich finde es wirklich wichtig, dass falsche Schülervorstellungen in echtes Wissen umgewandelt werden. Dass dies zu meinen Schulzeiten nicht immer der Fall ist, habe ich selbst festgestellt:

    Ich befragte meine Mitbewohner nach der Masse des Baumes und wo sie herkommt:
    Ein Mitbewohner mit einem 14 Punkt Abi in Biologie und ein anderer mit 1,1 Abi-Schnitt erklärten sich die Masse beide mit den Nährstoffen aus dem Boden. Zwei Mitbewohner die die Realschule besuchten, gaben mir allerdings die korrekte Erklärung. Dieses Ergebnis zeigte mir, dass das theoretische Wissen, welches in Klassenarbeiten abgefragt wird, in den Schulen scheinbar oft höheren Stellenwert hat (das Prinzip der Photosynthese konnten mir beide Abiturienten noch mehr oder weniger genau erklären), als das Ziel falsche Schülervorstellungen nachhaltig zu verändern.
    Ich denke, dass der Wald als Lernort einen sehr guten Verknüpfungspunkt zwischen der Theorie und der Realität bietet. Hier können aktiv und nachhaltig falsche Schülervorstellungen durch echtes und anhaltendes Wissen ersetzt werden.

    Auch wichtig finde ich das Verständnis und die Beschäftigung mit der Jagt im Unterricht. Einen, wie ich finde, sehr wichtigen Punkt, der in dem Blogbeitrag noch nicht erwähnt wurde, ist, dass durch die Jagt die gejagte Art selbst geschützt wird. Dies stellt ebenfalls einen kognitiver Konflikt dar, der auf die erste Betrachtung überhaupt keinen Sinn macht. Allerdings fehlt der natürliche Feind für das Großwild in Deutschland. Die Aufgabe dieses Feindes war, die Population zu regulieren, indem er vor allem kranke Individuen jagt und erlegt. Diese Rolle musste der Mensch nun übernehmen, da es in unseren Wäldern keine Wölfe und Bären mehr gibt. Könnte sich eine Population ohne Jagt oder natürlichen Feind vermehren so steigt mit der Größe der Population die Gefahr einer Krankheit, die ausbrechen könnte ,da kranke Tiere nicht geschossen oder gerissen werden. Diese könnte unter Umständen die ganze Populationen auslöschen.

    Zusammengefasst hat es mir Freude bereitet euren Blogbeitrag zu lesen und zu kommentieren. Ich finde, dass der Wald eine solche Vielzahl an Möglichkeiten des Lernens und Erfahrens bietet, dass er in der Schule nicht ignoriert werden kann/sollte. Wer eine ähnliche Einstellung mit mir teilt, dem kann ich das Seminar „Lernort Wald“ an der PH-Ludwigsburg sehr empfehlen!
    Liebe Grüße
    Manuel Veigel

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    1. Lieber Manuel,
      vielen Dank für deinen interessanten Kommentar zu unserem Blogbeitrag.
      Ich fand es genauso wie du sehr erschreckend, dass heutzutage so viele Kinder wenig bis keinen Bezug zum Wald haben, wo doch die Faszinationsfähigkeit im Kindesalter so ausgeprägt ist. Ich selbst bin ebenfalls im Dorf aufgewachsen und der örtliche Wald war in Spielen und Festen eingegliedert, auch in der Schule haben wir diesen gelegentlich besucht. Im städtischen Raum ist der Zugang zum Wald jedoch meist mit mehr Aufwand durch die größere Distanz verbunden und ein Stadtpark ist, wie aus unserem Beitrag hervorgeht, nicht mit dem Wald zu vergleichen. Dadurch erklärt sich meiner Meinung nach auch die erstaunlich hohe Zahl an Kindern ohne Waldkontakt. Eine Lösung für das Problem könnte ein Auftrag der Schulen sein, sofern sich diese auf mehr Projekte im Wald einlassen.
      Sehr interessant finde ich die Befragung deiner Mitbewohner zur Masse des Baumes. An diesem Beispiel sieht man sehr deutlich, dass die Theorie allein nicht ausreicht und die wichtigsten Vorgänge in der Praxis erlernt werden sollten. Dort sind die Ergebnisse meist viel eindrücklicher und bleiben somit nachhaltig im Gedächtnis.
      Schön, dass du den Punkt mit der Jagd angesprochen hast. Wir haben uns dazu entschieden, diesen aus Platzgründen in unserem Blogbeitrag kurz zu halten. Eine Überpopulation hat jedoch nicht nur für den Wald, sondern auch für die Population selbst viele negative Folgen, wenn die natürliche Selektion durch fehlende Fressfeinde nicht mehr funktioniert. Es wäre für eine Unterrichtsstunde sicherlich spannend ein Szenario durchzuspielen, in dem sich eine Population ohne Einschränkungen fortpflanzen kann und welche möglichen Folgen daraus resultieren könnten.
      Liebe Grüße
      Luca Simma

