Samstag, 15. August 2020

Problem Botanik! Interesse durch außerschulische Lernort

Liebe Leserinnen und Leser,

leider geht heutzutage das Interesse zum Thema Botanik im Biologie Unterricht immer weiter zurück. Und das ist ein Problem. Denn wer kein Interesse für Pflanzen hat, wird meist auch kein weites Verständnis für Artenvielfalt oder den Klimawandel besitzen. 


Deswegen möchte ich euch mit diesem Blogeintrag das Thema Interessenentwicklung anhand von außerschulischen Lernorten näherbringen. 


Klickt einfach auf den folgenden Link, welcher Euch direkt zu meinem Blogbeitrag weiterleitet.

https://drive.google.com/file/d/1MHHmf-84QYMpxTwXSs9cRuzktVIVXxP0/view?usp=sharing


 


Viel Spaß beim Lesen und Kommentieren wünscht Euch

Alina Volpp 

11 Kommentare:

  1. Liebe Alina,

    Vielen Dank für Deinen Blogbeitrag! Ich finde auch, dass das Thema Botanik und die damit verbundenen Themen Umwelt und Klimawandel sehr wichtig sind. Mir ist auch schon aufgefallen, dass SchülerInnen wenig Interesse an besagten Themen haben.

    Du hast am Anfang des Beitrags den Begriff „Interesse“ definiert. Hierzu hat sich bei mir eine Frage bei der Personen-Gegenstand-Relation ergeben. Du hast geschrieben, dass es darum geht, wie viel Interesse von einer Person selbst ausgeht und wie interessant der Gegenstand an sich ist (S. 3). Ich frage mich hier, woran festgemacht wird, wie interessant ein Gegenstand an sich ist. Denn jede Person, die versucht dies festzulegen hat ein subjektives Empfinden gegenüber dem Gegenstand und somit finde ich es schwierig herauszufinden, wie interessant ein Gegenstand an sich ist.

    Ich muss leider zugeben, dass mich während meiner Schulzeit botanische Themen auch nur wenig interessiert haben. Ich denke, dass dies vor allem daran lag, dass botanische Themen hauptsächlich anhand von Modellen und Schulbüchern behandelt wurden und leider wenig durch reelle Objekte oder außerschulische Lernorte. Deshalb finde ich es wichtig, das botanische Themen oder auch die Beziehungen zwischen Pflanzen und Tieren nicht nur im Klassenzimmer erarbeitet werden, sondern die SchülerInnen auch die Möglichkeit bekommen zumindest manche Themen in der Natur anschauen oder beobachten zu können. Ich denke, dass dies vor allem auch sinnvoll ist, wenn es um den Konzeptwechsel geht. SchülerInnen ändern ihre Konzepte nicht einfach, wenn die Lehrperson sagt, dass das Konzept, das sie sich „ausgedacht“ haben falsch ist. Die SchülerInnen haben sich bei ihrer Vorstellung ja etwas gedacht und verteidigen ihre Position auch. Am sinnvollsten ist es deshalb ihnen die „richtige“ Lösung in einer reellen Situation zu zeigen (wenn dies möglich ist), denn dann sind die SchülerInnen am ehesten bereit, ihr Konzept zu überdenken und zu überarbeiten.
    Natürlich hat nicht jede Schule die Mittel oder das Personal häufig außerschulische Lernorte, die weiter weg sind zu nutzen. Meiner Meinung nach muss ein außerschulischer Lernort nicht unbedingt immer in einem botanischen Garten oder einem Naturschutzgebiet platziert sein. Viele Schulhöfe oder Schulumgebungen haben Lebensräume von Tieren und Pflanzen. Manchmal ist es vielleicht „nur“ ein Grünstreifen am Gehweg, aber auch dort gibt es genug zu erkunden. Damit will ich sagen, dass nicht immer große Gebiete für außerschulische Lernorte gebraucht werden, sondern dass auch mit weniger Aufwand schon kleine Ziele für die Veranschaulichung und Erarbeitung von biologischen oder botanischen Themen ausreichen.
    Dass es für die außerschulischen Lernorte und deren Umsetzung keine Vorgaben im Bildungsplan gibt finde ich nicht schlimm, denn ich denke man kann keine Vorgaben für einen Lernort erstellen, da jeder Lernort und jede Klasse anders ist. In einem Schutzgebiet muss man beispielsweise auf andere Regeln achten, als zum Beispiel im Schulgarten. Deshalb ist es meiner Meinung nach nicht möglich, für beide Gebiete die gleichen Regeln und Vorgaben aufzustellen. Genauso ist es bei den Klassen, beziehungsweise den SchülerInnen in den Klassen, mit denen man einen außerschulischen Lernort besucht. Diese sind so heterogen, dass man auch hier keine allgemeingültigen Vorgaben erstellen kann. Aufgrund dessen bin ich der Meinung, dass jede Lehrkraft, die plant einen außerschulischen Lernort in den Unterricht einzubetten die Vorgaben selbst individuell auf den Lernort und die Klasse erstellen muss.

    Liebe Grüße
    Doreen Lindenmeyer

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    1. Liebe Doreen,

      vielen Dank für dein Kommentar und dein Feedback.

      Ich möchte hier nur kurz auf deine Frage eingehen, woran man erkennt ob ein Gegenstand interessant ist.
      Herr Lude hat hier in seiner 10 Vorlesung die Personen-Gegenstand-Relation so erklärt, dass auch die Interessantheit eines Gegenstands eine Rolle spielt.
      Dabei wird die Interessantheit bestimmt durch Anreizfaktoren des Gegenstands und seine Präsentation.
      Leider konnte ich, trotz langem Suchen, nicht mehr dazu finden.
      Naja bei der Präsentation kann man ja zum Beispiel multisensorische Begegnung einbauen, und
      ich würde davon ausgehen das verschiedene Faktoren auf die Anreizfaktoren Einfluss haben.
      Zum Beispiel wie neu der Gegenstand ist, und wie leicht man sich damit normalerweise auseinandersetzten kann.
      Auch könnte man es verallgemeinern.
      Die ROSE Studie (2004) hat zum Beispiel untersucht, an welchen Themen die SchülerInnen in Biologie interessiert sind. Gezeigt wurde das zum Beispiel Humanbiologie interessanter als Botanik ist.
      Also könnt man sagen, dass Humanbiologie größere Interessantheit aufweist als Botanik.

      Hoffe du kannst mit meiner kurzen Antwort etwas anfangen.

      Liebe Grüße
      Alina Volpp

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  2. Liebe Alina,

    Vielen Dank für deinen interessanten und anschaulich gestalteten Blogbeitrag zum Thema außerschulische Lernorte!

    Ich bin über dein Deckblatt auf deinen Blogbeitrag aufmerksam geworden und du hast in mir hiermit das Interesse geweckt, ihn vollständig durchzulesen. Durch die klare Strukturierung, die kleinen Unterpunkte deiner Gliederung und die Grafiken hat es Spaß gemacht, sich mit diesem Thema zu beschäftigen.

    Zu Beginn deines Beitrags gehst du auf die verschiedenen Typen der Motivation ein. Auch ich habe in meiner Schullaufbahn gemerkt, dass es fächer- und themenabhängig war, ob meine Motivation intrinsisch oder extrinsisch war. Bei Fächern, die mich interessiert haben und für mich mit Spaß verbunden waren, habe ich aus diesen Gründen gelernt. In Fächern, die mein Interesse nicht wecken konnten, war meine Motivation extrinsisch. Ich habe gelernt, um gute Noten zu erzielen. Auch ist mir aufgefallen, dass ich den für mich interessanten Lernstoff länger in Erinnerung behalten habe, wie du es in 2.3 deines Blogbeitrags beschreibst.