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  5. Hallo liebes Bloggerteam,
    ich habe mich über euer Thema total gefreut, da ich es sehr wichtig finde, den Biologie-Unterricht auch mal draußen und vor allem im Wald stattfinden zu lassen. Eure Gestaltung des Beitrags ist sehr ansprechend und sieht fast aus, wie ein druckreifes Magazin 😊
    Die Einleitung verspricht eine genaue Betrachtung des Themas und der Bezug zum Seminar ist durch die folgenden Kapitel gut gelungen.
    Der Fakt, dass Kranke eine schnellere Genesung mit Blick auf einen Wald erfahren, war mir nicht bekannt.
    Die Methode Actionbound ist eine tolle Möglichkeit zusätzliche Motivation zu schaffen und das digitale Lernen zu integrieren. Auch ich durfte mich im Rahmen eines anderen Seminares daran versuchen und habe positive und negative Erfahrungen gemacht. Je nach Lerngruppe sollten in der Schule Hilfen bereitgestellt werden, um eine gelungene Umsetzung zu unterstützen. Zudem sollten die vielen verschiedenen Aufgabenformate geklärt werden, um eine Überforderung zu vermeiden.
    Zu eurem Vorschlag der Baumbegegnung könnten auch „Rinden-Bilder“ passen, bei denen SuS mit einem weichen oder einem Bleistift vorsichtig die Rinde abpausen und so verschiedene Strukturen erkennen können. Dies würde auch die haptischen Erfahrungen miteinschließen und gut in ein Baumtagebuch passen.
    Ich finde es sehr wichtig, dass ihr auf die möglichen Gefahren im Wald und das Verhalten der Lehrperson eingeht. Da besonders der Einbezug der Eltern nötig ist, da diese sich schnell große Sorgen machen können. Ich erinnere mich noch an meine Kindergarten-Zeit, in denen wir jede Woche in den Wald gegangen sind und dort viel Zeit verbracht haben. Heutzutage dürfen diese Ausflüge nicht mehr bzw. nicht mehr so frei stattfinden, da sich einige Eltern Sorgen, um die Sicherheit der Kinder machen. Diese Entwicklung ist sehr schade.
    Liebe Grüße,
    Louisa

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    1. Liebe Louisa,

      Schön das dir unser Beitrag gefallen hat.
      Deine Idee mit den "Rinden-Bildern" ist wirklich sehr gut. Ich selbst habe dies in meiner Schulzeit und in meinem Studium schon gemacht. Ich denke auch, dass die Schülerinnen und Schüler dadurch lernen sich mehr auf ihre Sinne zu verlassen und Informationen durch die haptische Erfahrung besser gespeichert werden können.