    Im Kapitel 3.1 „Interesse im Biologieunterricht“ erklärst du, dass das Interesse an biologischen Themen im Verlauf der Schulzeit abnimmt. Dies wundert mich ein wenig, da mein Interesse für meine Leistungskurse in der Oberstufe weiter zugenommen hat. Kann man das wirklich so pauschalisieren? Könnte es nicht auch sein, dass die Zeit, sich mit diesen Themen zu beschäftigen einfach knapper wird, da man sehr viel mit der Abiturvorbereitung zu tun hat? Gibt es auch Belege für andere Fächer, in denen dieses Phänomen beobachtet werden kann?

    Auch mir ist aufgefallen, dass das Verständnis der jüngeren Generationen über Tiere und vor allem Pflanzen extrem nachlässt. Ich frage mich hier allerdings, ob es ausschließlich Aufgabe der Lehrperson ist, die SuS mit diesen Themen vertraut zu machen. Ich denke hier spielen auch die Eltern eine sehr große Rolle. Sie haben die Möglichkeit mit ihren Kindern durch die Natur zu gehen und ihnen wenigstens die bekanntesten Pflanzenarten näherbringen. Durch einen kleinen Garten oder ein Hochbeet könnten die Kinder zuhause etwas über die heimischen Nutzpflanzen lernen. Spezifischere Themen der Botanik oder Zoologie sollten hierbei natürlich von den entsprechend ausgebildeten Lehrpersonen übernommen werden. Wie siehst du das?
    Auch in meiner Schulzeit wurden vereinzelt außerschulische Lernorte, wie der Schulgarten oder ein Zoo verwendet, um den Lernstoff zu veranschaulichen. Allerdings wurde hierbei nicht auf die Heterogenität geachtet.

    Als zukünftige Lehrerin finde ich es gut, durch Angaben im Bildungsplan einige Vorschläge und Inspirationen zum Anwenden von außerschulischen Lernorten zu erhalten. Allerdings wäre es meiner Meinung nach von Vorteil, dennoch frei entscheiden zu können, in welcher Unterrichtseinheit man dies miteinbezieht. Ich denke das besuchen von außerschulischen Lernorten ist abhängig vom Standort der Schule, der Jahreszeit und dem Wetter und muss schließlich noch mit der Unterrichtseinheit übereinstimmen, weswegen jeder Lehrer individuell entscheiden sollte, wann sich eine solche Möglichkeit ergibt. Was ist deine Meinung zu diesem Thema?

    Mit deinem Beitrag hast du mir auf jeden Fall ein paar Anregungen gegeben, wie ich die Botanik durch außerschulische Lernorte für die SuS ansprechender und interessanter gestalten kann.

    Ich freue mich auf deine Antwort bzw. Meinung zu den oben genannten Fragen!

    Liebe Grüße
    Alicia 😊

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    1. Liebe Alicia,

      freut mich bei dir das Interesse geweckt zu haben und vielen Dank für dein positives Feedback.

      Zu deiner Frage: ob man die Abnahme der Interesse im Verlauf der Schulzeit pauschalisieren kann? :
      Ich beziehe mich in meinem Blogbeitrag hier auf die Aussage:
      Das Interesse am Biologieunterricht nimmt im Verlauf der Schullaufbahn immer mehr ab (Virtbauer, Schiffl, & Scheicher, 2019 S. 60). Welche sich auf (Löwe, 1987; 1992) bezieht.
      Studien haben hier gezeigt, dass das Fachinteresse kontinuierlich abnimmt je länger Kinder die Schule besuchen.
      Also würde ich die Aussage schon verallgemeinern, wobei ich mich hier frage ob man die Studien auch noch auf die heutige Situation beziehen kann. Nach langem Suchen habe ich leider keine weitere neuere Studien dazu gefunden, außer die ROSE Studie (2004).
      Auch fand ich ein Rückgang der Interesse im Fach Physik URL: t.ly/KEZm (Seite 100. )

      Zu deiner zweiten Frage find ich eindeutig leichter eine Antwort.
      Ja ich denke auch die Eltern haben eine Verantwortung den Kindern die Natur näherzubringen, auch wenn manche deiner Vorschläge natürlich nicht für jede Familie umsetzbar sind. Und leider zeigt sich in der Studie von Pany (2014; Sales-Reichardtzeder, Pany & Kiehn, 2011) auch, dass Kinder wohl wenig Interesse an Nutzpflanzen haben. Es wird also etwas schwierig als Eltern.
      Aber eine Verbindung zur Natur sollte trotzdem schon im Kindesalter aufgebaut werden, gerade auch hinsichtlich emotionalem Verständnis.

      Liebe Grüße,
      Alina Volpp

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  4. Liebe Alina,

    Ich finde du hast ein wichtiges und immer aktuell bleibendes Thema gewählt, denn Motivation und Interesse zu wecken ist immer eines der schwierigsten Herausforderungen als Lehrer. Trockenen Schulstoff abzuarbeiten geht immer, aber es ist nicht der Sinn des Lehrens Stoff zu vermitteln, der direkt nach der Klassenarbeit wieder vergessen wird.

    Deine Einleitung war eine gute Wiederholung was der Unterschied zwischen Interesse und Motivation überhaupt ist und hat einem geholfen sich wieder in das Thema hineinzufinden. Vor allem hat mir deine ausführliche und verständliche Erklärung zu den außerschulischen Lernorten gefallen. Es war interessant sich nochmal ausführlicher mit den außerschulischen Lernorten auseinander zu setzen. Auch deine Darstellungen waren alle sehr anschaulich und gezielt ausgesucht. Es gab genau den richtigen Ausgleich zwischen Text und Darstellungen. Allgemein ist der Blog sehr strukturiert und schön gestaltet. Leider muss ich sagen, dass oft Fehler in der Zeichensetzung und Grammatik zu finden waren. Manchmal gab es auch ein Wort zu viel oder zu wenig.

    Mich würde interessieren wann die Verwendung eines außerschulischen Lernortes am effektivsten ist? Vor, während oder nach dem Unterricht? Gibt es dazu irgendwelche Erkenntnisse?

    Besonders wichtig finde ich den Punkt, der immer wieder mal in deinem Blog auftaucht, dass Lernen mit allen Sinnen stattfinden soll. So auch zum Punkt “Begegnung mit lebenden Organismen” (S.11) und “Multisensorische Begegnung” (S.11). Besonders wichtig ist es bei der Unterrichtsgestaltung, egal ob mit oder ohne außerschulischen Lernort, Themen über mehrere Sinne erfassen zu lassen. Die Kriterien und Methoden für einen effektiven außerschulischen Lernort lassen sich allgemein auf eine gute Unterrichtsgestaltung überführen. Sich diese zu verinnerlichen ist in jeder Hinsicht lohnenswert für LehrerInnen.

    Auch deine zwei konkreten Beispiele, zur grünen Schule auf Mainau und zum Wald, finde ich sehr anschaulich. Die Insel Mainau eignet sich gut für einen größeren Schulausflug. In den Wald zu gehen kann dagegen öfter stattfinden und mit diesem kann auch auf vielfältige Weise gearbeitet werden. Ich stimme hier auch der Aussage zu, dass der Lehrkraft viel mehr Arbeit zukommt, wen sie sich entscheidet mit den SchülerInnen in den Wald zu gehen. Den Wald finde ich aber eine gelungenere Methode um SchülerInnen erkunden zu lassen und auch die beruhigende Wirkung des Waldes kennen zu lernen.

    Nach Datenbanken von außerschulischen Lernorten, wie die von Schönknecht und Baar, zu suchen ist eine gute Idee. Ich habe eine kleine Landkarte zu möglichen außerschulischen Lernorten auf dieser Seite: https://drive.google.com/file/d/1MHHmf-84QYMpxTwXSs9cRuzktVIVXxP0/view?usp=sharing gefunden, wenn es interessiert kann ja mal vorbeischauen.

    Liebe Grüße,

    Xenja Hass

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    2. Liebe Xenja,

      schön, dass du meinen Blogbeitrag gelesen hast und vielen Dank für dein positives Feedback.