      Den "Trend", dass sich Eltern immer mehr Sorgen machen und Bedenken haben, bezüglich eines schulischen Waldbesuchs, habe ich auch schon wahrgenommen. Ich finde dies sehr schade und frage mich auch woher dieser Wandel kommt. Vielleicht hast du oder andere Leser eine Vermutung, woran dies liegen könnte?
      Viele Menschen machen in ihrer Kindheit und Jugend positive Erfahrungen mit dem Wald. Wodurch kommen dann im erwachsenen Alter diese Sorgen.
      Ich frage mich auch, ob die Sorgen der Eltern vielleicht daher kommen, dass sie es gewöhnt sich, dass ihre Kinder in einem Klassenzimmer unterrichtet werden und eine plötzliche Änderung des Lernortes sie aus ihrer Komfortzone holt. Wäre es anders wenn Schülerinnen und Schüler ab der Grundschule die Waldpädagogik erfahren würden?

      Ich freue mich über eure Vermutungen.
      Liebe Grüße
      Rebecca Märtens

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  6. Liebes Bloggerteam,
    vielen Dank für euren spannenden Beitrag zum Thema Wald. Ich finde das Layout eures Blogs sehr ansprechend gestaltet, zudem ist er sehr informativ.
    Aus eigener Erfahrung kann ich ebenfalls berichten, dass der Lernort Wald meiner Meinung nach zu selten im Unterricht eingesetzt wird. In meiner Jugend war ich besonders mit dem Kindergarten häufig im Wald unterwegs, da dieser lediglich 10 Gehminuten entfernt war. In der Grundschule und im Gymnasium haben wir den Wald leider nur sehr selten beziehungsweise gar nicht besucht, obwohl dieser nicht weit entfernt war. Rückblickend betrachtet finde ich das sehr schade, da der Biologieunterricht durch den Wald, wie auch in eurem Blog treffend dargestellt, vielfältig bereichert werden kann.
    Besonders gut gefallen haben mir eure Ideen zur Umsetzung des Lernorts „Wald“ im Unterricht. Eigene Erfahrungen habe ich bereits mit dem Thema Actionbound gesammelt und halte diesen auch für eine gute Möglichkeit, den Wald im Unterricht zu thematisieren. Besonders durch die eigene Erstellung solcher Bounds und dem damit verbundenen Umgang mit der Technik/ dem eigenen Smartphone können die Schülerinnen und Schüler mit Motivation das Thema Wald bearbeiten und viele Tiere und Pflanzen entdecken. Auch die Seilführung und den Blindlauf halte ich für eine gut umsetzbare Unterrichtsidee, da hierbei neben der Orientierung im Wald auch besonders das Vertrauen der Lernenden untereinander und die Klassengemeinschaft geschult werden können. Bei der Umsetzung des Baumtagebuchs habe ich mich gefragt, ob die Beobachtung des Baumes eigenständig durchgeführt wird, oder ob dies und die Dokumentation Zeit im Unterricht findet. Bei einer eigenverantwortlichen Beobachtung und Dokumentation stellt sich mir die Frage, ob die Schülerinnen und Schüler von zuhause aus ausreichend Unterstützung erhalten, um diese Aufgabe umzusetzen, und nicht nach kurzer Zeit die Beobachtung des Baumes vergessen. Hierfür müsste meiner Meinung nach etwas Zeit in den Unterricht integriert werden. Das Integrieren von Zeit stellt in meinen Augen, neben der Entfernung in den Städten, das größte Problem der Waldpädagogik dar. Da ich in einer ländlichen Gegend aufgewachsen bin, hätte die Entfernung zum Wald kein Hindernis für die Umsetzung der Waldpädagogik dargestellt. Vorstellbar wäre, dass durch das hohe Pensum an Lernstoff und die zusätzlichen Vorbereitungen der Lehrkraft der Lernort Wald als zu zeitaufwendig empfunden, und daher nicht umgesetzt wurde. Auch die mit einem Waldspaziergang verbundenen Formalitäten, wie beispielsweise das Mitnehmen von extra Vesper und Getränken, sowie das Absuchen nach Zecken nach dem Ausflug, stellen möglicherweise ein Hindernis für die Umsetzung dar. Umgehen könnte man dies, indem man einen festen Tag, oder feste Stunden im Unterricht einplant, an welchem die Lernenden, bei gutem Wetter, regulär den Wald besuchen und daher ihre benötigten Utensilien immer dabeihaben.