      Zu deine Frage „wann die Verwendung eines außerschulischen Lernortes am effektivsten ist? [..] Gibt es dazu irgendwelche Erkenntnisse?“ :
      „Der didaktische Ort eines außerschulischen Lernorts im Unterricht wird am konkreten Fall entschieden, ist also abhängig von den Zielen und der Funktion, die dem Lernort im gesamten Lehr-Lern-Arrangement zukommen.“ (vgl. Schönknecht & Baar, 2018 S.90)
      Mit dem Ziel Interesse zu wecken ist zwar der Beginn einer Unterrichtseinheit am besten geeignet, „ jedoch sind Lernprozesse außerhalb des Schulgebäudes erfolgreicher, wenn die Schüler im Klassenzimmer in das Thema eingeführt wurden“ (vgl. Killermann u.a. 122008, S. 100).
      Am effektivsten wäre der Ausflug also wohl eher während der Unterrichtseinheit, ich würde dabei jedoch in der Einführung schon darauf achten, die Exkursion miteinzubeziehen. Vielleicht könnte so die Vorfreude auf den Ausflug die SchülerInnen hier schon motivieren.

      Allgemein stimme ich aber zu, dass die Unterrichtsgestaltung viel ausmacht kann. Wobei ich finde, dass „Erleben von Kompetenzen und Autonomie“ fast noch interessanter sein kann als „Multisensorische Begegnungen“ auch wenn es wohl schwerer umzusetzen ist.

      Die Idee mit der Landkarte finde ich auch sehr gut, danke dass du dich hier extra auf die Suche danach gemacht hast, jedoch glaube ich, dass du den falschen Link eingefügt hast.

      Liebe Grüße,

      Alina Volpp

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    3. Hallo Alina,

      vielen Dank für deine Antwort, sie war sehr hilfreich. Und mit dem Link hast du Recht. Hier ist der richtige: https://www.epiz.de/files/inhalt/Projekte/Lernorte/Landkarte%20Lernorte_Web.pdf

      Liebe Grüße,
      Xenja Hass

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  5. Liebe Alina,

    vielen Dank für deinen spannenden Blogbeitrag! Dein Thema Interesse und Motivation ist meiner Meinung nach sehr aktuell, da wie du selbst sagst, das Interesse an biologischen Themen weit zurückgeht und vor allem botanische Themen in unserer Gesellschaft auf Gleichgültigkeit treffen.

    Deine Darstellung zum Unterschied zwischen Interesse und Motivation hat mir sehr gut gefallen. Spannend finde ich dabei den Unterschied zwischen extrinsischer und intrinsischer Motivation. Mir war nicht bewusst, dass durch den Einsatz von extrinsischer Motivation die intrinsische Motivation einiger Schüler*innen „zerstört“ werden kann, wie du in deinem Beispiel schön darstellst. Hast du eine Idee, wie man dies umgehen kann? Wie kann man die intrinsische Motivation von Schüler*innen erhalten und gleichzeitig durch extrinsische Motivation für das Interesse der restlichen Schüler*innen sorgen?

    Du bist in deinem Blog auf außerschulische Lernorte eingegangen und wie sie das Interesse von Schüler*innen wecken können und sollen. Außerschulische Lernorte spielen in der heutigen Auffassung von Schule meiner Meinung nach, eine immer größere Bedeutung. Man möchte weg von „stupiden“ Frontalunterricht, hin zu einem entdeckenden, individualen Lernen. Ich stimme dir zu, dass außerschulische Lernorte hierfür eine hervorragende Möglichkeit sind und eine große Chance sind Unterrichtsthemen auf vielfältige Art und Weise zu bearbeiten. In Kapitel 6 nennst du Probleme bei der Umsetzung von außerschulischen Lernorten. Zwar denke ich, dass außerschulische Lernorte immer eine Chance sind, nicht nur in Bezug auf die Motivation und das Interesse der Kinder an einem bestimmten Thema, sondern auch für die zwischenmenschliche Ebene. Jedoch ist einleuchtend, dass auf Grund begrenzter materieller, personeller und finanzieller Ressourcen nicht ständig außerschulische Lernorte aufgesucht werden können. Vielleicht würde dies den positiven Effekt von Exkursionen auch wieder zunichtemachen, da es dann nichts Besonderes mehr ist. Was meinst du? Hast du einen Vorschlag, wie man Interesse auch direkt im Unterricht wecken kann, ohne dazu auf eine aufwändige Exkursion zu gehen?
    Das Beobachten und „Experimentieren“ mit Regenwürmern könnte hierfür meiner Meinung nach ein Beispiel sein, da mit lebenden Organismen umgegangen wird und außerdem fast alle verschiedenen Sinnen beim Lernen beansprucht werden. Hast du ein solches Beispiel für den Bereich der Botanik?

    Liebe Grüße
    Hanna

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  6. Liebe Alina,
    dein Blogbeitrag hat mich aufgrund deines interessanten Themas direkt angesprochen. Ich selbst finde mich in der Vergleichsstudie ROSE wieder, die das höhere Interesse an zoologischen und humanbiologischen Themen aufzeigt. In der Schule habe ich die Erfahrung gemacht, dass sowohl bei zoologischen, als auch bei humanbiologischen Themen viel praktiziert wurde, bei botanischen Themen jedoch nie. Hier wurden stets Texte und Abbildungen verwendet. Auf mich wirkte das immer sehr abschreckend und förderte mein Interesse an der Botanik nicht gerade- im Gegenteil. Erst im Studium durch die Botanik- Kurse ist mir die große Welt der Pflanzen "schmackhaft" gemacht worden. Durch praxisnahe Erfahrungen und Direktbegegnungen ist mein Interesse an der Botanik gestiegen.
    Da ich mir vorstellen kann, dass an vielen Schulen die Botanik eher praxisfern als praxisnah vermittelt wird, kann ich das eingeschränkte Interesse der Schüler*innen an der Botanik gut verstehen. Umso wichtiger ist es dieses Interesse zu fördern, da die Welt der Pflanzen so phänomenale Dinge und ein unglaublichen Artenreichtum, der einen nicht erschlagen darf sondern eher beeindrucken sollte, zu bieten hat.
    Außerschulische Lernorte sind meiner Meinung nach dafür optimal. Natürlich gibt es einige Nachteile, die vor allem einer aufwendigen Organisation zu Grunde liegen, welche von den Erfahrungen und interessensförderlichen Erlebnissen der Schüler*innen jedoch übertönt werden.
    Dein genanntes Beispiel auf der Insel Mainau hört sich sehr toll an und ist vor allem für die Schulen in der Nähe des Bodensees attraktiv.
    Das weitere genannte Beispiel bezüglich des außerschulischen Lernortes Wald empfinde ich als sehr wertvoll. Die meisten Schulen haben in räumlicher Nähe die Möglichkeit einen Wald zu besuchen und sollten dies unbedingt tun. Eventuell können hier sogar Experten hinzugezogen werden, wie zum Beispiel ein Förster. Was hältst du davon?
    Generell finde ich es bezüglich des Bildungsplanes gut, dass keinen genauen und konkreten Angaben gemacht werden, welche außerschulischen Lernorte wann besucht werden sollten. Jeder Ort bzw. jede Schule hat unterschiedliche und unterschiedlich gute/ sinnvolle außerschulischen Lernorte anzubieten die individuell für jede Schule und Klasse abgewogen werden sollten. Für eine grobe Orientierung für Lehrpersonen finde ich den Vorschlag, eine Art "Außerschulische Lernorte- Kartei" in einer Schule anzulegen, toll!
    Ich bin wie du der Überzeugung, dass das Interesse an der Natur und an der Botanik auschlaggebend durch Echterfahrungen in der Natur entsteht und sich ausweitet. Umso wichtiger außerschulische Lernorte zu besuchen und die Schüler*innen tolle Erfahrungen mit der Natur, mit all ihrer Vielfalt, machen zu lassen!
    Vielen Dank und liebe Grüße,
    Liv

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