    Liebe Grüße
    Johanna

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    1. Liebe Johanna,

      vielen Lieben Dank für deinen Kommentar.
      Es freut mich, dass du so positive Erfahrungen mit dem Thema Actionbound gesammelt hast. In meiner Kindergartenzeit war ich auch sehr oft im Wald. Leider hat dies bei mir auch in der Schule abgenommen. Es ist gut möglich, dass dies an dem vermehrten Aufwand liegt. Dein Vorschlag einen festen Tag oder zusätzliche Stunden dafür in den Lehrplan einzubauen finde ich sehr gelungen. Vielleicht bietet es sich vor allem in Großstädten an erst einmal in den Stadtpark zu gehen und diesen zu erkunden. Der Stadtpark bietet den Vorteil, dass er feste Gehwege besitzt und dadurch das Risiko von Verletzungen minimiert wird. Auch kann dort das Risiko von Zecken minimiert werden, wenn man auf den Gehwegen bleibt. Trotzdem können die Schülerinnen und Schüler dort einen Teil der Waldpädagogik erleben aber in einem geschützteren Rahmen. Zudem ist der Stadtpark meist schneller und leichter zu erreichen als ein außerhalb der Stadt liegender Wald.
      Der Stadtpark ermöglicht es im kleinen Rahmen Waldpädagogik auszuführen aber ersetzt keinen Ausflug in den Wald. Seht ihr das genauso?
      Ich freue mich auf Antworten.

      Liebe Grüße
      Rebecca

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  7. Hallo liebes Bloggerteam,

    vorab schon einmal vielen Dank an euch für diesen schönen Beitrag zu diesem wichtigen Thema. Mit eurem Thema habt ihr direkt mein Interesse geweckt da es meiner Meinung nach sehr wichtig ist auch viele Teile des Biologieunterrichts mit einer praktischen und körperlichen Erfahrung verbinden sollte.
    Eure Einleitung bietet einen angenehmen Einstieg in das Thema und eine flüssige Überleitung in die Teilgebiete der Relevanz des Waldes. Mir hat es sehr gefallen mehr über die positiven Auswirkungen des Waldes auf die Gesundheit zu erfahren, da diese im Alltag nicht oft erwähnt werden, abgesehen von der frischen Luft.
    All das bietet eine gute Grundlage für die nachfolgenden Methoden die ihr auflistet mit denen Schülern der Wald näher gebracht werden kann. Toll finde ich solwohl die körperliche Erfahrung durch Berührungen mit den Bäumen als auch Actionbound als Vorschlag. Durch Actionbound wird eine Verbindung zwischen der Technologie, zum Beispiel dem immer präsenten Smartphone, und der Natur geschaffen die auch interaktiv und spielerisch das Lernen fördert.
    Ein wichtiger Punkt sind auch die Gefahren des Waldes auf die ihr hinweist, da diese sehr oft ignortiert oder übersehen werden.

    Liebe Grüße

    Lukas

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    1. Hallo Lukas,
      es freut mich sehr zu hören, dass dir unser Beitrag gefallen hat. Unser Ziel war es, zunächst aufzuzeigen, welche Relevanz der Wald für die Menschen hat und darauf aufbauend die Möglichkeiten aufzuzeigen, die der Wald für den Biologieunterricht bietet. Es freut mich zu lesen, dass uns das in deinen Augen gelungen ist.

      Zudem war es uns sehr wichtig, auch die Gefahren zu erwähnen, denn jede Lehrperson hat die Aufsichtspflicht für ihre Klasse. Dementsprechend ist es sehr wichtig, dass man auch die Gefahren und Risiken kennt, die sich im Lernort Wald verbergen.

      Vielen Dank dafür, dass du dir die Zeit genommen hast unseren Beitrag zu lesen und zu kommentieren.

      Liebe Grüße
      Robin Holler

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